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Working-Capital-Management: schneller an sein Geld kommen

Wie Unternehmen schneller an ihr Geld kommen

Beim Working Capital schöpfen Unternehmen ihre Möglichkeiten selten voll aus. Dabei liefert es einen Schlüssel zu mehr Liquidität und weniger Risiko.

Working-Capital-Management ist bei Unternehmen in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund gerückt. Die bislang noch gute Konjunktur und die niedrigen Zinsen sorgen auch so für genügend Liquidität. Kühlt sich die Konjunktur ab, kann sich das wieder schnell ändern.

Außerdem ist es ärgerlich, wenn ausstehende Forderungen und säumige Zahler die Kreditlinien belasten. Oder wenn man bei eigenen Verbindlichkeiten auf die mühsam ausgehandelten Skonti verzichten muss.

Ärger über säumige Zahler

Das ist den Unternehmen durchaus bewusst. Im November 2018 befragte das Marktforschungsinstitut YouGov mehr als 500 Unternehmer und Manager nach den größten Herausforderungen beim Thema Liquidität. Das Ergebnis:

  • 26 Prozent monierten schlechtes Zahlungsverhalten
  • 26 Prozent brauchten Liquidität für unvorhergesehene Investitionen
  • 20 Prozent litten unter Zahlungsausfällen
  • 14 Prozent brauchten Liquidität, um ihr Wachstum voranzutreiben
  • 13 Prozent ärgerten sich über ihr unzureichendes Forderungsmanagement
  • 10 Prozent hatten nicht einmal ein Forderungs- bzw. Working-Capital-Management

Es gibt also einiges zu tun.

Das Working Capital ergibt sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dieser Wert sollte auf jeden Fall positiv sein. Sonst droht eine Liquiditätsklemme. Umgekehrt gilt, je größer das Working Capital, umso mehr finanzieller Spielraum bleibt dem Unternehmen.

Professionelles Working-Capital-Management setzt daher auch auf Finanzierungsinstrumente wie Factoring oder Verbriefungen – insbesondere als Asset Backed Commercial Papers (ABCP) .

Das Ziel ist bei beiden das gleiche: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkaufen und damit schnell zu Geld machen. Dadurch steht die Liquidität deutlich schneller und gesicherter zur Verfügung, als wenn man auf den üblichen Zahlungseingang warten muss.

Factoring ergänzt den Finanzierungsmix

Beim Factoring veräußern Unternehmen ihre Forderungen aus Dienstleistungen oder Warenlieferungen fortlaufend an einen Dritten, den Factor. Dieser zahlt den Forderungsbetrag sofort aus und übernimmt zudem das Ausfallrisiko bei Zahlungsunfähigkeit der Kunden. Der Factor managt auch sämtliche Verwaltungsaufgaben, die mit den Forderungen einhergehen. Er übernimmt die Buchführung, das Mahnwesen und das Inkasso.

„Immer mehr Mittelständler erkennen, dass sie durch Factoring schneller an ihr Geld kommen“, sagt Marius Leeb, Vertriebsleiter der LBBW-Tochter Südfactoring. „Das wird umso wichtiger, je stockender die Konjunktur läuft.“ Zumal beim Factoring die Gefahr des Forderungsausfalls und auf Wunsch auch die Debitorenbuchhaltung auf den Factoring-Partner verlagert wird.

ABCP: Forderungsmanagement für Fortgeschrittene

Für größere Mittelständler und Konzerne bieten sich Verbriefungen an. Das Konzept ist einfach: Forderungen werden an eine Gesellschaft verkauft. Diese gibt Wertpapiere in Höhe der Forderungen aus und refinanziert sich so am Kapitalmarkt. Die Liquidität steht damit schnell zur Verfügung. Bis auf einen kleinen Selbstbehalt ist der Unternehmer zudem auch hier das Ausfallrisiko los. Für das Working-Capital-Management bieten sich insbesondere Asset Backed Commercial Papers als kurzfristige Schuldverschreibungen an.

„Die Verbriefung von Forderungen über unser ABCP-Programm Weinberg ist eine ideale Ergänzung im Finanzierungsmix“, sagt Sascha Chevalier, Head of Securitization Trade Receivables bei der LBBW. „Das gilt vor allem in stürmischen Zeiten, weil es die Kreditlinie schont und sich das Programm atmend ausgestalten lässt.“ Steigt der Forderungsbestand, steigt auch das Finanzierungsvolumen und umgekehrt.

Leichter, als es aussieht

Mögen Factoring und ABCP auf den ersten Blick vielleicht kompliziert erscheinen: Mit einer erfahrenen Bank im Rücken bleibt es für den Kunden trotzdem schlank und einfach. Die Experten der LBBW analysieren überdies, welches Finanzierungsinstrument am besten zum Kunden passt. Das hängt unter anderem vom Volumen ab (siehe Grafik):

  • LBBW Studenmodell

Das Comeback des Working-Capital-Managements

Ob Factoring, Verbriefungen wie ABCPs oder auch nur ein konsequentes Mahnwesen: Konsequentes Working-Capital-Management lohnt sich nach Ansicht von LBBW Research für alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Ausgangslage, aus mindestens drei Gründen:

1. Wachstum finanzieren. Bei wachsenden Unternehmen steigen mit den Umsätzen meist zugleich die Forderungsbestände. Hier zu optimieren, ermöglicht weiteres Wachstum.

2. Bonität verbessern: Eine bessere Bilanzstruktur kann das Rating verbessern. Es werden wichtige Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote erhöht und der Verschuldungsgrad gesenkt.

3. Finanzielle Schieflage vermeiden: Working-Capital-Management setzt gebundene Liquidität frei, schafft dadurch Freiräume und mindert das Risiko eines Engpasses.

  • LBBW Factoring

Zwischenzeitlich wächst denn auch das Bewusstsein wieder, dass ein strukturiertes Forderungs- und Working-Capital-Management unverzichtbar ist. Auch das zeigt die YouGov-Umfrage vom November 2018: 37 Prozent der befragten Unternehmer und Manager gaben an, ihr Working Capital zu gering zu halten. Jeder Dritte prüft bei größeren Investitionen liquiditätsschonende Finanzierungsinstrumente wie Factoring oder ABCP.

Im Prinzip ganz einfach, sein Working Capital zu optimieren. Die Faustformel:
Debitorenlaufzeit < Kreditorenlaufzeit

Das heißt: Unternehmen sollten Geld von Kunden schneller einsammeln, als selbst Rechnungen zu begleichen. Falls das misslingt, wächst die Gefahr von Liquiditätsengpässen.

  • LBBW Forderungsausfall

Neben Forderungsverkäufen haben Unternehmen noch eine Reihe weiterer Ansätze, um das Working Capital zu optimieren. Diese drei Tipps helfen dabei:

  • Bonität von Kunden prüfen. Das gilt für Neukunden generell und für Bestandskunden bei Warnsignalen wie einem unangekündigten Wechsel der Bankverbindung, plötzlichen Schwankungen im Auftragsvolumen oder beim ungewohnten Ausreizen von Zahlungszielen.
  • Rechnungen möglichst früh stellen. Bei größeren Aufträgen möglichst Teilleistungen abrechnen. Ist das nicht möglich, sind regelmäßige Abschlagzahlungen eine Alternative.
  • Stringenter Mahnprozess. Als effektiv hat sich eine schriftliche Mahnung nach etwa zehn Tagen mit telefonischem Nachfassen erwiesen. Nach weiteren zehn Tagen folgt, wenn notwendig, die zweite Mahnung. Sollte die nicht bezahlt werden: überlegen, ein Inkasso-Unternehmen einzuschalten

Auswertungen zeigen: Was nach der zweiten Mahnung nicht gezahlt wird, wird auch nach der dritten Mahnung nicht gezahlt. Zu diesem Zeitpunkt kann es sinnvoll sein, ein Inkasso-Unternehmen als „Third Party“ einzuschalten, um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen.

Wenn Sie Ihre Liquidität rechtzeitig verbessern möchten, wenden Sie sich für ein erstes Gespräch gerne an unsere Experten. Ihr Ansprechpartner für ABCPs oder generell Verbriefungen ist Sascha Chevalier, Ihr Ansprechpartner für Factoring ist Marius Leeb.

Sascha Chevalier Leiter Securitization Trade Receivables

Sascha Chevalier

Sascha Chevalier ist Head of Trade Receivables Securitization der LBBW und berät große Mittelständler und Konzerne seit rund 20 Jahren bei komplexen Fragestellungen zum Thema Working Capital Management.

Leiter Securitization Trade Receivables
Tel.: +49 711 127-49722
sascha.chevalier@lbbw.de

Marius Leeb Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH

Marius Leeb

Marius Leeb ist Head of Sales und Executive Director des Vertriebs der LBBW-Tochter Südfactoring GmbH. Der Finanzexperte ist zudem seit 2010 als Fachdozent für das Thema Working Capital Management an Hochschulen tätig.

Leiter Vertrieb SüdFactoring GmbH
Tel.: +49 711 127-78953
marius.leeb@suedfactoring.de

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