LBBW

28.02.2019

LBBW steigert Ergebnis auf 558 Millionen Euro

Nach erfreulicher Geschäftsentwicklung in 2018 plant LBBW Ausschüttung von 250 Millionen Euro.

  • Konzernergebnis vor Steuern in schwierigem Umfeld um 8,4 Prozent erhöht
  • Deutliches Wachstum des Kundengeschäfts, insbesondere bei Finanzierungen für Unternehmen und Immobilien, unter Beibehaltung der konservativen Risikopolitik
  • Turnaround geschafft: Privatkundengeschäft wieder in den schwarzen Zahlen
  • Harte Kernkapitalquote bei sehr soliden 15,1 Prozent
  • Cost-Income-Ratio trotz anhaltend hoher IT-Investitionen deutlich auf 72,8 Prozent gesunken
  • Für Gesamtjahr 2019 Vorsteuerergebnis in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe erwartet

Getragen von einem deutlichen Ausbau des Kundengeschäfts und einem Rückgang der Kosten hat die LBBW auf Basis vorläufiger Zahlen im Jahr 2018 ihren Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 558 Millionen Euro verbessert. „Die LBBW hat sich im Jahr 2018 erfreulich entwickelt und ein gutes Ergebnis erzielt“, sagte der LBBW-Vorstandsvorsitzende Rainer Neske. „Wir werden der Hauptversammlung eine Ausschüttung an die Träger in Höhe von 250 Millionen Euro vorschlagen.“

Die hohe Kostendisziplin führte zu einer auf 72,8 Prozent verbesserten Cost-Income-Ratio. Das starke Geschäftswachstum unter Beibehaltung der konservativen Risikopolitik schlug sich in einem Anstieg der Risikoaktiva auf 80 Milliarden Euro nieder. Die Kapitalausstattung der LBBW ist dennoch weiterhin sehr komfortabel und übertrifft die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen deutlich. Die harte Kernkapitalquote zum 31.12.2018 betrug 15,1 Prozent unter vollständiger Umsetzung der CRD/CRR IV (31.12.2017: 15,7 Prozent). Die Gesamtkapitalquote lag bei 21,9 Prozent (31.12.2017: 22,2 Prozent). Auch der jüngste Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht bestätigte die solide Kapitalbasis, die LBBW erzielte hier das beste Ergebnis unter den deutschen Geschäftsbanken.

Als Kompass dienten im vergangenen Jahr weiterhin die vier strategischen Stoßrichtungen Geschäftsfokus, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Agilität. Den Fortschritt in der Stoßrichtung Geschäftsfokus zeigt beispielsweise der Ausbau des Finanzierungsvolumens bei mittelständischen und großen Unternehmenskunden um insgesamt 10 Prozent auf 49 Milliarden Euro. Meilensteine der Digitalisierung markierten der erfolgreiche Start der Finanzierungsplattform Debtvision, der Beitritt zum digitalen Trade Finance-Netzwerk Marco Polo auf Basis der Blockchain-Technologie oder die Einführung mobiler Bezahlverfahren im Privatkundengeschäft in enger Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Gruppe. Im Bereich Nachhaltigkeit leistete die LBBW mit dem ersten CBI-zertifizierten grünen Hypothekenpfandbrief Pionierarbeit. Außerdem stieg das unter Nachhaltigkeitskriterien verwaltete Kundenvermögen um rund 5 Prozent auf rund 21 Milliarden Euro. Nicht zuletzt trieb die LBBW den Wandel zu einer agileren Unternehmenskultur beispielsweise mit dem Einsatz entsprechender Projektmethoden, der Einsetzung von Agilitätsmanagern und umfassenden Bildungsmaßnahmen weiter voran.

Die Ergebniszahlen im Überblick

Das Zinsergebnis lag mit 1.558 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau (1.587 Millionen Euro). Der Ausbau des Finanzierungs-volumens wirkte hier den Belastungen aus Niedrigzins und Margendruck infolge intensiven Wettbewerbs entgegen. Das Provisionsergebnis sank aufgrund rückläufiger Vermittlungs- und Finanzierungsprovisionen leicht auf 513 Millionen Euro (31.12.2017: 534 Millionen Euro). Das Bewertungs- und Veräußerungsergebnis reduzierte sich auf 222 Millionen Euro (31.12.2017: 289 Millionen Euro). Wesentliche Ursachen dafür waren niedrigere Erlöse aus Wertpapier- und Beteiligungsverkäufen und eine höhere Risikovorsorge aus Krediten, mit der sich die LBBW beispielsweise für Risiken aus volkswirtschaftlichen, politischen oder konjunkturellen Entwicklungen rüstet. Mit 142 Millionen Euro liegt die Risikovorsorge aber aufgrund des gesunden Kreditportfolios – der Anteil der leistungsgestörten Kredite (NPL-Quote) lag 2018 bei 0,6 Prozent – weiter unter dem langjährigen Mittel.

Obwohl die Bank weiterhin in die Modernisierung ihrer technischen Plattform investierte, konnte sie die Verwaltungsaufwendungen im vergangenen Jahr durch strikte Kostendisziplin um 51 Millionen Euro auf 1.773 Millionen Euro zurückführen. Deutlich gestiegen ist der Posten Bankenabgabe und Einlagensicherung. Aufgrund von Anpassungen der Bemessungsgrundlage für die Bankenabgabe wurden hier insgesamt 89 Millionen Euro fällig und damit 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Nachdem die letzten Altlasten aus der Finanzkrise mit dem Verkauf des Sealink-Portfolios Ende 2017 beseitigt worden waren, fiel 2018 keine Garantieprovision mehr an. Der rückläufige Bedarf an Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen führte zu einem Restrukturierungsergebnis von minus 12 Millionen Euro nach minus 41 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Konzernergebnis vor Steuern im Jahr 2018 stieg um 43 Millionen Euro auf 558 Millionen Euro. Nachdem im Vorjahr die Steuerquote durch den erstmaligen Ansatz aktiver latenter Steuern bei der Niederlassung New York positiv beeinflusst worden war, fiel für das abgelaufene Jahr wieder ein höherer Ertragssteueraufwand in Höhe von 139 Millionen Euro (2017: 97 Millionen Euro) an. Folglich betrug das Konzernergebnis nach Steuern 420 Millionen Euro (2017: 419 Millionen Euro).

Die operativen Segmente im Überblick

Alle vier Kundensegmente trugen im abgelaufenen Jahr zum positiven Konzernergebnis bei. Als verlässliche Stütze bewährte sich das Segment Unternehmenskunden, das in 2018 ein Vorsteuerergebnis von 296 Millionen Euro erwirtschaftete und damit trotz rückläufiger Margen und anhaltend niedriger Zinsen ebenso viel verdiente wie im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Anstieg des Finanzierungsvolumens im Geschäft mit mittelständischen und großen Unternehmen um 10 Prozent auf 49 Milliarden Euro. Gute Fortschritte erzielte die Bank beispielsweise beim Wachstum in den neuen Fokusbranchen Versorger/Energie, Pharma/Gesundheitswesen und Technologie/Medien/Telekommunikation. Überdies konnte die LBBW ihre Marktführerschaft bei Schuldscheindarlehen ausbauen und ihre starke Position im Konsortialkreditgeschäft untermauern.

Das Segment Immobilien/Projektfinanzierungen verzeichnete 2018 nach einem erfreulichen Geschäftsverlauf ein Vorsteuerergebnis von 235 Millionen Euro. Damit wurde jedoch das von positiven Einmaleffekten geprägte Vorjahresergebnis in Höhe 268 Millionen Euro nicht ganz erreicht. Besonders rege zeigte sich das Neugeschäft in der Gewerblichen Immobilienfinanzierung, dessen Volumen um 2,3 Milliarden Euro beziehungsweise 40 Prozent über Vorjahr lag. Auch der Ausbau des Geschäfts mit Projektfinanzierungen befindet sich auf einem guten Weg. Einen besonders hohen Stellenwert nehmen hier die Erneuerbaren Energien ein.

Das Kapitalmarktgeschäft war im abgelaufenen Jahr von einem schwierigen Marktumfeld geprägt. Die starke Ausweitung der Credit Spreads in Folge der wachsenden Verunsicherung an den Finanzmärkten belasteten das Segment erheblich. Zudem fielen die Erträge aus Wertpapierverkäufen geringer aus. Dies führte zu einem Vorsteuerergebnis von 46 Millionen Euro nach 219 Millionen Euro im Jahr zuvor. Gut entwickelt haben sich dagegen das Zertifikategeschäft, vor allem durch die gute Vertriebspartnerschaft mit den Sparkassen, und die LBBW Asset Management, die das für ihre Kunden verwaltete Vermögen um mehr als 2 Milliarden Euro auf rund 72 Milliarden Euro steigerte. Im Primärmarktgeschäft verteidigte die LBBW ihre Spitzenposition bei Euro Covered Bonds als Federführer von mehr als 60 Benchmarkemissionen.

Das Segment Private Kunden/Sparkassen erzielte im Jahr 2018 ein Vorsteuerergebnis von 25 Millionen Euro und kehrte damit klar in die Gewinnzone zurück (Vorjahr: minus 38 Millionen Euro). Der Turnaround im Privatkundengeschäft gelang zum einen aufgrund einer erheblichen Verbesserung in den Kostenstrukturen insbesondere mit Blick auf die IT. Zum anderen verlief das Kundengeschäft trotz des schwierigen Umfelds solide. Die Kundeneinlagen stiegen um rund 3 Milliarden Euro auf 28 Milliarden Euro. Ein erfolgreiches Wachstumsfeld ist die deutschlandweite Betreuung vermögender Privatkunden, hier legte die BW-Bank im abgelaufenen Jahr sowohl auf der Finanzierungs- wie auch auf der Einlagenseite weiter zu. Außerdem wurde im Sommer das neue Geschäftsfeld „Geschäftskunden und freie Berufe“ etabliert und die Betreuung für diese Kundengruppe in Stuttgart intensiviert.

Die sehr intensive Zusammenarbeit mit den Sparkassen zeigte sich unter anderem im Förderkreditgeschäft: Das abgewickelte Neugeschäftsvolumen bewegte im Jahr 2018 mit 4 Milliarden Euro erneut auf sehr hohem Niveau, ein großer Anteil davon entfiel auf Förderkredite für ökologische Zwecke. Darüber hinaus integrierte die BW-Bank Anwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe in ihr Online- und Mobile Banking, darunter das Echtzeitüberweisung-Angebot Kwitt sowie Instant Payment.

Ausblick

Für das Jahr 2019 rechnet die LBBW mit einem Konzernergebnis vor Steuern in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags.

Vorläufige Geschäftszahlen des LBBW-Konzerns zum 31.12.2018

  1.1.-31.12.2018 in Mio. € 1.1.-31.12.2017* in Mio. € Veränderung in Mio. € Veränderung in Prozent
Zinsergebnis 1.558 1.587 -28 -1,8
Provisionsergebnis 513 534 -21 -3,9
Bewertungs- und Veräußerungsergebnis 222 289 -68 -23,4
davon Risikovorsorge für Kredite und Wertpapiere** -142 -93 -49 53,5
Sonstiges betriebliches Ergebnis 140 101 39 38,1
Nettoergebnis (nach Risikovorsorge) 2.433 2.511 -78 -3,1
Verwaltungsaufwendungen -1.773 -1.824 51 -2,8
Bankenabgabe und Einlagensicherung -89 -69 -20 28,8
Garantieprovision Land Baden-Württemberg 0 -61 61 -100,0
Restrukturierungsergebnis -12 -41 28 -69,9
Konzernergebnis vor Steuern 558 515 43 8,4
Ertragsteuern -139 -97 -42 43,4
Konzernergebnis 420 419 1 0,3

Differenzen ergeben sich durch Rundungen. Den Prozentangaben liegen die genauen Werte zugrunde.

* Die auf IAS 39 basierenden Vorjahreszahlen wurden ohne fachliche Anpassung in die Struktur des IFRS 9 Schemas überführt.

** Bezieht sich auf die Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte“.

 

  31.12.2018 in Mrd. € 31.12.2017 in Mrd. € Veränderung in Mrd. € Veränderung in %
Bilanzsumme 241 238 4 1,5
Risikoaktiva 80 76 5 6,1

 

  31.12.2018 in Prozent 31.12.2017 in Prozent
Harte Kernkapitalquote (CRR/CRD IV „fully loaded“) 15,1 15,7

Gesamtkapitalquote (CRR/CRD IV „fully loaded“)
21,9 22,2

 

  1.1 - 31.12.2018 in Prozent 1.1 - 31.12.2017 in Prozent*
Eigenkapitalrentabilität (ROE) 4,3 4,0
Cost Income Ratio (CIR) 72,8 76,4

* Nach Berücksichtigung von geänderten Berechnungen aufgrund IFRS 9-Anpassungen.

 

  31.12.2018 31.12.2017 Veränderung absolut Veränderung in Prozent
Mitarbeiter 10.017 10.326 -309 -3,0

Browser Benachrichtigungen

Bitte wählen Sie die gewünschten Themen aus

Es wurde kein Thema ausgewählt