27.02.2026

Der Goldpreis dürfte weiter zulegen

Kapitalmärkte Weekly | Nach der fulminanten Goldpreis- Rally sehen wir weiteres Aufwärtspotenzial und prognostizieren 6.000 USD je Feinunze per Mitte 2027.

Person hält einen Goldbarren
Person hält einen Goldbarren

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Konjunktur

Das ifo-Geschäftsklima zeigt, dass sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen verbessert hat. Der Gesamtindikator stieg im Februar um 1,0 Zähler auf 88,6 Punkte, nach einer Seitwärtsbewegung im Januar. Damit liegt er nur noch um 0,2 Punkte unter dem Zwischenhoch vom August 2025. Zudem legte er im laufenden Monat in allen Wirtschaftsbereichen außer dem Handel zu. Gleichzeitig gingen sowohl der Lageindex als auch die Erwartungen nach oben. Dies gilt auch für den Dienstleistungsbereich und den Bau. Dagegen beurteilten die Handelsunternehmen ihre aktuelle Lage etwas schlechter. Der Ausblick auf die kommenden Monate wurde jedoch geringfügig nach oben korrigiert. Im verarbeitenden Gewerbe war es umgekehrt. Auch die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich erneut aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen stiegen im Februar auf +2,6 Punkte, die jüngsten Unsicherheiten hinsichtlich der US-Zölle sind hier aber noch nicht enthalten.

Zinsumfeld

Ein lang erwartetes Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA hat den nächsten Akt in Donald Trumps Zolldrama eröffnet. Die Washingtoner Richter versetzten der Politik des US-Präsidenten den bis dato deutlichsten Schuss vor den Bug. Der US-Treasury-Markt schüttelte die Aussicht auf zusätzliche Schuldenlasten in Folge des Supreme-Court-Urteils zügig ab. Die Sicherheit von Staatsanleihen war vielmehr beiderseits des Atlantiks tendenziell verstärkt gefragt, ohne dass es indes zu erheblichen Kursausschlägen gekommen wäre. Die Rendite 10-jähriger US-Staatstitel hielt sich knapp oberhalb der 4%-Marke. Am EUR-Staatsanleihemarkt rutschte die 10-jährige Bundrendite erstmals seit Ende November 2025 auf ein Niveau von 2,70 % ab. Mit Blick auf die Notenbanken fällt auf: Donald Trumps jüngste Zollkapriolen haben die Leitzinserwartungen der Finanzmarktteilnehmer weder für die USA noch für den Euroraum spürbar beeinflusst. Die leicht erhöhte Nachfrage nach Sicherheit kam mithin vor allem den langlaufenden Staatstiteln zugute. Die Folge ist jeweils eine graduelle Abflachung der Renditekurve.

Aktienmärkte

Die Quartalszahlen von Nvidia konnten die hohen Erwartungen erneut übertreffen. Die Anleger senkten trotzdem den Daumen. Sie erwarten, dass die Monopolrenditen bei KI-Halbleitern auf Sicht unter Druck kommen, befürchten Überkapazitäten bei KI-Rechenzentren, und wittern für dieses Marktsegment ein ganzes Bündel weiterer Risiken. Während die Kurse der „Big 8“ zuletzt allesamt sanken, setzten die Anleger auf neue Favoritensektoren. Deren Gewicht im S&P 500 wäre allerdings zu klein, um einen Abverkauf der Tech-Giganten zu kompensieren. Wir erwarten daher, dass sich die relative Stärke der heimischen Indizes gegenüber dem S&P 500 weiter fortsetzt. In absoluter Betrachtung dürften die Märkte zunächst jedoch kaum Potenzial besitzen. Nach mehreren Jahren permanent gestiegener Bewertungen dürften die KGVs 2026 wieder sinken und somit das Gewinnwachstum absorbieren. Im kommenden Jahr könnten die Indizes dann wieder vorrücken.

Nach der fulminanten Goldpreis-Rally sehen wir weiteres Aufwärtspotenzial und prognostizieren 6.000 USD je Feinunze per Mitte 2027.

6000 USD

je Feinunze per Mitte 2027

Rohstoffe

Mit fast 5.600 USD hat der Goldpreis Ende Januar ein neues Rekordhoch erreicht. Anschließend erfolgte eine kräftige Korrektur. In der Spitze ging es für das Edelmetall in wenigen Tagen um mehr als 1.000 USD nach unten. Mittlerweile scheint Gold allerdings wieder in den alten Aufwärtstrend eingeschwenkt zu sein. Fundamental wird der Aufschwung u.a. durch die hohe Nachfrage nach Münzen und Barren gestützt, die 2025 um 16 % zulegte. Aber auch die anhaltenden Käufe der ETCs stützen die Hausse. Diese erhöhten ihre Bestände im letzten Jahr um über 480 Tonnen. Daneben sollte Gold durch weitere Zinssenkungen in den USA und einen schwächeren US-Dollar Rückenwind bekommen. Wir erhöhen daher unsere Prognosen. Der Goldpreis dürfte weiter zulegen und Mitte 2027 bei 6.000 USD notieren. Darüber hinaus stiegen auch die Rohstoffindizes weiter an. Der von Bloomberg berechnete Commodity Index, der einen Korb aus 24 Rohstoffen abbildet, markierte jüngst den höchsten Stand seit Februar 2022. Ebenso stieg der vom IW berechnete Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) im Januar den sechsten Monat in Folge auf ein Rekordhoch. Der Silberpreis, der seit Jahresbeginn 24 % zulegte, war der größte Treiber.

Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst

Unser großes Bild in Kürze

Vergleichsdiagramm

Konjunktur

  • Deutschland: BIP-Wachstum dürfte sich 2026 deutlich beschleunigen. Industrie lässt zyklisches Tief hinter sich.
  • Handelskonflikt mit USA impliziert anhaltende Risiken. Staatsausgaben sollen Nachfrage stimulieren.
  • Inflation bei 2 %. Globale Verlangsamung hält Lohndruck und Preissetzungsspielraum der Unternehmen in Schach.

Säulendiagramm

Zinsumfeld

  • Fed: Notenbanker setzen geldpolitischen Lockerungskurs vorsichtig fort, eine weitere Zinssenkung im Jahr 2026 erwartet.
  • EZB: Zinssenkungsphase beendet; Einlagesatz bis mindestens Ende 2026 unverändert bei 2,00 % erwartet.
  • EUR-Langfristzinsen: Auf- und Abwärtsrisiken kurzfristig ausgewogen; auf mittlere Frist Rückkehr in den ansteigenden Trend erwartet.

Diagramm Linie

Aktienmärkte

  • Investitionspakete und Konjunkturhoffnungen stützen Europas Börsen.
  • KI-Hausse droht heißzulaufen, für 2026 sehen wir Rückschlagsgefahren.
  • Optimismus erhält in der Berichtssaison den ersten Dämpfer.

Euro

Devisen

  • Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen dürfte abnehmen.
  • Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.

Öl und Gas

Rohstoffe

  • Rohstoffe weiter im Aufwärtstrend. Bloomberg Commodity Index erreicht höchstes Niveau seit Mitte 2022.
  • Hausse bei Basismetallen dürfte vorerst pausieren. Aufwärtstrend bei Gold bleibt weiter intakt.
  • Politische Spannungen um den Iran lassen Ölpreis steigen. Hoher Angebotsüberschuss dürfte Preise wieder drücken.

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