Frau an ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice

Stressfalle mobiles Arbeiten? Tipps für die Gesundheit

Räumliche und zeitliche Mobilität gehört in vielen Berufen zum Alltag – nicht erst seit Corona. Wie Beschäftigte dabei gesund und produktiv bleiben.

Die Bergarbeiterdevise „Schicht im Schacht!“ trennte früher Berufliches klar von Privatem. In Zeiten der Digitalisierung verschwimmen diese Grenzen immer mehr. Verstärkt durch die Corona-Pandemie arbeiten weit mehr Beschäftigte in den heimischen Wänden als jemals zuvor. Bei allen Vorteilen birgt dies auch Gefahren: Manch mobil Arbeitender kennt ihn dabei gar nicht mehr – den klassischen Feierabend. Denn dank Notebook, Tablet und Smartphone sind viele Beschäftigte zu jeder Zeit erreichbar, im Homeoffice, in der Bahn, zu Hause auf dem Sofa, manchmal sogar im Urlaub. Eine Abgrenzung von Privat- und Berufsleben wird immer schwieriger. Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen, besonders für die eigene Gesundheit. Daher gilt: Auch flexibles Arbeiten und Homeoffice sollten gut organisiert sein.

Homeoffice in Deutschland

Die Homeoffice-Quote steigt seit Jahren.

Die Infografik zeigt: Mobiles Arbeiten setzt sich immer stärker durch. Der klassische Büroarbeitsplatz sowie die Präsenzkultur verlieren an Bedeutung. In der Corona-Krise ist die Homeoffice-Quote sogar noch mal sprunghaft angestiegen. Im Mai 2020 arbeitete jeder zweite Berufstätige zumindest teilweise remote.

Digitalisierung: Vorteile der flexiblen Arbeitsmodelle

Durch mobiles Arbeiten lassen sich Beruf und Privatleben besser miteinander vereinbaren. Wer regelmäßig zu Hause arbeitet, spart sich zum Beispiel den Arbeitsweg. Und tut damit auch seiner Gesundheit etwas Gutes. Denn wer mindestens eine Stunde pro Strecke zu seiner Arbeitsstelle unterwegs ist, hat laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein doppelt so hohes Risiko für einen schlechteren Allgemeinzustand. Auch generelle Stressbelastungen und depressive Verstimmungen sind bei dieser Gruppe häufiger festzustellen als bei Menschen, die deutlich schneller an ihrem Arbeitsplatz sind.

Ein weiterer Vorteil flexibler Arbeitsmodelle ist die flexiblere Arbeitszeitgestaltung: Sie vereinfacht es Arbeitnehmern, private Termine wahrzunehmen oder Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Zudem erlauben es flexible Zeiten, die eigene Leistung an die persönliche Tagesform anzupassen – und sich so mal etwas mehr zu schonen oder Tage voll auszunutzen, an denen man besonders produktiv ist.

Gesundheitliche Risiken der ständigen Erreichbarkeit

Diese Flexibilität hat aber auch eine Kehrseite: Was während der Präsenzzeiten im Büro nicht erledigt werden konnte, wird mit nach Hause genommen. Dort fällt es vielen schwerer, einen Schlussstrich zu ziehen, Feierabend zu machen und die Arbeit konsequent ruhen zu lassen. Denn die Aufgaben liegen nicht mehr unerreichbar im Büro, sondern können rund um die Uhr erledigt werden. Arbeits- und Erholungszeit verschmelzen. Wer hier nur schwer eine Grenze ziehen kann, läuft Gefahr, sich ständig unter Druck zu fühlen. Das wiederum verursacht Stress. Und dann, so die BAuA, „kann es zu negativen Folgen kommen“. Konkret: Verspannungen in Nacken, Kreuz und Rücken, Nervosität, Niedergeschlagenheit – und schlechter Schlaf.

Wie kann ich gesünder arbeiten?

„Die Digitalisierung der Arbeit muss im Einklang mit den Bedürfnissen des Menschen erfolgen“, betont Dr. Felix Hoderlein, bei der LBBW als leitender Betriebsarzt unter anderem für das Gesundheitsmanagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Sein Rat: Jeder sollte einen Ausgleich zum Berufsalltag haben. Beispielsweise Sport, kreative Hobbys, Entspannungsübungen und als Basis die Pflege von intakten Beziehungen zu anderen Menschen. „Stabile soziale Kontakte sind wichtig für ein gutes Allgemeinbefinden. Wer permanent arbeitet oder an seine Arbeit denkt, gefährdet diese wichtige Ressource für seine Regeneration.“ Für das Arbeiten zu Hause empfiehlt Hoderlein eine ebenso klare Abgrenzung zwischen Arbeits- und privaten Zeiten – beispielsweise durch entsprechende Markierungen im Kalender oder durch konsequentes Umleiten von Anrufen auf den Anrufbeantworter.

LBBW-Betriebsarzt Dr. Felix Hoderlein

Betriebsarzt bei der LBBW: Dr. Felix Hoderlein

Dr. Felix Hoderlein und sein Abteilungsteam beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LBBW zu allen Fragen der Gesundheit und bieten diverse Seminare zur Gesundheitsvorsorge an. Als Facharzt für Innere, Arbeits- sowie Allgemeinmedizin mit Zusatzqualifikation Naturheilverfahren bringt er ein breites Fachwissen mit.

Tipps zum gesünderen Arbeiten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Egal, ob Sie ganz geregelt im Homeoffice oder nur vorübergehend mobil arbeiten – mit diesen Tipps von Dr. Felix Hoderlein können Sie Ihr Arbeiten besser organisieren und Ihren Heimarbeitsplatz optimieren.

Tipps für die Regeneration: besser schlafen

Naturgemäß regenerieren wir uns im Schlaf. „Wer zu wenig oder unregelmäßig schläft, leidet oft an Nervosität oder Konzentrationsschwäche“, sagt Hoderlein. Dies sind seine wichtigsten Tipps für gesunden Schlaf:

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1. Feierabend vorbereiten und abschalten

Tipp 1: Am Ende des Arbeitstages innerlich zur Ruhe kommen.

Tipp 2: Offene To-dos auf einer Liste für den nächsten Tag notieren.

Tipp 3: Freizeit genießen und mit Sport, Hobbys oder einem guten Buch abschalten.

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2. Erholsam schlafen

Tipp 1: Sich mit einer Abendroutine auf die Nachtruhe einstellen, wie dem Genuss einer Tasse Tee oder 20 Minuten lesen.

Tipp 2: Schlafzimmer vollständig abdunkeln. Das hilft beim Einschlafen.

Tipp 3: Kurz vor dem Einschlafen Smartphone oder Fernseher meiden. Das bläuliche Licht aktiviert das Gehirn.

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3. Ungestört schlafen

Tipp 1: Ruheoase Schlafzimmer: ohne tickende Uhren, geräuscharm und ohne Smartphone.

Tipp 2: Temperatur: kühle Räume unterstützen den Schlaf – aber ohne zu frieren!

Tipp 3: Biologische Uhr: je nach Alter und Geschlecht zwischen 4,5 und 12 Stunden schlafen – meist reichen 8 Stunden.

Gemeinsam Verantwortung für gesundes Arbeiten übernehmen

Gesundes Arbeiten in Zeiten der Digitalisierung ist immer auch Teamwork, betont Felix Hoderlein: Arbeitgeber und Beschäftigte müssen ihre Anforderungen entsprechend anpassen, formulieren und absprechen sowie den Arbeitsplatz adäquat ausstatten. Gleichzeitig muss der Arbeitnehmer achtsam mit sich selbst umgehen – auch im Homeoffice. Mehr Informationen zum gesunden Arbeiten erhalten Sie kostenlos im downloadbaren Bericht der BAuA „Orts- und zeitflexibles Arbeiten: Ges.

In eigener Sache: die Gesundheitsangebote der LBBW für Mitarbeiter

Ein exzellentes betriebliches Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiter hat bei der LBBW lange Tradition. Neben dem betriebsärztlichen Dienst und dem Sozialreferat bietet die LBBW ihren Mitarbeitern diverse Seminare und Workshops rund um Gesundheitsvorsorge. Hierzu zählen unter anderem „Fitness in der Mittagspause“ oder „Jogging im Park“, Entspannungs- und Achtsamkeitskurse, Seminare zur Rauchentwöhnung oder Informationsveranstaltungen zu gesunder Ernährung. Mitarbeiter der LBBW können die Angebote zum Großteil auch digital wahrnehmen ohne physische Präsenz. Bereits zum sechsten Mal wurde das betriebliche Gesundheitsmanagement der LBBW 2019 mit dem „Corporate Health Award – Exzellenz-Status“ ausgezeichnet. Der bundesweit durchgeführte Unternehmensvergleich bestätigt, dass „das Unternehmen ein herausragendes betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert hat, das zu den besten deutschlandweit zählt“.

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