30.04.2026
China: Einkaufsmanagerindizes der Industrie im April
Einschätzung | Die chinesische Industrie zeigt sich angesichts globaler Unsicherheiten in Summe widerstandsfähig.
Der staatlich erhobene PMI für das verarbeitende Gewerbe sank im April geringfügig auf 50,3 Punkte (März: 50,4), verblieb damit aber den zweiten Monat in Folge im expansiven Bereich.
Der privat erhobene RatingDog PMI für die Industrie überraschte hingegen mit einem deutlichen Sprung auf 52,2 Punkte (März: 50,8) – der stärkste Wert seit über einem Jahr
Unsere Einschätzung der Einkaufsmanagerindizes der Industrie im April für China
Die chinesische Industrie zeigt sich angesichts globaler Unsicherheiten in Summe widerstandsfähig. Ein starker Anstieg der Exportaufträge und eine anhaltend hohe Produktion signalisieren, dass sich die Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten bisher vor allem auf ölabhängige und energieintensive Branchen wie die Petrochemie und den Stahlsektor beschränken. Der deutliche Anstieg des exportnahen RatingDog PMI kommt bei genauerer Betrachtung nicht überraschend. Bereits im Vorfeld zeichnete sich in den asiatischen Nachbarstaaten (u. a. Japan und Korea) eine signifikante Belebung ab. Diese regionale Synchronität legt nahe, dass der chinesische Industrieaufschwung primär durch den Technologiezyklus und eine Erholung der globalen Investitionsgüternachfrage getrieben wird. Die rein binnenwirtschaftlichen Impulse in China bleiben hingegen weiterhin schwach. Neben verhaltenen Inlandsaufträgen wird dies auch in zeitgleich veröffentlichten Daten zum Dienstleistungssektor ersichtlich. Die Dynamik dort rutschte deutlich in den kontraktiven Bereich. Die zunehmend einseitige Abhängigkeit vom Export birgt Risiken. Denn bei Anhalten des US Iran Konflikts wird auch der robuste Motor der chinesischen Industrie deutlich ins Stottern geraten.
Von: Sandro Pannagl, Senior Strategy Research Analyst