30.03.2026
Klimaziele verlangen mehr Ehrgeiz bei der Minderung von Emissionen
Das Klimaziel von Paris wird wohl verfehlt: Ohne zusätzliche Maßnahmen lässt sich die Erderhitzung nicht auf 1,5 Grad begrenzen.
Die Europäische Union hat sich schon früh dem Klimaschutz verschreiben: Bereits im Rahmen des 1997 verabschiedeten Kyoto-Protokolls hat sich die EU zu einer deutlichen Senkung der sechs wichtigsten Treibhausgase verpflichtet. Das Protokoll gilt als weltweit erster völkerrechtlich verbindlicher Vertrag zur Eindämmung des Klimawandels. Die EU (damals noch mit 15 Mitgliedern) hatte seinerzeit zugesagt, die Emissionen zwischen 2008 und 2012 um 8 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre ist unverzichtbar
Die 2015 abgehaltene Konferenz von Paris gilt als weiterer Meilenstein für den globalen Klimaschutz: Die 195 Teilnehmerstaaten beschlossen damals völkerrechtlich verbindlich, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Auf den folgenden Klimagipfeln haben die Staaten konkretisiert, wie das Klimaziel erreicht werden soll. Dabei zeigte sich die Weltgemeinschaft allerdings in vielen Fragen uneinig, so dass die Teilnehmer häufig nur Minimalkompromisse verabschiedet konnten. Die jüngsten geopolitischen Verwerfungen erschweren die gemeinsamen Anstrengungen für mehr Klimaschutz zusätzlich.
Klimaschutz fängt zu Hause an
Heute ist sich die Wissenschaft weitestgehend einig, dass mit den derzeitigen und konkret geplanten Maßnahmen das Ziel von Paris nicht mehr zu erreichen ist. Der CO₂-Ausstoß weltweit belief sich 2025 auf rund 38 Milliarden Tonnen. Die Emissionen sind in den letzten Jahren jeweils um 0,5 bis 1 Prozent gestiegen. China, die USA, Indien und Russland gehören zu den stärksten Verursachern; Deutschland liegt im internationalen Ländervergleich auf Rang neun. Als größte Emissionsverursacher gelten die Bereiche Energieerzeugung, Industrie und Verkehr.
Hoffnung liegt jedoch auf den Technologien zur Entnahme von CO₂ aus der Atmosphäre, die derzeit entwickelt oder gar bereits erprobt werden. Dazu können auch Ökosysteme wie Wälder oder Moore beitragen, sofern sie das entnommene Treibhausgas dauerhaft speichern. Diese „Negativ-Emissionen“ könnten helfen, die Erderhitzung nach 2050 wieder unter die 1,5-Grad-Schwelle zu bringen.
Der Weltklimarat IPCC warnt allerdings davor, sich zu sehr auf dieses Instrument zu verlassen:
Je länger sich die Senkung der CO₂ Emissionen in Richtung Null verzögert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, das 1,5-Grad-Ziel zu überschreiten – und desto stärker ist die Abhängigkeit von Netto Negativemissionen nach der Mitte des Jahrhunderts, um die Erwärmung auf 1,5 Grad zurückzuführen.
Die Initiative Fit for 55 will durch gezielte Maßnahmen wie die Ausweitung des Emissionshandels und strengere Grenzwerte den Weg zur Klimaneutralität bereiten.
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