28.08.2026
Rede von Fed-Chef Warsh in Jackson Hole
Ersteinschätzung zur heutigen Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole.
Fed-Chef Warsh bekundete, dass er sich um die Inflation derzeit mehr Sorgen mache als um den Arbeitsmarkt. Die Lage an der Inflationsfront habe sich zuletzt „nicht maßgeblich verbessert“. Die Notenbank müsse reagieren, falls sich die Teuerung nicht „zügig“ in Richtung 2 % bewege.
Unsere Einschätzung zur heutigen Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole
Der erste Auftritt des neuen Fed-Chef auf der Konferenz in Jackson Hole war im Vorfeld mit hohen Erwartungen beladen worden. Kevin Warsh soll seine Glaubwürdigkeit als Inflationskämpfer verteidigen. Derzeit befindet sich die Fed trotzt deutlich erhöhter Teuerung in einer abwartenden Haltung, was Zweifeln an seiner Entschlossenheit Vorschub gab. In seinen vorbereiteten Äußerungen war Kevin Warsh heute bemüht, diesen Zweifeln entgegenzutreten. Der Fed-Chef ist bereit, an der Zinsschraube zu drehen, falls die Inflationslage sich nicht zügig aufhellt. Er erhöht damit die Spannung vor der nächsten FOMC-Zinssitzung am 15./16. September. Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmaßlich das Zünglein an der Waage. Von Interesse ist nach unserem Dafürhalten vor allem die Kerninflation. Schwächt diese sich nicht ab, dann ist eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel. Die Entscheidung könnte auf Messers Schneide stehen.
Von: Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst im LBBW Research