27.03.2026

Freiburg baut vor

Wohnbau-Booster: 2020 hat der Freiburger Gemeinderat das Programm „FSB 2030“ beschlossen.

Altstadt von Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland
Altstadt von Freiburg, Baden-Württemberg, Deutschland

BW Quarterly Ausgabe Q2/2026

  • Von: Sabrina Kremer, Senior Sustainability Analyst

Wohnbau-Booster nicht nur auf dem Papier

2020 hat der Freiburger Gemeinderat das Programm „FSB 2030“ beschlossen. Das Ziel: 2.500 neue Wohnungen bis 2030. Die Freiburger Stadtbau (FSB) erhielt dafür 5 Mio. EUR Kapital, zusätzlich übertrug ihr die Stadt Grundstücke im Wert von 17 Mio. EUR. Das vorgesehene Investitionsvolumen liegt bei rund 750 Mio. EUR. Das Programm adressiert drei Probleme, die vielerorts zu finden sind: Mangel an bezahlbarem Wohnraum, mangelnde soziale Mischung und Fachkräftemangel.

Durchmischte Quartiere und günstiger Wohnraum

Im Mittelpunkt steht deshalb nicht nur die reine Zahl neuer Wohnungen, sondern ein durchdachtes Quartierskonzept. Die neuen Wohngebiete sollen unterschiedliche Wohnformen miteinander verbinden: Sozialwohnungen, frei finanzierte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Angebote für Mitarbeitende von Unternehmen. Geplant ist ein Verhältnis von 75 % Mietwohnungen zu 25 % Eigentumswohnungen. Dadurch entstehen keine einseitigen Wohnsiedlungen, sondern gemischte Quartiere, in denen Menschen mit unterschiedlichen Einkommen und Lebenssituationen zusammenleben können. Die Quartiere sind mit Arztpraxen, Kindergärten, Spielplätzen oder Gemeinschaftsräumen ausgestattet und schaffen Orte der Begegnung.

Standortvorteil Corporate Living

Besonders spannend ist der Ansatz des sogenannten „Corporate Living“. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich an den Projekten zu beteiligen, um ihren Mitarbeitenden Wohnungen zur Verfügung stellen zu können. Gerade in Städten, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist, kann das ein wichtiger Standortvorteil sein. Für Unternehmen wird es leichter, Fachkräfte zu gewinnen oder zu halten, wenn sie nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch eine konkrete Wohnperspektive bieten können. Für Beschäftigte wiederum kann das den Start an einem neuen Standort deutlich erleichtern.

Soziale Ziele mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit verbinden

Die Strategie überzeugt, weil sie mehrere Interessen miteinander verbindet: Die Stadt schafft dringend benötigten Wohnraum, die Freiburger Stadtbau kann verschiedene Finanzierungsbausteine kombinieren, Unternehmen sind mit in der Verantwortung, und Bürgerinnen und Bürger profitieren von neuen, sozial durchmischten Quartieren. Gerade diese Mischung macht das Programm interessant. Es geht nicht ausschließlich um geförderten Wohnungsbau, aber auch nicht um reine Marktprojekte. Vielmehr entsteht ein Modell, das soziale Ziele mit wirtschaftlicher Umsetzbarkeit verbindet.

Mitgedacht: Nachhaltigkeit, Energie und Mobilität

Die Umsetzung ist bereits sichtbar. Verschiedene Projekte befinden sich im Bau oder in der Planung, etwa in neuen Quartieren und durch Nachverdichtung bestehender Flächen. Dabei spielen neben der Wohnungszahl auch Themen wie Klimaschutz, moderne Mobilität und Energieversorgung eine wichtige Rolle. Das Programm ist also nicht nur ein Bauprogramm, sondern auch ein stadtentwicklungspolitisches Projekt.

„FSB 2030“ zeigt unter dem Motto „Mehr Wohnen. Faire Mieten. Für Freiburg.“ einen pragmatischen und zukunftsorientierten Weg auf, um sowohl dem Wohnungsmangel als auch gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Das Programm kann zur Blaupause für andere Städte werden, die vergleichbare strukturelle Probleme lösen müssen.

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Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand
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