27.08.2026
Nvidia überzeugt mit Zahlen und Ausblick
Kapitalmärkte Daily | Nvidia steigert Umsatz und Gewinn dank boomendem KI- und Rechenzentrumsgeschäft deutlich über die Erwartungen.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Geschäft von Nvidia läuft ungebremst
- US-Inflationszahlen ohne klare Signale
- Markt: Warten auf die Fed-Rede
Geschäft von Nvidia läuft ungebremst
Am gestrigen Abend legte der KI-Chipriese Nvidia seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal vor. Die Zahlen überzeugten in nahezu allen Bereichen. Der Konzern steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahr um 106 % auf 96,22 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorquartal betrug das Plus 18 %. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 2,22 USD nach 1,01 USD im Vorjahresquartal. Damit übertrafen sowohl Umsatz als auch bereinigter Gewinn je Aktie die Analystenerwartungen deutlich. Kern der Entwicklung bleibt das Rechenzentrumsgeschäft: Das Segment Data Center erzielte einen Umsatz von 89,0 Mrd. USD. Dies entspricht einem Anstieg von 117 % gegenüber dem Vorjahr und von 18 % gegenüber dem Vorquartal. Damit entfielen rund 93 % des Konzernumsatzes auf dieses Segment.
Die Aktie reagierte im außerbörslichen Handel zunächst negativ auf die Meldung, drehte anschließend aber um mehr als 5 % ins Plus. Beflügelt haben dürfte sie dabei vor allem die Aussage von CFO Colette Kress im Earnings Call, wonach der KI-Boom bis ins Jahr 2028 anhalten und das Umsatzwachstum selbst im Geschäftsjahr 2028 bei rund 70 % liegen dürfte. Zudem bezeichnete Nvidia den Ausblick für das Geschäftsjahr 2028 ausdrücklich als „supply constrained“ – die Nachfrage übersteigt die Lieferfähigkeit deutlich. Ohne Lieferkettenengpässe könnte das
Umsatzwachstum damit sogar noch höher liegen. Die zirkulären Abhängigkeiten im US-Technologiesektor sollten Marktteilnehmer dennoch weiterhin im Blick behalten.
Der positive Ausblick stützt heute Morgen auch die IndexFutures und die asiatischen Märkte. DAX und Euro Stoxx 50 dürften mit positiver Tendenz in den Handel starten, während sowohl der südkoreanische Kospi (+1,3 %) als auch der taiwanesische Taiex (+0,6 %) heute Morgen von Nvidias Meldung profitierten.
US-Inflationszahlen über Erwartung
Die gestern veröffentlichten PCE-Inflationszahlen, das bevorzugte Preisstabilitätsmaß der Fed, lieferten keine klaren Signale für Investoren. Während die Gesamtinflation mit 3,7 % leicht über den Erwartungen von 3,6 % lag, entsprach die Kernrate mit 3,3 % den Prognosen. Überraschend war zugleich der deutliche Anstieg der Einkommen um 0,4 % gegenüber dem Vormonat; erwartet worden waren 0,2 %. Dies dürfte auch den Konsum zum Sommerende hin antreiben. Die Daten halten die Erwartungen einer Zinserhöhung jedenfalls weiter am Leben. Der Markt preist derzeit für die anstehende September-Sitzung eine Wahrscheinlichkeit von rund 37 % für eine Zinserhöhung ein.
Gold hat sich von dem Jahrestief Mitte Juli von knapp unter 4.000 USD deutlich erholt. Sorgen über die US-Verschuldung sowie geplante Interventionen am Anleihemarkt wirken stützend.
Markt: Warten auf die Fed-Rede
Der Nvidia-Ausblick dürfte heute den Ton für den Handelstag setzen. Dabei wird vor allem entscheidend sein, ob der Impuls auf den breiteren Technologiesektor ausstrahlen kann. Steigende Anleiherenditen heute Morgen könnten die Dynamik jedoch etwas bremsen. Mit Blick auf die Wirtschaftsdaten wird heute vor allem das GfK-Konsumklima im Fokus stehen. Am Freitag wird dann vor allem die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium das Marktgeschehen beeinflussen - mit der Hoffnung auf mehr Klarheit zu dessen Einschätzung zu Inflation und Zinsen.
Von: Sandro Pannagl, Senior Research Analyst
Termine der Woche
Die wichtigsten Termine, Daten & Prognosen finden Sie immer in unserem Wirtschaftskalender.
Zum WirtschaftskalenderDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und in Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24- 28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. Die Entgegennahme von Research Dienstleistungen durch ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen kann aufsichtsrechtlich als Zuwendung qualifiziert werden. In diesen Fällen geht die LBBW davon aus, dass die Zuwendung dazu bestimmt ist, die Qualität der jeweiligen Dienstleistung für den Kunden des Zuwendungsempfängers zu verbessern.