30.03.2026

Ist Deutschland bei „Fit for 55“ auf Kurs?

Deutschland sieht sich gerne als Vorreiter beim Klimaschutz. Aber wie sieht es konkret in den einzelnen Bereichen aus? Ein Überblick.

Klima Geld Umwelt Lupe
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„Fit for 55“: Wie Deutschland bei der Umsetzung vorankommt

Das „Fit-for-55“-Paket der EU ist Richtschnur der deutschen Klimapolitik: Es setzt den Rahmen für die nationalen Ziele, Strategien und Maßnahmen. Hier finden Sie in der Kompaktübersicht alles Wesentliche über die Beschlusslage in Deutschland und den Stand des Diskurses zur Klimapolitik der Bundesregierung.

Emissionen

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Schätzungen des Umweltbundesamtes besagen, dass das nationale Klimaziel mit den derzeitigen Maßnahmen verfehlt wird
  • Die Energiewirtschaft ist beim Klimaschutz auf Kurs, im Gebäude- und vor allem im Verkehrssektor gibt es dagegen große Defizite
  • In der Industrie sind die CO₂-Emissionen zuletzt deutlich zurückgegangen – allerdings vor allem bedingt durch die schwache Konjunktur

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Senkung der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent bis 2030 (Vergleichswert 1990)
  • Die verbindlichen Klimaziele für die einzelnen Sektoren (Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft) wurden 2025 durch Orientierungswerte ersetzt
  • CO₂-Bepreisung von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas. Der Preis ist 2026 durch einen Korridor von 55 bis 65 Euro pro emittierte Tonne begrenzt

Reform des Emissionshandels

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Forderungen nach einem Engagement Deutschland für eine Flexibilisierung des CO₂-Emissionshandels der EU, Ziel ist die Entlastung der Industrie
  • Ursprünglich geplante direkte Rückzahlung der Einnahmen aus dem nationalen sowie dem EU-Emissionshandel an die Bürger („Klimageld“) findet derzeit keine breite Unterstützung

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Nationaler Emissionshandel für Gebäude und Verkehr eingerichtet, Brenn- und Kraftstoffe werden damit teurer
  • Der nationale Zertifikatehandel wird 2028 in ein vergleichbares europäisches System überführt
  • Deutscher Anteil der Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel sowie Erlöse aus dem nationalen Handelssystem fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds

Emissionshandel für Gebäude und Verkehr

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Die CO₂-Bepreisung von Benzin, Diesel, Erdgas und Heizöl stößt auf Kritik, weil Haushalte und andere Verbraucher damit zusätzlich belastet werden
  • Diskutierte Beibehaltung des Preisdeckels in 2027 würde sich dämpfend auf die Heiz- und Kraftstoffkosten auswirken, aber den Anreiz zur Investition in klimaschonende Technologien mindern
  • Forderungen nach Entlastung von Haushalten mit geringem Einkommen

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Nationaler Emissionshandel für Gebäude und Verkehr eingerichtet, der Preis liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro pro emittierte Tonne Kohlendioxid
  • Das nationale Handelssystem wird 2028 in ein vergleichbares europäisches System überführt
  • Die Einnahmen fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF), aus dem etwa die Förderprogramme für energetische Sanierungen oder Elektromobilität finanziert werden

Landwirtschaft

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Landwirte benötigen mehr Anreize für eine klimaschonende Bewirtschaftung ihrer Flächen
  • Düngeverordnung muss nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes umfassend reformiert werden
  • Erzeugung von Biogas wird attraktiver, weil die Bundesregierung das Heizen mit biogenen Energieträgern gesetzlich aufwerten will
  • Dialogforen sollen Akzeptanz von Maßnahmen bei der Bewirtschaftung von Moorböden schaffen
  • Potenzial der Doppelnutzung von Flächen durch Landwirtschaft und Solarstrom-Erzeugung („Agri-Photovoltaik“) bei weitem noch nicht ausgeschöpft

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Deutschland hat sich gegenüber der EU verpflichtet, die CO₂-Emissionen der Landwirtschaft bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2005 zu senken
  • Die Sektorhaftung beim Verfehlen des Klimaschutz-Ziels für die Landwirtschaft ist 2024 abgeschafft worden
  • Wiedereinführung der Entlastung landwirtschaftlicher Betriebe von den Energiesteuern auf Diesel („Agrardieselrückvergütung“) Anfang 2026
  • „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) belohnt Bewirtschaftungsformen, die CO₂ speichern, etwa durch Humusaufbau
  • Förderung der Güllevergärung verhindert Entweichen von Methan in die Atmosphäre

Energie

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Energiewende: Umstieg auf erneuerbare Energien und Optimierung der Energieeffizienz
  • Forderungen nach Kohleausstieg in Ostdeutschland vor dem gesetzlich festgelegten Zieljahr 2038
  • Rolle von Gaskraftwerken im künftigen Energiesystem umstritten
  • Flächendeckender kommunaler Ausbau der Wärmenetze soll vorangetrieben werden
  • Beschleunigung des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft
  • Elektrifizierung als Schlüsselmaßnahme für die Dekarbonisierung von Gebäuden, Verkehr und Industrie
  • Neue internationale Stromnetz-Verbindungen sollen für mehr grenzüberschreitenden Handel sorgen, schafft volkswirtschaftlichen Nutzen und mehr Versorgungssicherheit

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Energiepolitik zielt darauf, Klimaschutz mit Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in Einklang zu bringen („Energiepolitisches Dreieck“)
  • In allen Verbrauchssektoren (Strom, Wärme, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft) werden fossile Energieträger wie Kohle und Gas durch erneuerbare Energien ersetzt
  • Die Sektorhaftung beim Verfehlen des Klimaschutz-Ziels der Energiewirtschaft ist 2024 abgeschafft worden
  • Stromkosten für private und gewerbliche Verbraucher werden durch mehrere Maßnahmen reduziert, etwa durch die Deckelung der Netzentgelte
  • Zur Entlastung der Verbraucher wird die Gasspeicherumlage seit Anfang 2026 durch den Klima- und Transformationsfonds finanziert

Erneuerbare Energien

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • 2025 lag der Anteil erneuerbarer Energieträger am gesamten Energieverbrauch Deutschlands bei rund 24 Prozent. In der Stromerzeugung waren es circa 55 Prozent, bei der Wärme 19 Prozent und im Verkehr 7 Prozent
  • Bis 2030 sollen 80 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden
  • Großteile der Bundesrepublik (Politik, Medien, Gesellschaft) sind für den weiteren Ausbau von erneuerbarer Energie.
  • Die Systemkosten der erneuerbaren Energien sollen sinken, etwa durch eine stärkere räumliche Steuerung des Zubaus
  • Neue Instrumente für die Marktintegration der Wind- und Solarenergie vorgesehen
  • Ausschreibung von gesicherter Leistung – vor allem Gaskraftwerke – geplant, um Dunkelflauten zu überbrücken
  • Betreiber von Speichern benötigen Anreize für netzdienliche Steuerung

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG) regelt seit 2000 in Deutschland die Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen
  • Dadurch deutliche Minderung der Kohlendioxidemissionen im Stromsektor und positive volkswirtschaftliche Effekte
  • EEG sieht vor, bis 2030 insgesamt 115 Gigawatt Windenergieleistung an Land (Ende 2025: 68 Gigawatt), 30 Gigawatt Windenergieleistung auf See (Ende 2025: 10 Gigawatt) und 215 Gigawatt Photovoltaik-Leistung (Ende 2025: 117 Gigawatt) in Betrieb zu haben
  • Eingeschränkte Vergütung für Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen bei negativen Börsenpreisen
  • Schlankere Genehmigungsprozesse für die Windenergie
  • Netzentgeltbefreiung setzt Anreize für den Bau von Großspeichern
  • Mehr Möglichkeiten für die Beteiligung von Kommunen an den Erlösen lokaler Erneuerbare-Energien-Anlagen

Energieeffizienz

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Bis 2030 muss der Primärenergieverbrauch laut dem 2023 verabschiedeten Energieeffizienzgesetz (EnEfG) um fast 40 % sinken (im Vergleich zu 2008) – dies entspricht etwa dem heutigen Verbrauch der Niederlande und Belgien zusammen
  • Deutschland geht damit über die Mindestvorgaben der EU-Energieeffizienz-Richtlinie der EU hinaus. Kritiker sehen darin eine unnötige Schwächung der deutschen Wirtschaft
  • Der Grundsatz „Efficiency First“ ist umstritten, weil die Kosten für weitere Effizienzgewinne mit zunehmendem Effizienzgrad überproportional steigen („abnehmender Grenznutzen“)
  • Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht noch offen

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verschärft die Einsparziele, verpflichtet einen großen Teil der Unternehmen zur Implementierung von Energiemanagementsystemen und begrenzt den Energiebedarf von neuen Rechenzentren
  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht Vorgaben zur Energieeffizienz bei Neubauten und energetischen Sanierungen
  • Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verlangt, dass sich mehr Unternehmen einem Energie-Audit unterziehen

Gase

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Politik, Wirtschaft und Klimaschützer sind sich einig, dass Deutschland den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft beschleunigen muss, um die Klimaziele zu erreichen
  • Grundlage der Wasserstoff-Politik des Bundes ist die Nationale Wasserstoffstrategie, die ein Expertengremium („Nationaler Wasserstoffrat“) erarbeitet hat
  • Weitere Rahmenbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt. So sieht das Gesetz unter anderem vor, dass Elektrolyseure unter bestimmten Bedingungen von den Netzentgelten befreit sind
  • Im Jahr 2045 wird Wasserstoff laut einer Studie der Ariadne-Forschungsgruppe bis zu 35 Prozent des Endenergiebedarfs in Deutschland decken. Eingesetzt wird künftig er vor allem in der Industrie, im Flug- und Schiffsverkehr
  • Die Bundesregierung will für einen begrenzten Zeitraum auch blauen, aus Erdgas erzeugten Wasserstoff als klimaschonend deklarieren. Klimaschützer üben daran Kritik
  • Methan trägt um ein Vielfaches stärker zum Treibhauseffekt bei als Kohlendioxid. Die 2024 verabschiedete EU-Methanverordnung begrenzt daher die Emissionen dieses Gases

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Die 2023 grundlegend überarbeitete „Nationale Wasserstoffstrategie“ soll Deutschland zum Vorreiter bei grünem Wasserstoff machen. So sieht sie vor, bis 2030 mindestens zehn Gigawatt Elektrolyse-Leistung zu installieren
  • Bis 2032 soll ein gut 9.000 Kilometer umfassendes Wasserstoff-Kernnetz entstehen, um industrielle Verbraucher mit dem Energieträger zu versorgen
  • Deutschland wird den überwiegenden Teil seines Wasserstoff-Bedarfs durch Importe decken müssen. Der Bund hat dafür bereits mehrere Rahmenabkommen mit Lieferländern geschlossen
  • Methanschlupf trägt erheblich zur Erderhitzung bei. Deutschland hat daher verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Methan-Emissionen in der Land- und der Abfallwirtschaft zu reduzieren

Mobilität

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Verkehrssektor macht in Deutschland rund 23 Prozent der Treibhausgasemissionen aus
  • Die CO₂-Emissionen im Verkehr stagnieren seit vielen Jahren
  • Die Sektorhaftung beim Verfehlen des Klimaschutz-Ziels für den Verkehr ist 2024 abgeschafft worden
  • Der Verkehr wird 2030 weit mehr CO₂ ausstoßen als für das Erreichen des Klimaziels zulässig
  • Der Umstieg auf elektrische Antriebe im Straßenverkehr kommt nur langsam voran
  • Produktion von nachhaltigen Batteriezellen soll in Deutschland weiter gefördert und ausgebaut werden
  • Deutschland soll ein Innovationsstandort für die Forschung und Entwicklung des autonomen Fahrens werden

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Bund stellt über das 2025 beschlossene Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ erhebliche Mittel für die klimagerechte Modernisierung der Verkehrs-Infrastruktur bereit
  • Stärkung des ÖPNV, etwa über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, mit dem der Bund Kommunen beim Bau von U-Bahnen und Straßenbahnen unterstützt
  • Einführung des Deutschlandticket
  • Bund fördert Anschaffung von Elektro-Bussen
  • Ausbau von innovativen Mobilitätslösungen, wie bspw. Carsharing

Schiene

  • Öffentlicher Personenverkehr und Schienengüterverkehr sollen stärker ausgebaut werden. Im Güterverkehr soll der Anteil der Schiene laut Masterplan Schienenverkehr von heute rund 20 Prozent bis 2030 auf 25 Prozent steigen
  • Die Bahn-Infrastruktur gilt in weiten Teilen als stark sanierungsbedürftig
  • Sanierungskonzept der Bahn mit monatelanger Schließung hochbelasteter Strecken stark in der Kritik
  • Die 2024 gegründete Bahn-Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO soll gemeinwohlorientiert arbeiten
  • Diskussion über strukturelle Trennung von Schienennetz und -betrieb sowie Verstaatlichung der Netz-Infrastruktur
  • Neue Gewerbe- und Industriegebiete sollen nach Möglichkeit verpflichtend eine Schienenanbindung erhalten

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Rund 62 Prozent des Bundesschienennetzes sind in Deutschland heute elektrifiziert
  • Bis 2030 sollen rund 75 Prozent des Schienennetzes elektrifiziert sein
  • Das 2024 novellierte Bundesschienenwegeausbaugesetz legt fest, dass sich der Bund direkt an den Kosten der Instandhaltung der Netz-Infrastruktur beteiligen darf
  • Bund stellt über das Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bis 2030 etwa 30 Milliarden Euro zusätzlich für die Sanierung der Bahn-Infrastruktur bereit Bund und Länder haben Finanzierung des Deutschland-Tickets langfristig gesichert
  • Einnahmen aus der LKW-Maut fließen seit 2024 zu einem großen Teil in die Sanierung der Schienen-Infrastruktur

Schifffahrt

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Reeder klagen über den bürokratischen Aufwand, den die europäische „FuelEU Maritime“-Verordnung verursacht
  • Uneinigkeit über die Rolle von Flüssiggas bei der Dekarbonisierung der Schifffahrt: nötiger Übergangs-Energieträger oder dauerhafte fossile Belastung?
  • Wasserstoffbasierte Energieträger wie Ammoniak sollen die Emissionen des Schiffsverkehrs mittelfristig deutlich reduzieren
  • Kritik an der ab 2030 für große Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe geltende Landstrompflicht in den großen Häfen der EU
  • Reeder sehen Wettbewerbsnachteile durch die 2024 erfolge Aufnahme der Schifffahrt in den EU-Emissionshandel

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Die Schifffahrt wird vor allem auf internationaler Ebene reguliert. Der Spielraum für individuelle nationale Maßnahmen ist deshalb begrenzt
  • Bund fördert über den Klima- und Transformationsfonds (KTF) die klimagerechte Modernisierung von Schiffen und Häfen
  • Bund fördert den Auf- und Ausbau der Landstrom-Versorgung in den Häfen. Landstrom ist zudem seit 2026 von der Stromsteuer befreit
  • Der neue Nationale Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt (NAPS) sieht unter anderem vor, Handelsrouten in der Nord- und Ostsee komplett emissionsfrei zu gestalten

Luftfahrt

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Fluggesellschaften kritisieren das Ende der kostenlosen Zuteilung von CO₂-Zertifikaten im EU-Emissionshandel
  • Produktionskapazitäten für nachhaltige Flugzeug-Treibstoffe (Sustainable Aviation Fuels, kurz SAF) in Deutschland reichen nicht aus, um die EU-Beimischungsquoten zu erfüllen
  • Klimaschützer kritisieren die geplante Absenkung der Luftverkehrssteuer
  • Experten fordern Bepreisung von Stickoxiden und anderen Emissionen, die ebenso wie CO₂ zur Erderhitzung beitragen
  • Langfristig wird die Brennstoffzelle als Technologie der Zukunft für Kurz- und Mittelstreckenflüge betrachtet

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Seit 2026 ist die nationale Quote für wasserstoffbasierte Kraftstoffe in der Luftfahrt abgeschafft. Stattdessen gelten nun allein die Vorgaben der europäischen „ReFuelEU Aviation“-Richtlinie, die auch Kraftstoffe biogenen Ursprungs zulässt
  • Die Bundesregierung senkt die Luftverkehrssteuer zum 1. Juli 2026. Damit will sie Wettbewerbsnachteile für deutsche Flughafen vermeiden
  • Mit dem Luftfahrtforschungsprogramm Klima (LuFo Klima) fördert der Bund Forschungsprojekte zur Emissionsminderung im Luftverkehr, vor allem zu wasserstoffbasierten Antrieben
  • Der Bund fördert den Aufbau von Produktionsanlagen für wasserstoffbasierte Treibstoffe
  • Für die Serienentwicklung besonders effizienter Flugzeugkomponenten stehen zinsgünstige Bundesdarlehen bereit

Straßenverkehr

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • CO₂-Preis im Emissionshandel für Verkehr und Gebäude soll nur moderat steigen, um die Verbraucher nicht zu stark zu belasten. Eine Pro-Kopf-Rückverteilung der Einnahmen aus der CO₂-Bepreisung („Klimageld“) ist derzeit nicht vorgesehen
  • Debatte über strengere ökologische Kriterien beim Dienstwagenprivileg
  • Kritik am Tempo beim Aufbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur
  • Netzentgeltbefreiung für bidirektionales Laden sowie Steuerbefreiung für Elektroautos über 2030 hinaus noch offen
  • Stellenwert von Wasserstoff-LKW für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs ungeklärt
  • Im Gespräch ist zudem eine stärkere Spreizung der Kfz-Steuer, um den Kauf von emissionsarmen Fahrzeugen attraktiver zu machen
  • Widerstand der deutschen Automobil-Industrie gegen Zielvorgaben der EU, etwa das strikte Verbrenner-Aus ab 2035
  • Tempolimit findet laut Umfragen in der Bevölkerung immer mehr Unterstützung

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Das ursprüngliche Ziel von 15 Millionen E-Autos auf den deutschen Straßen bis 2030 hat die Bundesregierung Anfang 2026 gekippt. Experten halten 8 bis 10 Millionen Fahrzeuge für realistisch
  • Die neue Ladeinfrastruktur-Strategie des Bundes zielt vor allem auf den Bau von Schnellladepunkten. Mit kürzeren Ladezeiten sinkt die Zahl der insgesamt benötigten Ladestationen
  • Einkommensgestaffelte Förderung von Elektro- und Plug-In-Hybrid-PKW seit 2026
  • Mehr steuerliche Anreize für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge, etwa eine schnellere Abschreibung von Firmenflotten mit Elektro-Antrieb
  • Mautbefreiung für Elektro-LKWs bis Juni 2031 verlängert
  • Bund hat 2025 den Aufbau eines Hochleistungsladenetzes für LKW ausgeschrieben
  • Neues Förderprogramm für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern
  • Erhöhung der Entfernungspauschale für Pendler

Immobilien

Diskussionsstand innerhalb Deutschlands

  • Die CO₂-Emissionen im Gebäudesektor stagnieren seit einigen Jahren auf hohem Niveau
  • Die Sektorhaftung beim Verfehlen des Klimaschutz-Ziels für Gebäude ist 2024 abgeschafft worden
  • Die Bundesregierung will das Gebäudeenergiegesetz (GEG) grundlegend überarbeiten
  • Die im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährte Förderung für klimafreundliche Heizungen soll bis mindestens 2029 weitergeführt werden
  • Mieterschützer fürchten übermäßige Belastung von Mietern durch die Umlage von Modernisierungskosten etwa bei der Heizung
  • Die Fernwärme soll deutlich ausgebaut und dekarbonisiert werden
  • Rolle von Wasserstoff in der Wärmeversorgung noch ungeklärt
  • Umsetzung der Sanierungspflichten der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht noch offen
  • Smart-Meter-Rollout kommt nur langsam voran

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Das Gebäudeenergiegesetz verlangt in seiner derzeit gültigen Fassung unter anderen, dass neu installierte Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden
  • Der Bund übernimmt beim Einbau einer klimafreundlichen Heizung bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Auch Einzelmaßnahmen wie den Fenstertausch unterstützt der Staat
  • Städte und Gemeinden müssen kommunale Wärmepläne vorlegen, die verbindlich darlegen, wo Verbraucher künftig Fernwärme beziehen können
  • CO₂-Kosten von Erdgas und Heizöl werden seit 2023 von Vermietern und Mietern gemeinsam getragen
  • Bund hat rechtliche Hürden bei der Installation von Photovoltaik-Kleinstanlagen („Balkonsolar“) 2024 abgebaut

Ökosysteme

  • Potenzial der Moore als CO₂-Speicher weitestgehend ungenutzt
  • Widerstände gegen den Bau von Windenergieanlagen, vor allem in Wäldern
  • Solarparks auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen wirken sich meist positiv auf die Biodiversität aus
  • Große Erneuerbare-Energien-Anlagen greifen in Ökosysteme ein – leisten aber dennoch einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, weil sie helfen, den Klimawandel zu begrenzen
  • Beim Waldumbau stehen wirtschaftliche und ökologische Interessen oft im Widerspruch
  • Ausweisung neuer Schutzgebiete regional mitunter umstritten

Beschlusslage innerhalb Deutschlands

  • Klimaschutzgesetz schreibt seit 2021 fest, dass der Sektor „Landnutzung und Forstwirtschaft“ (LULUCF) einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten muss
  • Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) finanziert Vorhaben wie etwa die Wiedervernässung von Mooren oder die Renaturierung von Auen
  • Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) mit Maßnahmen etwa zur Pestizidreduktion oder zur Vernetzung von Biotopen
  • Förderung von Modellprojekten zur Erreichung von Synergieeffekten zwischen Naturschutzzielen und verstärkter Nutzung erneuerbarer Energien
  • Förderung von Modellprojekten zum integrierten Küsten-, Auen- und Hochwasserschutz
Ein Mann steht auf einem Felsvorsprung und betrachtet ein Windrad

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„Fit for 55“ soll die CO₂-Emissionen drastisch senken. Das verlangt Menschen wie Unternehmen einiges ab. In diesem Themenspecial werden wichtige Fragen beantwortet.

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