29.04.2026
Fed-Zinsentscheid im April 2026
Einschätzung | Die US-Notenbank hat beschlossen, ihr Tagesgeldzielband unverändert bei 3,50 % - 3,75 % zu belassen.
Die US-Notenbank hat beschlossen, ihr Tagesgeldzielband unverändert bei 3,50 % - 3,75 % zu belassen. Es ist die dritte Sitzung in Folge ohne Zinsänderung.
Unsere Einschätzung zum Fed-Zinsentscheid
Abwarten bleibt vorerst Trumpf. Die US-Wirtschaft zeigt sich bisher weitgehend robust gegenüber den Auswirkungen des Iran-Kriegs, aber die Belastungen dürften zunehmen, je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt. Zugleich wachsen die Aufwärtsrisiken bei der Inflation durch Zweitrundeneffekte. Das hieraus resultierende Spannungsfeld für die US-Notenbank verstärkt sich. Diese schwierige Abwägung der Notenbanker zu moderieren, wird nun die erste große Herausforderung für den designierten neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Dessen geldpolitisches Profil ist zwiespältig: Früher ausgewiesener Falke, in jüngerer Zeit durchaus aufgeschlossen gegenüber den Forderungen Donald Trumps nach tieferen Leitzinsen. Den Forderungen des Präsidenten bald nachzukommen, ist in der aktuellen Ausgangslage bis auf weiteres kaum vertretbar. Ein fortgesetzter Konflikt mit dem Weißen Haus zeichnet sich daher auch unter der neuen Fed-Führung ab. Wir halten an unserer Einschätzung fest, dass die US-Notenbank ihren Leitzins in diesem Jahr gar nicht mehr antastet. Mit jeder Woche mehr, in der die Straße von Hormus blockiert bleibt, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass das geldpolitische Pendel im zweiten Halbjahr gar zu Zinserhöhungen herüberschwenkt.
Von: Elmar Völker, Senior Fixed Income Analyst im LBBW Research