09.03.2026
Ölpreis springt über 100 USD
Kapitalmärkte Daily | Mit einem großen Sprung wurde die Marke von 100 USD je Barrel für den Ölpreis am Wochenende deutlich übertroffen.
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- Iran-Konflikt hält an
- Energiepreise belasten Inflation
- Berichtssaison läuft noch
Ölpreisschock am Wochenende
Bei der Landtagswahl gestern in Baden-Württemberg fiel das Ergebnis denkbar knapp aus, die Grünen lagen laut vorläufigem Ergebnis mit 30,2 % nur hauchdünn vor der CDU mit 29,7 %. Für die Kapitalmärkte rückt heute allerdings das Thema Öl in den Vordergrund. Die Angriffe Irans auf Ölanlagen im Nahen Osten haben zu teilweisen Stopps der Ölproduktion geführt. Zudem sind Transporte durch die Straße von Hormuz nahezu zum Erliegen gekommen. Der Ölpreis sprang deutlich über die Marke von 100 USD und näherte sich sogar einem Preis von 120 USD je Barrel. Ein schnelles Ende des Iran-Kriegs scheint nicht in Sicht. Mojtab Khamenei, der Sohn des vorherigen iranischen Oberhaupts, wurde vom Iran als Nachfolger benannt. US-Präsident Trump möchte diese Personalie nicht akzeptieren. Dadurch rechnet das Weiße Haus mit einer Verlängerung des Kriegs um vier bis sechs Wochen. Die Kursverluste vom Freitag an den Börsen in Europa und den USA setzten sich heute in Asien in verschärfter Form fort: Der japanische Aktienindex Nikkei fiel um 7 % (seit Jahresbeginn verbleibt hier noch ein Plus von 3 %). Dies lässt auch einen schwachen Wochenauftakt für die Aktienmärkte in Europa und den USA erwarten (Futures auf S&P 500 notierten bei - 2 %).
Mit einem großen Sprung wurde die Marke von 100 USD je Barrel für den Ölpreis am Wochenende deutlich übertroffen.
Energiepreise heizen Inflationssorgen an
Die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Inflation können die vergangenen Monatsdaten im schlimmsten Fall schnell als veraltet und unbedeutend erscheinen lassen. Am Freitag gab das US-Arbeitsministerium bekannt, dass die US-Wirtschaft im Februar im Saldo 92 Tausend Stellen abgebaut hat. Laut dem Arbeitsmarktbericht sei der Beschäftigungsrückgang zwar durch einen Streik im Gesundheitssektor nach unten verzerrt. Aber auch ohne diesen Sondereffekt stellte der Bericht eine Enttäuschung dar. In unserem Hauptszenario rechnen wir mit einer Senkung der US-Leitzinsen zur Jahresmitte 2026. Bei anhaltend hohen Energiepreisen würden sich angesichts des daraus resultierenden Inflationsdrucks die Aussichten auf Zinssenkungen allerdings verringern.
Endspurt bei Berichtssaison
Die Entwicklungen im Iran-Konflikt und daraus eventuell resultierende Engpässe bei Energie und Logistik stehen auch bei den Unternehmen im Fokus. Neben dem Blick auf vergangene Zahlen spielen daher auch die Ausblicke für die Investoren eine große Rolle. Heute legt der US-Konzern Oracle noch seine Zahlen für das abweichende Geschäftsjahr (per 28.2.) vor. Das Tech-Unternehmen plant sehr hohe Investitionen in Rechenzentren. Die stark steigenden Kosten für den KI-Ausbau sollen Tausende von Stellenstreichungen zur Folge haben. Während die Berichtssaison der US-Konzerne schon weitgehend beendet ist, wird es bei den deutschen Unternehmen diese Woche noch spannend: Heute veröffentlicht GEA die Jahreszahlen, am Dienstag folgen Volkswagen und BioNTech sowie am Mittwoch Rheinmetall, Henkel und Uniper. Am Donnerstag berichten dann noch BMW, Brenntag, Daimler Truck, Hannover Rück, RWE und Zalando. Auf Makroebene stehen in dieser Woche Inflationsdaten im Fokus: Am Mittwoch werden die Februar-Entwicklungen der Konsumentenpreise für Deutschland und die USA veröffentlicht.
Stuttgart ist nicht das neue DetroitVon: Matthias Schell, CFA Senior Credit Analyst
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