13.01.2026

Die Unabhängigkeit der Fed bröckelt

Kapitalmärkte Daily | Am Montag verdauten die Marktteilnehmer beiderseits des Atlantiks die jüngste Eskalation zwischen der Trump-Regierung und Fed-Chef Powell.

Federal Reserve Building in Washington DC USA
Federal Reserve Building in Washington DC USA

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • Märkte verarbeiten Powell-Vorwürfe
  • Dollar schwächelt und Gold ist gefragt
  • Heute US-Inflationsdaten im Fokus

Märkte verarbeiten Powell-Vorwürfe

Am gestrigen Montag verdauten die Marktteilnehmer beiderseits des Atlantiks die jüngste Eskalation zwischen der Trump-Regierung und Fed-Chef Jerome Powell. Das USJustizministerium drohte dem Notenbankchef zuletzt mit einer Anklage. Grund dafür seien dessen Aussagen vor dem Kongress zu den auf knapp 2,5 Milliarden Dollar gestiegenen Renovierungskosten am Sitz der Zentralbank in Washington. Ein Schelm könnte denken, dass es Trump hierbei lediglich darum geht, weiter an der Unabhängigkeit der Fed zu rütteln und seiner Forderung nach drastischen Zinssenkungen nachzukommen. Am Aktienmarkt scheinen die Anleger durch das ständige Hin und Her des USPräsidenten mittlerweile abgehärtet, weshalb Kursverluste ausblieben. Der DAX beendete den Tag mit einem Plus von 0,57 %, während der Euro Stoxx 50 um 0,31 % zulegte. Der S&P 500 notierte 0,16 % fester.

Dollar schwächelt und Gold ist gefragt

In Anbetracht der Gemengelage ist auch wieder ein Zufluss in Safe-Heaven-Assets zu beobachten. So sind derzeit vor allem Edelmetalle gefragt. Der Goldpreis profitierte besonders und markierte ein neues Rekordhoch oberhalb von 4.600 US-Dollar je Feinunze. Der Greenback, der negativ mit dem Goldpreis korreliert ist, wertete zudem weiter ab.

Die Marktteilnehmer preisen derzeit auf Basis des VIX-Index 16 % Schwankungsbreite ein. Grundlage sind Preise von Optionen auf den S&P 500. Ende November lag der Wert noch bei 26 %.

15 %

Implizite Volatilität auf Basis des VIX

Heute US-Inflationsdaten im Fokus

Heute Mittag rücken die US-Inflationsdaten in den Fokus. Der langwierige Shutdown in den Vereinigten Staaten mag für den einen oder anderen in Vergessenheit geraten sein, doch die heutigen Inflationszahlen werden vermutlich die ersten seit August sein, die vollumfänglich und unter geregelten Verhältnissen erhoben worden sind. Die Konsumentenpreise im Dezember dürften gegenüber dem Vormonat um 0,4 % steigen. Die Fed, die weiter zwischen Preisstabilität und Vollbeschäftigung balancieren muss, dürfte keine Entwarnung geben. Wir erwarten, dass die Währungshüter auf ihrer Notenbanksitzung im Januar zunächst eine abwartende Haltung einnehmen und den Leitzins konstant halten werden. Darüber hinaus gibt JP Morgan heute den Startschuss für die vierteljährlich neu beginnende Berichtssaison, im Rahmen derer die Unternehmen Einblicke in ihre Bücher gewähren. Die Großbank legt ihre Zahlen in einem Umfeld vor, das gleichermaßen von Chancen und Risiken geprägt ist. Auf der einen Seite senken jüngste regulatorische Erleichterungen die Kapitalpufferanforderungen für JP Morgan. Für Unsicherheit sorgt andererseits die Forderung des US-Präsidenten, Kreditkartenzinsen auf 10 % zu deckeln.

Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst

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Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand
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