18.09.2026
Fed erhöht den Leitzins
Die US-Notenbank hat ihr Leitzinsband einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit Juli 2023.
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Konjunktur
Die ZEW-Umfrage für September zeichnet ein leicht verbessertes Bild der deutschen Konjunkturerwartungen. Der Saldo stieg von 34,2 auf 34,7 Punkte, blieb jedoch deutlich unter der Konsensschätzung von 40,0 Punkten. Positiv überraschte die aktuelle Lage: Der Saldo verbesserte sich kräftig von -61,1 auf -47,1 Punkte und fiel damit klar besser aus als erwartet. Bemerkenswert ist die Stimmungsaufhellung trotz hoher Rohölpreise und zunehmender Inflationsrisiken. Für die Geldpolitik ist letzteres von Bedeutung. Sollten sich höhere Energiepreise stärker in den Verbraucherpreisen niederschlagen, dürfte der Spielraum der EZB für eine lockerere Geldpolitik begrenzt bleiben. Anhaltender Preisdruck und stabilere Konjunkturerwartungen könnten die Notenbank vielmehr dazu veranlassen, ihren restriktiven Kurs länger beizubehalten. Die ZEW-Daten sprechen damit für eine Stabilisierung, ohne die Zins- und Inflationsrisiken zu entschärfen.
Die US-Notenbank hat ihr Leitzinsband einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben.
Zinsumfeld
Die US-Notenbank hat ihr Leitzinsband einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. Die aktualisierten Projektionen signalisieren, dass eine Mehrheit der Notenbanker bis Ende 2026 einen weiteren Schritt für angemessen hält. Anschließend dürfte der Leitzins längere Zeit auf erhöhtem Niveau verharren. Damit stellt sich die Fed unter ihrem Vorsitzenden Kevin Warsh erneut gegen die Zinssenkungswünsche von US-Präsident Donald Trump. Die Konfrontation mit dem Weißen Haus war absehbar: Der Nahostkonflikt hat die Inflationsrisiken verschärft, während die August- Daten bei der zugrunde liegenden Teuerung nicht die von der Fed erhofften Fortschritte zeigten. Ein Verzicht auf die Straffung hätte daher die Glaubwürdigkeit der Notenbank gefährdet. Ob bereits im vierten Quartal eine weitere Erhöhung folgt, bleibt offen. Die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus spricht jedoch für zusätzlichen Preisdruck. Auch der „Dot Plot“ weist auf eine weitere, wenn auch moderatere Straffung hin, als sie der US-Zinsmarkt derzeit einpreist.
Aktienmärkte
Ein höherer Ölpreis infolge des temporären Ausfalls der saudischen Ost-West-Pipeline nach einem Drohnenangriff, weiter steigende Anleiherenditen, eine zunehmend restriktive Geldpolitik der Notenbanken sowie Sorgen über eine Abschwächung des Entwicklungstempos bei KI belasteten zuletzt die Aktienkurse. Letzterer Aspekt könnte sich negativ auf das Investitionsvolumen in diesem Segment auswirken, das zuletzt als wichtiges Standbein der globalen Wirtschaft diente. In dieser Gemengelage ist besonders kritisch, dass die Kombination aus hoher US-Bewertung und unzureichender Risikoprämie zu den historisch ungünstigsten Konstellationen zählt. US-Aktien waren allerdings bereits vor drei Jahren teuer. Dennoch legte der S&P 500 seither weiter zu. Historische Daten zeigen jedoch, dass sich ein derart hohes Bewertungsniveau – wenn nicht kurzfristig, so typischerweise doch langfristig – in wieder niedrigeren Kursen entlädt.
Rohstoffe
Eine Normalisierung beim Ölhandel und niedrigere Energiepreise sind die Voraussetzungen dafür, dass Gold erneut in einen Aufwärtstrend einschwenkt. Denn mit sinkenden Preisen an den Energiemärkten und abnehmenden Inflationsraten sollte sich die Stimmung für Gold wie-der verbessern. Rückenwind wäre dann auch durch Zinssenkungen der Notenbanken im kommenden Jahr zu erwarten. Für die Gold-ETCs wäre in diesem Umfeld mit einer zunehmenden Nachfrage zu rechnen. Für steigende Goldpreise sprechen zudem die stabile Nachfrage nach Münzen und Barren, die wenig dynamische Angebotsseite am Goldmarkt, eine wahrscheinliche Abwertung des US-Dollars in den kommenden Monaten, die steigende Goldnachfrage durch Kryptowährungen und nicht zuletzt die wieder zunehmenden Goldkäufe durch die Notenbanken. Allerdings dürfte die bereits chronisch schwache Schmucknachfrage die Dynamik des Goldanstiegs in den kommenden Monaten etwas bremsen. Wir gehen vor diesem Hintergrund davon aus, dass Gold auf dem aktuellen Niveau Potenzial nach oben hat. Für Ende 2027 rechnen wir mit Preisen von 5.200 USD pro Feinunze Gold.
Von: Martin Siegert CMT, Head of Technical Market Research
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