06.05.2026
Hoffnung in der Straße von Hormus
Kapitalmärkte Daily | In der Straße von Hormus bleibt die Lage brisant, in jedem Fall aber unübersichtlich.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Neue Waffenruhe am Persischen Golf
- Nervöse britische Staatsanleihen vor den Kommunalwahlen
- US-Arbeitsmarkt: Deutlicher Stellenaufbau bei privaten Arbeitgebern erwartet
Trump sucht neue Gespräche
In der Straße von Hormus bleibt die Lage brisant, in jedem Fall aber unübersichtlich. Nachdem in den vergangenen Tagen Schiffe der US-Navy zwei Frachter eskortiert haben, hieß es, diese seien von iranischen Streitkräften beschossen worden. Die Angaben dazu variieren allerdings stark und lassen sich nicht überprüfen. Jetzt hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, sein „Projekt Freiheit“, das ist die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus unter militärischer Bedeckung durch die US-Navy, ruhen zu lassen, um Möglichkeiten einer Übereinkunft mit dem Iran tiefer auszuloten. Die Märkte reagierten auf den Hoffnungsschimmer erfreut.
Renditen britischer Staatsanleihen steigen auf 28-Jahres-Hoch
In Großbritannien sind die Renditen für Staatsanleihen (Gilts) mit 30-jähriger Restlaufzeit gestern auf knapp 5,80 % gestiegen. Das war der höchste Wert seit 28 Jahren. Die zehnjährigen Gilts rentieren immerhin heute bei 5,06 % und lagen gestern im Tagesverlauf bei 5,10 %. Der Grund für diesen bemerkenswerten Renditeanstieg sind zunehmende Sorgen um die Stabilität des Landes vor dem Hintergrund der laufenden Kommunalwahlen. Befürchtet wird, dass die absehbaren deutlichen Einbußen der Labour-Partei des Premierministers Keir Starmer bei diesen Wahlen diesen zusätzlich unter Druck setzen könnten. Starmer ist ohnehin durch die Weiterungen des Epstein-Falls unter Druck. An den Märkten besteht die Sorge, dass die Parteilinke einen geschwächten Starmer zu steigenden Staatsschulden zwingen könnte, selbst sein Sturz gilt nicht als ausgeschlossen. Hinzu kommt eine Inflationsrate, die chronisch über 3 % liegt und die Bank of England zu Zinserhöhungen veranlassen könnte.
Nach Angaben eines Finanzdienstleisters wiesen im April 12,5 % aller privaten Girokonten ein Minus auf. Weitere 12,5 % kannten ihren Kontostand nicht.
Neues vom US-Arbeitsmarkt
Unter den Daten des Tages stoßen heute die Zahlen für die Erzeugerpreise im Euroraum und vor allem der monatliche Report zum Stellenaufbau im privaten Sektor in den USA auf das größte Interesse der Finanzmärkte. Dieser sogenannte ADP-Report dürfte nach 62 Tsd. Stellen im März ein Plus von 100 Tsd. Stellen im April berichten. An der Arbeitsmarktentwicklung hängt letztlich auch teilweise die Zinspolitik der US-Notenbank.
Außerdem hält der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, eine Rede. Er dürfte Einblicke in die Sicht der EZB auf die aktuelle Lage geben. Abgerundet wird dies durch die Zahlen zu den Erzeugerpreisen im Euroraum für den Berichtsmonat März. War im Februar noch ein Rückgang um 3,0 % zum Vorjahresmonat zu verzeichnen gewesen, könnte im März das Minus nur noch 0,5 % betragen haben.
Von: Dr. Jens-Oliver Niklasch, Senior Economist
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