30.03.2026

Immobilien: Viel Potenzial für den Klimaschutz

EU verschärft Energievorgaben für Bestandsgebäude. Ab 2030 sind nur noch Neubauten ohne bilanzielle CO₂-Emissionen zulässig.

Neues Einfamilienhaus mit Gerüst
Neues Einfamilienhaus mit Gerüst

In den Mitgliedsländern der EU gibt es zahlreiche Förderprogramme für die energetische Sanierung von Bestandsbauten und für energieeffiziente Neubauten. Grund für die Förderung ist, dass der Gebäudesektor einer der größten Verursacher von Treibhausgasemissionen ist. Auf Immobilienentfallen rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der EU. Deshalb gelten energetische Sanierungen und das klimaneutrale Bauen als wichtige Hebel im Rahmen des EU-Klimapakets „Fit for 55“. Im Fokus stehen Häuser, die besonders viel Energie verbrauchen.

Klimaschutz fängt zu Hause an

Wichtigstes Instrument für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor ist die 2024 verabschiedete EU-Gebäudeenergierichtlinie (Energy Performance of Buildings Directive, EBPD). Sie verlangt, dass der durchschnittliche Primärenergieverbrauch bestehender Wohngebäude bis 2030 um 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent gegenüber 2020 sinkt. Diese Vorgabe gilt für den jeweiligen nationalen Durchschnittsbedarf, nicht für einzelne Immobilien. Bei Nichtwohngebäuden – also etwa Bürogebäude, öffentliche Einrichtungen oder Fabriken – verlangt die EU, bis 2030 die energetisch ineffizientesten 16 Prozent des Bestandes zu sanieren. Dies betrifft ungefähr sechs Millionen Gebäude. Darüber hinaus untersagt die EBPD in allen Gebäudetypen ab 2040 das Heizen mit fossilen Brennstoffen.

6 Millionen

Nichtwohngebäude müssen in der EU bis 2030 auf einen höheren Energiestandard gebracht werden

Die Klimaziele haben laut Alexandra Schadow, Leiterin Cross Asset Research bei der LBBW, auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise: „Die auf EU-Ebene gesteckten Klimaschutzziele führen dazu, dass energetische Eigenschaften eines Hauses wie die Wärmedämmung oder die Heizung den Preis eines Hauses immer stärker bestimmen. Sie sind ein Grund dafür, dass es bei der Preisbestimmung von Immobilien zunehmend auf das konkrete Objekt ankommt.“

Emissionshandel als zweites Instrument für Klimaschutz im Gebäudesektor

Zweites zentrales Instrument zur Minderung der CO2-Emissionen von Gebäuden ist ein neues Emissionshandelssystem, das die EU 2028 für diesen Sektor sowie für den Verkehr einführen will. Es ergänzt den bestehenden CO2-Zertifikatehandel für Industrie und Energieerzeuger. Das neue Handelssystem verpflichtet die Händler von Erdgas und Heizöl sowie von Benzin und Diesel, für die Emissionen der Brenn- und Kraftstoffe CO2-Zertifikate zu erwerben. Diese Kosten geben sie an die Verbraucher weiter. Die zur Verfügung stehende Menge sinkt von Jahr zu Jahr. Gehen die Emissionen nicht in gleichem Maße zurück, steigt der Zertifikatspreis. Damit bekommen Hausbesitzer einen Anreiz, ihre Immobilie energetisch zu sanieren oder auf eine Erneuerbare-Energien-Heizung umzusteigen.

Die auf EU-Ebene gesteckten Klimaschutzziele führen dazu, dass energetische Eigenschaften den Preis eines Hauses immer stärker bestimmen

Alexandra Schadow, Leiterin Cross Asset Research bei der LBBW

Wie Deutschland die EU-Vorgaben umsetzt

Die Bundesregierung setzt die EU-Gebäudeenergierichtlinie schrittweise in nationales Recht um. Wichtigstes Instrument ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das demnächst umfassend novelliert werden und einen neuen Namen bekommen soll. Die aktuell gültige Fassung sieht vor, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Vorgabe will die schwarz-rote Koalition durch neue Regeln ersetzen. Darüber hinaus definiert das GEG Grenzwerte für den Energiebedarf von Gebäuden, die beim Neubau oder bei energetischen Sanierungen eingehalten werden müssen.

Offen ist derzeit noch, wie Deutschland sicherstellen will, dass der Gebäudebestand langfristig klimaneutral wird. Die Bundesregierung hat den von der EU bis Ende 2025 verlangten Nationalen Sanierungsfahrplan samt Zwischenzielen für 2030 und 2040 noch nicht vorgelegt.

Ein Mann steht auf einem Felsvorsprung und betrachtet ein Windrad

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