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VAUDE Außenbereich

Freie Hand dank Konsortialkredit

Die LBBW macht’s möglich: Ein Konsortialkredit erlaubt Outdoor-Pionier Vaude flexibles, komfortables Agieren – und finanziert Forschungen gegen giftige Stoffe.

Muss das sein, brauchen wir das wirklich? Erwin Gutensohn reagierte skeptisch auf den Vorschlag, Finanzierungen bei Vaude künftig als Konsortialkredit zu stemmen. Als CFO des Outdoor-Herstellers bevorzugt Gutensohn schlanke und elegante Lösungen, und danach sah das Konstrukt nicht aus, „schon wegen des Aufwands und der Kosten“.

Die Skepsis ist heute komplett verflogen. „Ich bin sehr, sehr zufrieden“, sagt Gutensohn. Seit die Unterschriften unter den Konsortialkredit gesetzt wurden, agiert Vaude deutlich flexibler. Der Finanzvorstand hat freie Hand für Investitionen und muss sich nicht um jeden einzelnen Betriebsmittelkredit für die nächsten paar Wochen kümmern. Erfreut stellt Gutensohn fest: „Mit dem Konsortialkredit läuft es wesentlich komfortabler.“

Der Konsortialkredit ist eine richtig gute Sache.

Erwin Gutensohn, CFO Vaude

Was auch daran liegt, dass der Konsortialkredit auf die Anforderungen von Vaude zugeschnitten ist. „Wir haben alles reingepackt – genau so, wie wir es brauchen“, sagt Gutensohn. Dieses Eingehen auf spezifische Wünsche und Anforderungen hielten nicht alle Banken für nötig, die Gutensohn seinerzeit anschrieb. „Die LBBW hat sich deutlich mehr Gedanken gemacht, etwa die Kombination mit dem Förderkredit der KfW.“

  • VAUDE nachhaltige Outdoor-Produkte

Einfach mal die KFW einbinden

Die KfW kam ins Spiel, weil Vaude sich als nachhaltigster Outdoor-Hersteller Europas positioniert. Das Familienunternehmen beschäftigt in Tettnang und im vietnamesischen Bim Som rund 1700 Mitarbeiter, zählt jedoch mit einem Umsatz von 100 Mio. Euro (2017) zu den kleineren Playern auf dem Outdoor-Markt. Umso bewusster positioniert sich Vaude im Premiumsegment: als Pionier, der Nachhaltigkeit wirklich lebt.

Deshalb verabschiedet sich Vaude von Perfluorcarbonen – einer wasserabweisenden Beschichtung, die in Zelten, Regenjacken, Wanderschuhen und vielen anderen Outdoor-Produkten steckt. Das Problem mit Perfluorcarbonen, kurz PFC: Sie sind giftig und lassen sich nicht abbauen; stattdessen sammeln sie sich im menschlichen Körper an. Mangels Alternativen zu PFC ignorierten andere Hersteller das Problem, nicht so Vaude. „Angesichts der gravierenden Umweltauswirkungen, die PFC verursacht, kam für uns nur ein kompletter Verzicht in Frage“, sagt Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz. Und das bedeutet: selbst Alternativen erforschen – finanziert von der KfW.

Förderkredit erhöht die Eigenkapitalquote

„Wir wussten, dass wir Pionierarbeit leisten beim Verzicht auf PFC“, sagt Gutensohn. „Woran wir nicht gedacht hatten: dass diese Pionierarbeit gefördert wird.“ Die LBBW hatte daran gedacht – und ging sogar noch einen Schritt weiter: Das Nachrangdarlehen der KfW ist so ausgestaltet, dass es die Eigenkapitalquote von Vaude erhöht. Das sorgt für ein besseres Rating und verbessert die Bilanzkennzahlen. Win-win-win sozusagen. Dafür nahm Vaude die Bürokratie des Förderantrags gern in Kauf – zumal das meiste an die LBBW delegiert wurde. Gutensohn: „Da sitzt ein guter KfW-Betreuer, der uns das meiste an Paperwork abnehmen konnte.“

Dass sie mit dem Einbinden der KfW nicht nur sinnvolle Forschungen unterstützen, sondern auch die Eigenkapitalquote stärken, darauf sind sie durchaus stolz bei der LBBW. „Das war ganzheitliches Financial Engineering, durchdacht auf Vaude zugeschnitten“, sagt Daniel Bosch, Director Corporate Loans bei LBBW Corporate Finance. „Wir sind dabei so weit wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse von Vaude eingegangen, haben diese verstanden und bankfähige Lösungen gesucht und gefunden.“

Es war nicht die einzige Herausforderung für die Bank. Da das Vaude-Geschäft mit den Schwerpunkten Mountain Sports, Bike Sports und Packs ’n’ Bags stark saisonal ausgerichtet ist, waren (sonst übliche) vierteljährliche Covenants mäßig zielführend. Auch hier wurde eine für beide Seiten komfortable Variante gefunden: ein vierteljährliches Testing mit Covenants, die zu Vaude passen.

Konsortialkredit läuft „geräuschlos“

Bei Konsortialkrediten arbeiten mehrere Banken zusammen, das heißt, die LBBW musste andere Finanzinstitute überzeugen, sich zu beteiligen. Das gestaltete sich beim für Vaude geschnürten Paket, das eben nicht von der Stange war, etwas aufwendiger als sonst. Der Erfolg war umso überzeugender: Letztlich wollten sich mehr Finanzinstitute beteiligen als nötig. Das Vertragswerk war einfach überzeugend ausgearbeitet. Der Lohn: „Der Konsortialkredit läuft seit vier Jahren“, sagt LBBW-Experte Bosch, „und das ausgesprochen geräuschlos.“

Diese vier Jahre hat Vaude genutzt, um sich von den Perfluorcarbonen zu verabschieden, auch wenn das aufwendiger war als gedacht. Mehr als 300 Stoffe wurden bislang in Labor- und Praxistests erprobt, die meisten jedoch verworfen. Denn die Alternativen sollen das Wasser mindestens ebenso gut abhalten wie PFC. „Das erwarten unsere Kunden von einer Regenjacke, egal wie umweltfreundlich sie produziert wird“, sagt Geschäftsführerin Antje von Dewitz. Seit 2018 sind sämtliche Bekleidungsstoffe zu 100 Prozent PFC-frei, und bereits 2020 sollen alle Vaude-Produkte komplett PFC-frei sein.

Auf die Idee, auf den Konsortialkredit zu verzichten, kommt bei Vaude hingegen niemand mehr. Finanzvorstand Gutensohn ist längst überzeugt, dass sich der Aufwand gelohnt hat: „Am Ende war es – und ist es bis heute – eine richtig gute Sache.“

Alles über Konsortialkredite erfahren Sie in unserem Dossier: Konsortialkredite.

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