LBBW

25.02.2019

Der Wirtschaft bläst der Wind ins Gesicht

Pressemitteilung

Nach jahrelanger Boomphase bläst der Wirtschaft in Baden- Württemberg in diesem Jahr der Wind ins Gesicht. Die Konjunktur kühle sich im Südwesten parallel zum gesamtdeutschen Trend ab, begründen die Volkswirte des LBBW Research ihre Wachstumsprognose für das laufende und kommende Jahr. 2019 soll das reale Bruttoinlandsprodukt in Baden-Württemberg noch um 1,8 Prozent wachsen.

Damit wäre das Ländle zwar gleichauf mit Bayern wachstumsstärkstes Bundesland, bislang hatten die Analysten jedoch für Baden-Württemberg mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts in 2019 um 2,1 Prozent gerechnet. Für 2020 erwarten die Analysten gar ein Plus von nur noch 0,7 Prozent. Dem gegenüber sagen sie für die Bundesrepublik 2019 und 2020 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,4 und 0,9 Prozent voraus.

Ein ganzes Bündel von Gründen hat bereits im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass das Konjunkturbarometer fällt. „Ein chaotischer Brexit rückt mit großen Schritten näher, und trotz zweistelliger Einbußen bei den Exporten ist Großbritannien weiterhin einer der drei wichtigsten Handelspartner für Baden-Württemberg“, sagt LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Nach Einschätzung des LBBW Research wäre von den Einzelbranchen wegen der Bedeutung des britischen Marktes vor allem der dominierende Automobilsektor von einem ungeordneten Brexit betroffen. Autohersteller und -zulieferer kämpfen bereits mit den Folgen des neuen aufwändigen PKWPrüfverfahrens WLTP und dem Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor. Die Chemie- und Pharmabranche wäre von einem ungeregelten Brexit ähnlich betroffen. Sie könnte durch ihre ausgeprägten Lieferketten stärker in Mitleidenschaft gezogen werden, befürchtet das LBBW Research. Zur Dauerbelastung für die gesamte heimische Wirtschaft sind daneben die schwelenden Handelskonflikte mit den USA geworden, dem wichtigsten Exportland für die baden-württembergischen Unternehmen. Im Gegensatz zum Vorjahr kann dabei die Binnennachfrage voraussichtlich weniger ausgleichend als im Vorjahr wirken, befürchten die Analysten.

Industrie baut Dienstleistungsangebote aus

Als Lichtblick sieht das LBBW Research die in Baden-Württemberg bereits weit fortgeschrittene sogenannte Tertiarisierung der Industrie – also den Ausbau des Angebots an Dienstleistungen durch Industrieunternehmen. Digitale Dienstleistungen spielen eine immer wichtigere Rolle für die Umsatzgenerierung der Industrie, beobachten die Experten der Landesbank. Aus diesem Grund sei es besonders wichtig, dass das Land in Sachen Breitband-Ausbau noch nachlege, damit der Mittelstand verstärkt Cloud-Dienste und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz nutzen kann. Der „Konjunkturmonitor Baden-Württemberg“ des LBBW Research fasst regelmäßig die wesentlichen Konjunkturdaten des Landes übersichtlich zusammen, untersucht die Ursachen und prognostiziert die künftige Entwicklung.

Die aktuelle Ausgabe finden Sie unter:

www.lbbw.de/kmbw

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