02.03.2026
USA-Iran: Ein Krieg mit ungewissem Ausgang
Kapitalmärkte Daily | Die Ölpreise reagierten aus Angst vor Angebotsstörungen bereits mit deutlichen Anstiegen.
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- Kämpfe gehen unvermindert weiter
- Gefahr eines neuen Ölpreisschocks
- Wirtschaftsdaten spielen nur zweite Geige
Kämpfe gehen unvermindert weiter
Mit dem heutigen Montag steht Tag 3 der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite vor der Tür. Während es Sonntagnachmittag kurzzeitig nach einer Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Trump und der neuen iranischen Führung aussah, verflogen die Hoffnungen rasch wieder. Der israelische Präsident Netanyahu kündigte eine Intensivierung der Angriffe für die kommenden Tage an. Über Nacht wurden seitens Israels nun auch vermehrt wieder Hisbollah-Stellungen im Libanon bombardiert. Und der US-Präsident selbst stellte am Abend in einem Interview mit der britischen Daily Mail eine Fortsetzung des Krieges über die nächsten vier Wochen in den Raum. Damit dürften sich auch die Gegenschläge des Iran auf US-Basen sowie Staaten in der Nachbarregion ausweiten. Bereits in den vergangenen zwei Tagen wurde von zahlreichen Explosionen und Einschlägen unter anderem in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad sowie an Häfen und Tourismuseinrichtungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain berichtet.
Gefahr eines neuen Ölpreisschocks
Nach Trumps Zolldrama und den jüngsten Sorgen um die Entwicklungen am US-amerikanischen Markt für private Unternehmenskredite kommt für die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft damit ein neues, schwer zu kalkulierendes Risiko hinzu. Die Ölpreise reagierten aus Angst vor Angebotsstörungen bereits mit deutlichen Anstiegen. Heute Morgen war der Preis Brent-Öl 79 USD je Barrel gegenüber Freitag um 8 % im Plus. Seit Jahresanfang steht bereits ein Anstieg um über 30 % zu Buche. Insbesondere eine längerfristige Lahmlegung des Containerverkehrs in der Straße von Hormus, durch welche je ein Fünftel des globalen Angebots an Erdöl sowie Flüssigerdgases transportiert wird, hätte verheerende Auswirkungen. Steigender Inflationsdruck und Verwerfungen an den Devisenmärkten könnten zahlreiche Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen. Zinssenkungen der US-Notenbanken wären vorerst vom Tisch. Und Energieknappheit sowie Preisdruck würden die Industrieproduktion in Asien und Europa unter Druck bringen. Das zarte Wachstumspflänzchen hierzulande würde akut abgewürgt. China, Indien, Japan und Korea hätten am meisten zu befürchten. Diese Länder sind bei ihren Ölimporten im hohen Maße auf die Straße von Hormus angewiesen.
Mit 79 USD pro Barrel stieg Brent-Öl heute Morgen auf den höchsten Stand seit April 2022. Sollten die Preise dauerhaft hoch bleiben, dürften Inflationsrisiken wieder in den Vordergrund rücken.
Wirtschaftsdaten nur zweite Geige
An den Börsen zeichnet sich jedenfalls eine schwierige Woche ab. Die Leitzindizes in Japan und Südkorea notieren heute Morgen 1,40 % bzw. 1,0 % im Minus, und die Futures signalisieren ebenfalls einen tiefroten Start dies und jenseits des Atlantiks. Gold und Silber liegen derzeit hingegen 2 % bzw. 1 % im Plus. Wirtschaftsdaten dürften heute eher in den Hintergrund treten. Im Kalender steht mit der Veröffentlichung des ISM für das verarbeitende Gewerbe in den USA auch nur ein wichtiges Event. Dieser dürfte aber zumindest Einblicke dahingehend erlauben, ob die jüngste Stärke US-Industrie weiter anhält. In der zweiten Wochenhälfte werden sich die Blicke unterdessen Richtung Fernost richten. Am Mittwoch steht die Eröffnung des Nationalen Volkskongresses, Chinas pro-forma Parlament, auf dem Programm. In diesem Jahr wird die Tagung noch mehr als üblich im Rampenlicht stehen. Denn neben der Verkündung der diesjährigen Wachstums-, Inflations- und Budgetziele, markiert sie auch den offiziellen Startschuss für den 15. Fünfjahresplan.
Von: Sandro Pannagl, Senior Research Analyst
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