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Digitalisierung und Gesundheit: Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind beide gefragt

Arbeit neu denken

Stress im Job? So bleiben Sie gesund und ausgeglichen!

Hoher Veränderungsdruck, ständige Erreichbarkeit durch Smartphones: Wie jeder Einzelne vorsorgen sollte – und was Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter tun können.

Früher war der Feierabend heilig. Frei nach der Bergarbeiterdevise „Schicht im Schacht!“ waren Beruf und Freizeit zumeist klar getrennt. Und wer in Urlaub fuhr, schickte eine Ansichtskarte an die Kollegen. Heutzutage heißt es immer öfter: „Falls was ist – meldet euch!“. Denn durch die Digitalisierung können viele Beschäftigte jederzeit arbeiten, im Homeoffice, in der Bahn, zu Hause auf dem Sofa, schlimmstenfalls sogar in den Ferien am Strand. Besonders für Führungskräfte gehören Smartphone, Tablet & Co. längst zur Standardausstattung – so eine Metastudie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Thema Arbeit 4.0.

  • Infografik: Nutzung mobiler Endgeräte und Home Office

    Flexible Führungskräfte: Mobile Endgeräte und Homeoffice

    Mobiles Arbeiten gewinnt für bestimmte Berufsgruppen und Tätigkeiten an Bedeutung und der klassische Büroarbeitsplatz sowie die Präsenzkultur verlieren für diese Gruppen an Bedeutung. Im Moment schlägt sich das in erster Linie auf Managementebene nieder.

Vorteile der flexiblen Arbeitsmodelle

Durch flexibles Arbeiten lassen sich Beruf und Privatleben besser vereinbaren. Wer regelmäßig zu Hause arbeitet, spart sich zum Beispiel den Arbeitsweg. Und er tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Denn wer mindestens eine Stunde pro Strecke zu seiner Arbeitsstelle unterwegs ist, hat laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein doppelt so hohes Risiko für einen schlechteren Allgemeinzustand, generelle Stressbelastungen und depressive Verstimmungen wie Menschen, die deutlich schneller am Arbeitsplatz sind.

Ein weiteres Modell flexibler Arbeitszeiten: das Jobsharing. Teilen sich zwei oder mehr Arbeitnehmer eine Stelle, können auch Teilzeitkräfte an Projekten mitwirken. Zum Beispiel Eltern, die nach der Elternzeit nicht wieder Vollzeit einsteigen möchten, oder Arbeitnehmer, die kranke Angehörige pflegen.

Digitalisierung: Gesundheitliche Risiken der ständigen Erreichbarkeit

Diese Flexibilität hat aber auch eine Kehrseite: Wer die neuen Spielräume nutzt, bekommt auch außerhalb seiner Arbeitszeit Anrufe oder E-Mails. Was während der regulären Arbeitszeit nicht erledigt werden konnte, wird mit nach Hause genommen. Arbeit und Erholungszeit verschmelzen. Schwierig für all jene, die nur schwer eine Grenze ziehen können. Sie laufen Gefahr, sich ständig unter Druck zu fühlen. Das wiederum verursacht Stress. Und dann, so die BAuA, „kann es zu negativen Folgen kommen“. Konkret: Schmerzen in Nacken, Kreuz und Rücken, Nervosität, Niedergeschlagenheit – und schlechtem Schlaf.

Wie kann ich gesünder arbeiten?

„Die Digitalisierung der Arbeit muss im Einklang mit den Bedürfnissen des Menschen erfolgen“, betont Dr. Felix Hoderlein, bei der LBBW als Leitender Betriebsarzt unter anderem für das Gesundheitsmanagement der Mitarbeiter verantwortlich. Sein Rat: Jeder sollte einen Ausgleich zum Berufsalltag haben. Beispielsweise durch die Pflege von intakten Beziehungen zu anderen Menschen. „Stabile soziale Kontakte sind wichtig für ein gutes Allgemeinbefinden. Wer permanent arbeitet oder an seine Arbeit denkt, gefährdet diese wichtige Ressource für seine Regeneration.“ Für Ausgleich könnten aber auch Sport, kreative Hobbys, Entspannung etc. sorgen.

Tipps zum gesünderen Arbeiten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

  • Betriebsarzt bei der LBBW: Dr. Felix Hoderlein

    Betriebsarzt bei der LBBW: Dr. Felix Hoderlein

    Dr. Hoderlein berät Mitarbeiter der LBBW zu allen Fragen der Gesundheit und bietet diverse Seminare zur Gesundheitsvorsorge an. Als Facharzt für Innere, Arbeits- sowie Allgemeinmedizin mit Zusatzqualifikation Naturheilverfahren bringt er ein breites Fachwissen mit.

  • Gesunder Schlaf: Berufliches und Privates trennen

    Tipps für mehr Wohlbefinden

    Versuchen Sie Berufliches und Privates voneinander zu trennen.

  • Gesunder Arbeitsplatz: Auf Ergonomie und Ausgleich achten

    Tipps für einen gesunden Arbeitsplatz

    Richten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch ein – das gilt auch für den heimischen Schreibtisch. Legen Sie bei langen Arbeitsphasen immer wieder Bewegungspausen ein.

  • Gesunder Arbeitsplatz: Die passende Hardware finden

    Weitere Tipps für einen gesunden Arbeitsplatz

    Nicht jedes Device eignet sich für jede Aufgabe: Probieren Sie unterschiedliche Gerätetypen und Screen-Größen für sich aus.

Besser schlafen

Naturgemäß regenerieren wir uns im Schlaf. „Wer zu wenig oder unregelmäßig schläft, leidet oft an Nervosität oder Konzentrationsschwäche“, sagt Dr. Hoderlein. Deshalb informiert die LBBW ihre Mitarbeiter regelmäßig über gesundheitsrelevante Themen, bietet interne Workshops und Vortragsveranstaltungen an.

Die wichtigsten Tipps zum gesunden Schlafen nennt Dr. Felix Hoderlein:

  • Tipps zum gesunden Schlafen: Den Feierabend vorbereiten und abschalten

    Tipps zum gesunden Schlafen

    Bereiten Sie den Feierabend entsprechend vor und schalten Sie in Ihrer Freizeit einfach ab, bspw. bei einer sportlichen Aktivität.

  • Tipps zum gesunden Schlafen: Gut schlafen dank Routine und Dunkelheit

    Weitere Tipps zum gesunden Schlafen

    Feste Rituale und Dunkelheit können beim Einschlafen helfen. Vermeiden Sie außerdem den Griff zum Handy unmittelbar vor dem Zubettgehen.

  • Tipps zum gesunden Schlafen: Ausreichend schlafen ohne Störung

    Noch mehr Tipps für gesunden Schlaf

    Versuchen Sie Geräuschquellen und elektronische Geräte aus dem Schlafzimmer zu entfernen. Auch eine kühle Raumtemperatur (knapp unter 20 Grad) ist für gesunden Schlaf zuträglich.

Gemeinsam Verantwortung für gesundes Arbeiten übernehmen

Gesundes Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung ist immer auch Teamwork, betont Dr. Hoderlein: Arbeitgeber und Führungskräfte müssen ihre Anforderungen entsprechend anpassen, formulieren und absprechen sowie den Arbeitsplatz entsprechend ausstatten. Gleichzeitig muss der Arbeitnehmer achtsam mit sich selbst umgehen – auch im Homeoffice. Mehr Informationen zum gesunden Arbeiten erhalten Sie im kostenlos downloadbaren Bericht der BAuA „Orts- und zeitflexibles Arbeiten: Ges.

In eigener Sache: Die Gesundheitsangebote der LBBW für Mitarbeiter

Eine gute betriebsmedizinische Versorgung der Mitarbeiter hat bei der LBBW lange Tradition. Neben dem Betriebsärztlichen Dienst bietet die LBBW ihren Mitarbeitern diverse Seminare und Workshops rund um Gesundheitsvorsorge. Hierzu zählen unter anderem „Fitness in der Mittagspause“ oder „Jogging im Park“, Entspannungskurse, Seminare zur Rauchentwöhnung oder Informationsveranstaltungen zu gesunder Ernährung. Bereits zum fünften Mal wurde das Betriebliche Gesundheitsmanagement der LBBW 2016 mit dem „Corporate Health Award – Exzellenz-Status“ ausgezeichnet. Der bundesweit durchgeführte Unternehmensvergleich bestätigt, dass „das Unternehmen ein herausragendes Betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert hat, das zu den besten deutschlandweit zählt“.