Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- US-Arbeitsmarktbericht rückt in den Fokus, entscheidender wird die Us-Inflation
- Fed-Präsident Waller signalisiert Bereit schaft für eine weitere Zinspause
- Aktien fester, Renditen niedriger, Dollar schwächer
Arbeitsmarktbericht und Inflation bestimmen den Kurs der Fed
Nach dem weitgehenden Abschluss der Berichtssaison richtet sich der Blick der Anleger auf die amerikanischen Konjunkturdaten. Der gestern Nachmittag veröffentlichte ISM-Index für den Dienstleistungssektor stieg stärker als erwartet. Insbesondere die Auftragseingänge konnten überzeugen. Des Weiteren weitete sich das amerikanische Handelsbilanzdefizit im Juli deutlich auf den höchsten Stand seit Anfang 2025 aus. Ausschlaggebend war vor allem ein kräftiger Anstieg der Einfuhren von Computern und anderer Technologieausrüstung. Heute steht der US-Arbeitsmarktbericht im Zentrum, der Hinweise für den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed liefern dürfte. Wir rechnen für August mit einem Zuwachs von 65.000 Stellen, nachdem die Beschäftigung im Juli unerwartet zurückgegangen war. Zugleich erwarten wir einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,1 auf 4,2 %. Dies würde per Saldo auf eine moderate Entspannung am Arbeitsmarkt hindeuten, aber wohl kaum ausreichen, um die Debatte über den weiteren Zinskurs zu entscheiden. Unserer Meinung nach wäre für die Märkte ein ausgewogener Bericht das günstigste Szenario: ein weiterhin stabiler, aber nicht überhitzter Arbeitsmarkt. Ein zu kräftiger Stellenaufbau könnte dagegen Befürchtungen neuer Zinserhöhungen nähren.
Waller signalisiert Bereitschaft zu Zinspause
Fed-Gouverneur Christopher Waller zeigte sich unterdessen bereit, bei der Zentralbanksitzung am 15. und 16. September eine Zinspause zu unterstützen. Voraussetzung sei, dass die anstehenden Inflationsdaten den jüngsten Rückgang des Preisauftriebs bestätigten. „Wenn es weitere Fortschritte auf dem Weg zu unserem Zwei-Prozent-Ziel gibt, bin ich bereit, den Leitzins auf dem derzeitigen Niveau zu belassen“, sagte Waller gestern bei einer Reuters-Veranstaltung. Sollten die Inflationsdaten jedoch überraschend hoch ausfallen, komme eine erneute Zinserhöhung in Betracht. Waller rechnet zugleich damit, dass die heutigen Arbeitsmarktdaten einen insgesamt zufriedenstellenden Zustand bestätigen werden. Die Fed hatte die Leitzinsen in diesem Jahr bereits fünfmal in Folge unverändert gelassen. Nach Wallers Äußerungen reduzierten Geldmarktteilnehmer ihre Wetten auf eine Zinserhöhung im September. Für die endgültige Einschätzung bleiben allerdings die Inflationsdaten für August, die Ende kommender Woche veröffentlicht werden, der wichtigere Prüfstein.
Aktien fester, Renditen und Dollar geben nach
An den Finanzmärkten sorgten Wallers Aussagen zunächst für Entspannung. Der S&P 500 stieg gestern um gut 1 %, der DAX um 0,6 %. Die Rendite zehnjähriger amerikanischer Staatsanleihen fiel um drei Basispunkte auf 4,75 %, während der Dollar gegenüber anderen Währungen nachgab. Besonders kräftig zugelegt hat dabei der japanische Yen. Dieser erreichte gegenüber dem Dollar ein Einmonatshoch. Auslöser sind gestiegene Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan. Anleger lösen verstärkt yenfinanzierte Carry Trades auf. Desweiteren zogen die Ölpreise nochmals an, nachdem Iran Vergeltungsschläge vermeldet hatte und Israel eine Ausweitung seiner Rolle im Krieg in Aussicht stellte. Die asiatischen Aktienmärkte starteten nach den positiven Vorgaben aus den USA heute Morgen ebenfalls mit Kursgewinnen in den Tag.
Von: Rolf Schäffer, CIIA Gruppenleiter Strategy/Macro
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