25.09.2026

Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex gestiegen

Deutschlands Konjunktur hellt sich auf: ifo-Geschäftsklima steigt auf 89,1 Punkte. Risiken bleiben Geopolitik, Schulden und fehlende Reformen.

Deutschland Wirtschaft Wachstum und Rezession
Deutschland Wirtschaft Wachstum und Rezession

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Konjunktur

Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland ist im September von 88,8 auf 89,1 gestiegen. Die Lageeinschätzung legte von 88,5 auf 89,1 zu, die Erwartungen von 89,0 auf 90,4. Der Anstieg passt in ein Konjunkturbild, welches sich zunehmend aufhellt. Der Auftragsbestand hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt, und das macht sich jetzt auch stärker bei den befragten Unternehmen in der Breite bemerkbar. Zuletzt verbesserten sich auch die Inlandsaufträge spürbar. Die Prognosen werden reihum angehoben. Zeitgleich mit dem Index kam auch die neue Gemeinschaftsdiagnose der Institute, die insgesamt zuversichtlicher ausfällt. Die größten Abwärtsrisiken gehen derzeit von der Geopolitik und der steigenden Staatsverschuldung aus. Aber auch aus verschleppten Reformen kann für Deutschland ein Konjunkturrisiko entstehen. Die Standortqualität muss jetzt, in einer Phase des beginnenden Aufschwungs, verbessert werden, sonst wird es wieder nichts mit einer nachhaltigen Erholung.

Bis Ende 2027 rechnen wir mit einem Rückgang des Preises für Brent-Öl auf 70 USD je Barrel.

70

USD

Ölpreis je Barrel

Zinsumfeld

Und wieder einmal hat sie sich als voreilig erwiesen, die Hoffnung auf eine nachhaltigere Konsolidierung der Kurse an den großen Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks. Im Nachgang des jüngsten Fed-Zinsentscheids hatten sich vor allem die Kurse langlaufender US-Staatstitel vorläufig stabilisiert, denn die Anleger hatten offenbar die bekräftigte Preisstabilitätszusage von Notenbankchef Warsh wohlwollend aufgenommen. In der laufenden Woche folgte jedoch der nächste Kursrückschlag. Vor allem in den USA haben die Rentenbären zusätzliches Terrain erobert, denn die Rendite 10-jähriger US-Treasuries schnellte über das bisherige Jahreshoch hinaus auf mehr als 5,10 % empor. Die US-Benchmarkrendite nimmt die nächste markante Widerstandszone ins Visier: Bei 5,33 % liegt der Renditehochpunkt des Jahres 2007, der Spitzenwert der vergangenen 25 Jahre. Die trübe übergeordnete Rentenmarktstimmung könnte die Short-Spekulanten dazu motivieren, einen Test dieses nächsten marktpsychologisch relevanten Schwellenwertes zu forcieren.

Aktienmärkte

Seit voriger Woche ist es amtlich: Nach neun Monaten hat die Fed um den neuen Fed-Vorsitzenden Warsh erstmals die Leitzinsen angehoben. Die US-Notenbank ist damit auf einen Zinserhöhungskurs eingeschwenkt. Angesichts der nach wie vor erhöhten Energiepreise und Inflationsrisiken bleibt es wohl nicht bei diesem Schritt. Wie entwickeln sich Aktienmärkte in solchen Phasen? Über die ganze Erhöhungsphase hinweg legten die Kurse in allen sieben untersuchten Fällen zu. Kurzfristig wurde es nach einer ersten Zinserhöhung jedoch zumeist holprig, im Median der vergangenen sieben Phasen gaben US-Aktien um 1,9 % nach. Aktuell mahnt auch der Ausverkauf an den Bondmärkten zur Vorsicht. Renditeanstiege signalisieren zwar häufig ein freundliches Konjunkturumfeld, was positiv für Aktien wäre. Auf solch erhöhtem Terrain (US-Treasuries > 5 %) ändert sich jedoch das Vorzeichen, weil dann auch die Konjunktur ausgebremst wird.

Rohstoffe

Die Ölpreise stiegen jüngst in Anbetracht der Entwicklungen im Nahen Osten wieder deutlich an. So notierte ein Fass der Sorte Brent zuletzt bei rund 107 USD und somit wieder klar oberhalb der Marke von 100 USD je Barrel. Für die kommenden Monate prognostizieren wir allerdings einen Trendwechsel: Die Ölnachfrage sollte 2026 aufgrund von Einsparmaßnahmen sowie der schwachen Weltkonjunktur gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um fast 2,5 mbpd auf etwa 102,5 mbpd fallen. Das Angebot wird aber wegen der mehrmonatigen Sperrung der Straße von Hormus um knapp 5,9 mbpd auf gut 100,5 mbpd sinken. Im kommenden Jahr dürfte sich die Ölnachfrage wieder erholen und gegenüber 2026 um rund 2,5 mbpd steigen. Das Angebot wird 2027 aber wahrscheinlich mit einem Plus von 5 mbpd gegenüber diesem Jahr noch deutlich stärker zulegen. Ab dem zweiten Quartal 2027 rechnen wir wieder mit einem Angebotsüberschuss am Ölmarkt. Er dürfte im Jahresdurchschnitt 2027 rund 0,6 mbpd betragen, mit weiter steigender Tendenz 2028. Damit sollte der Weg für die Ölpreise vorgezeichnet sein. Brent dürfte bis Ende 2027 wieder auf 70 USD/bbl fallen.

Von: Henning Oligmüller, CIIA Konjunktur

Unser großes Bild in Kürze

Vergleichsdiagramm

Konjunktur

  • Deutschland: BIP ist im ersten Halbjahr solide gewachsen. Staatsausgaben und Ausfuhren stimulieren Nachfrage. Auftragsbestand nimmt zu. Private Investitionen bleiben zurückhaltend.
  • Inflations- und Konjunkturrisiken durch den Energiepreisanstieg im Kielwasser des Kriegs am Perisschen Golf. Handelskonflikt mit den USA belastet weiterhin.

Säulendiagramm

Zinsumfeld

  • Fed: Leitzins bis auf Weiteres unverändert. Notenbank neigt jedoch zu neuerlicher Anhebung.
  • EZB: Einlagesatz bis auf Weiteres unverändert bei 2,50 %. Zinssenkung frühestens gegen Jahresende 2027.
  • EUR-Langfristzinsen: Kurzfristig dominieren Aufwärtsrisiken angesichts wachsender Inflationssorgen und der steigender Verschuldung, mittelfristig Aussicht auf Gegenbewegung.

Diagramm Linie

Aktienmärkte

  • Unternehmen zeigen im laufenden Jahr starke Gewinnentwicklung.
  • Börsen sehen den KI-Investitionsboom zunehmend kritisch.
  • Schwelender Irankrieg und steigende Renditen wirken als latente Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte.

Euro

Devisen

  • Der Renditevorteil von kurz laufenden US-Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen dürfte moderat abnehmen.
  • Erratisches Agieren des US-Präsidenten untergräbt Vertrauen in den US-Dollar.
  • Flucht in den „sicheren Hafen“ dürfte nicht von Dauer sein.

Öl und Gas

Rohstoffe

  • Bloomberg Commodity Index dürfte nach Erholung zunächst wieder konsolidieren.
  • Anhaltender Konflikt zwischen USA und Iran hält Ölpreise auf hohem Niveau. Bei Öffnung der Straße von Hormus dürften Ölpreise wieder deutlich nachgeben.
  • Sentiment bei Gold zuletzt deutlich verbessert. Rückenwind durch Käufe von Notenbanken und Gold-ETCs.

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