25.06.2026

Aktienindex Baden-Württemberg

BWAX performt deutlich schlechter als der DAX.

Bullenstatuen vor der Frankfurter Börse
Bullenstatuen vor der Frankfurter Börse

BW Quarterly Ausgabe Q2/2026

  • Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalys
  • Von: Hans-Jakob Frey, Research Associate

20 Aktiengesellschaften aus Baden-Württemberg

Von den 160 börsennotierten Unternehmen im DAX, MDAX und SDAX stammten zum 31. Mai 2026 insgesamt 20 Gesellschaften aus Baden-Württemberg. Seit unserer Ausgabe für das erste Quartal gab es eine Veränderung: Mit Init stieg am 23. März 2026 ein weiteres baden-württembergisches Unternehmen in den SDAX auf und qualifizierte sich damit auch für den BWAX. TeamViewer ist zwar vom MDAX in den SDAX abgestiegen, bleibt als Bestandteil der Auswahlindizes jedoch weiterhin im BWAX vertreten. Insgesamt entfallen rund 14,3 % der Marktkapitalisierung der drei großen deutschen Aktienindizes auf baden-württembergische Gesellschaften. Gegenüber unserer letzten Ausgabe entspricht das einem leichten Rückgang und bedeutet einen neuen Tiefpunkt seit Einführung des BWAX im Juni 2023.

BWAX und DAX im Jahr 2026

Nach dem schwachen Jahresauftakt standen die Aktienmärkte auch im jüngsten Berichtszeitraum unter Druck. Gründe dafür waren unter anderem der aus der Eskalation im Nahen Osten resultierende Energiepreisschock, enttäuschende Konjunkturdaten und die im internationalen Vergleich geringe Ausrichtung auf den boomenden KI-Sektor. Im Berichtszeitraum von Anfang März bis Ende Mai verlor der DAX zwar rund 2,9 %, notiert seit Jahresanfang jedoch nahezu unverändert. Hingegen gab der BWAX in den drei Frühjahrsmonaten 6 % nach und büßte damit seit Jahresbeginn 17,7 % ein. Damit entwickelte sich der baden-württembergische Aktienindex erneut schwächer als der deutsche Leitindex. Maßgeblich verantwortlich dafür war die Entwicklung der Indexschwergewichte, allen voran SAP. Die Aktie des Software-Konzerns verlor im Berichtszeitraum weitere 8,3 % und summierte ihren Kursverlust seit Jahresbeginn damit auf rund 25 %. Da ihr Indexgewicht bei mehr als 54 % liegt, belastet sie den BWAX erheblich. Ohne SAP hätte der BWAX im betrachteten Zeitraum lediglich rund 3,2 % eingebüßt und damit deutlich näher an der Entwicklung des DAX gelegen (siehe Abb. 5).

Abb. 5: BWAX und DAX vom 01.01.2026 bis 31.05.2026

Quelle: LSEG, LBBW Research

Zwischen März und Mai legten GFT Technologies, TeamViewer und Init (siehe Abb. 6) im BWAX am stärksten zu. Bei GFT (+40,5 %) ließ die anhaltend hohe Nachfrage nach Digitalisierungs- und KI-Lösungen Auftragseingänge und Profitabilität stark steigen. TeamViewer (+26,7 %) setzten nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Jahre ihre Erholung fort. Hilfreich waren dabei Fortschritte bei KI-gestützten Anwendungen, die zunehmende Bedeutung der Plattform TeamViewer ONE sowie eine robuste Entwicklung des Enterprise-Geschäfts. Die Aktie des IT-Dienstleisters für den öffentlichen Nahverkehr Init (+16,4 %) profitierte von langfristigen Großprojekten sowie dem weiteren Ausbau des Cloud- und Service-Geschäfts. Mit einem Kursplus von 30,8 % auf Zwölfmonatssicht zählt das Unternehmen zu den erfolgreichsten Titeln im BWAX.

Abb. 6: Tops und Flops aus dem BWAX

Performance (in %) 01.03.2026 bis 31.05.2026

Quelle: LSEG, LBBW Research

Performance (in %) 31.05.2025 bis 31.05.2026

Quelle: LSEG, LBBW Research

Performance (in %) 31.05.2021 bis 31.05.2026

Quelle: LSEG, LBBW Research

Die schwächste Entwicklung im BWAX verzeichnete im Quartal Bilfinger (-26,5 %). Nach der außergewöhnlich starken Kursentwicklung der vergangenen Jahre belasteten nun ein schwächerer Auftragseingang sowie eine zurückhaltendere Investitionstätigkeit die Aktie. Trotz der jüngsten Korrektur zählt der Industriedienstleister mit Kurszuwächsen von 163 % auf Drei- und 229 % auf Fünfjahressicht weiterhin zu den erfolgreichsten Titeln im BWAX. Ebenfalls deutlich unter Druck standen Sto Vz. (-18,5 %) und Dürr (-13,2 %). Während Sto weiterhin unter der schwachen europäischen Baukonjunktur litt, belasteten Dürr rückläufige Auftragseingänge und die verhaltene Investitionsbereitschaft wichtiger Industriekunden. Mercedes-Benz Group (-11,1 %) gaben trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalszahlen nach. Die Unsicherheiten im internationalen Handelsumfeld sowie der hohe Wettbewerbsdruck in China überwogen.

BWAX und DAX im Fünfjahresvergleich

Auf Fünfjahressicht wird die besondere Rolle von SAP für die Entwicklung des BWAX deutlich. Während die starke Kursentwicklung des Software-Konzerns den Index bis Mitte vergangenen Jahres beflügelte, wirkt der zuletzt schwache Verlauf zunehmend belastend (siehe Abb. 7).

Abb. 7: BWAX und DAX 01.01.2021 bis 31.05.2026

Quelle: LSEG, LBBW Research

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