14.08.2026
US-Arbeitsmarkt enttäuscht
Die Konjunkturstimmung hellt sich weltweit spürbar auf – doch Deutschland bleibt hinter Eurozone, Österreich und den USA zurück.
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Konjunktur
Finanzmarktteilnehmer zeigten sich Anfang August nochmals optimistischer als zuvor. Der sentix-Konjunkturindex stieg für fast alle Regionen und Länder, und das den vierten Monat in Folge. Seinen Einbruch nach dem Beginn des Irankriegs hat er damit weitgehend kompensiert. Mehrheitlich gingen die Erwartungen leicht und die Lagebeurteilungen kräftig nach oben. Für Deutschland verbesserte sich der Indikator ebenfalls und weist damit auf eine konjunkturelle Stabilisierung hin. Die Erwartungen zogen deutlich an und legten im positiven Bereich weiter zu. Die Lageeinschätzung stieg sehr deutlich, sie blieb jedoch weiterhin im negativen Segment. Dies gilt auch für den Gesamtindikator, der zudem auf dem letzten Platz aller Länder und Regionen sowie weit unter der Nulllinie lag. Für das Eurogebiet und Österreich erreichte der sentix-Indikator knapp den positiven Bereich mit kräftigen Anstiegen sowohl der Erwartungen als auch der Lagebeurteilungen.
Zinsumfeld
Die jüngst veröffentlichten US-Makrodaten bildeten in Summe ein Gegengewicht zu den rentennegativen Signalen aus dem Iran. Sowohl der US-Arbeitsmarktbericht als auch die Konsumentenpreisdaten für Juli stützen nach unserem Dafürhalten die Position der geldpolitischen Tauben in den Reihen der US-Notenbank. Die Beschäftigungsentwicklung der vergangenen Monate war eine herbe Enttäuschung. Nicht nur baute die US-Wirtschaft per saldo erstmals seit Februar Stellen ab. Vielmehr revidierten die Statistiker die Vormonatswerte zum zweiten Mal in Folge kräftig nach unten. Der Preisdruck in der US-Wirtschaft hat sich im Juli auf Konsumentenebene zum zweiten Mal in Folge abgeschwächt. Die Headline-Inflation sank zwar weniger stark als im Vormonat, wenngleich die 3,4 % noch deutlich oberhalb des Preisstabilitätsziels liegen. Am EUR-Zinsmarkt hat sich derweil die Erwartung der Marktakteure gefestigt, dass die EZB ihre Leitzinsen bis Frühjahr 2027 mindestens zwei weitere Male nach oben schleusen wird. Dies gilt um so mehr, als die anhaltende Dürre in weiten Teilen Europas die Sorge vor neuerlichem Inflationsdruck sukzessive anschwellen lässt.
Aktienmärkte
In Europa rollt die Hitzewelle – an der Börse ist die Stimmung jedoch eher gelassen als überhitzt: So schüttelten die Anleger die neuerliche Eskalation in Nahost ab. Rohöl verteuerte sich innerhalb weniger Tage von 80 auf fast 90 USD; gleichzeitig markierte der S&P 500 ein neues Allzeithoch. Die positive Tendenz an den Aktienmärkten wird von der Gewinnentwicklung untermauert. Dies bestätigte einmal mehr die Berichtssaison zum zweiten Quartal, die in den USA und Europa besser als erwartet ausfiel. Die Gewinne legten im bisherigen Jahresverlauf sogar stärker zu als die Kurse – kein Zeichen von überschäumendem Optimismus. Derlei positive Impulse aus den Unternehmenszentralen werden nach dem Abschluss der Berichtssaison nun aber seltener. Daher könnte die typische saisonale Schwäche mit etwas Verspätung noch bevorstehen. Langfristige Anleger ficht das nicht an. Sie bleiben investiert und sind: gelassen.
Der Kupferpreis ist zuletzt weiter gestiegen und notiert derzeit 14 % höher als noch zu Jahresbeginn.
Rohstoffe
Als wäre der Kupfermarkt nicht schon angespannt genug, erreichte dieHändler zuletzt eine neue Hiobsbotschaft. Die Demokratische Republik Kongo, hinter Chile der zweitgrößte Bergbauproduzent des Metalls, schränkt ab sofort die Ausfuhren von Kupferkonzentrat ein. Zwar verarbeitet der zentralafrikanische Staat den Großteil seiner Erze im Inland und verschifft vor allem Rohkupfer auf die Weltmärkte, aber ein Teil des Kupfers verließ das Land bisher auch als Konzentrat. Nach dem Wunsch der Regierung sollen die lokalen Minenbetriebe dadurch zu größeren Investitionen und dem rascheren Ausbau nachgelagerter Wertschöpfungsstufen gedrängt werden. Unseren Schätzungen zufolge beläuft sich die vom Exportstopp betroffene Menge auf umgerechnet 100.000 bis 120.000 Tonnen Primärkupfer. Dies entspricht zwar nur rund 0,5 % des globalen Angebots, aber angesichts schon bestehender Knappheit bei Erzen sowie der angespannten Lage im Bergbausektor dürfte jede weitere Einschränkung die Sorgen vor anhaltenden Engpässen nur noch befeuern. Ein Rücklauf der seit Jahresanfang stark gestiegenen Preise (der Dreimonatskontrakt an der LME lag YTD mit zuletzt 14.130 USD rund 14 % im Plus) wird damit immer unwahrscheinlicher.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst
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