04.03.2026
China - Einkaufsmanagerindizes der Industrie für Februar 2026
Einschätzung | Der staatlich erhobene PMI fiel mit 49,0 im Februar zum zweiten Mal in Folge (Januar: 49,3).
- Der staatlich erhobene PMI fiel mit 49,0 im Februar zum zweiten Mal in Folge (Januar: 49,3).
- Der privat erhobene RatingDog-PMI stieg unterdessen deutlich auf 52,1 (Januar: 50,3), der höchste Wert in über fünf Jahren.
Unsere Einschätzung zu China - Einkaufsmanagerindizes der Industrie
Die exportorientierte Industrie zeigte sich rund um die Neujahrsfeiertage im Februar von ihrer starken Seite. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Technologie- und High-Tech-Produkten im Zuge des KI-Booms dürfte sich auch zum Jahresauftakt fortgesetzt haben. Vergleichbar robuste Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe wurden zuvor bereits unter anderem aus den USA und Südkorea gemeldet. Im Gegensatz dazu deutet der staatlich erhobene PMI auf eine Fortsetzung der Schwäche in der Binnenwirtschaft hin. Die länger als üblich ausgefallene Feiertagsperiode könnte das Bild zwar verzerren, doch Faktoren wie die Abkühlung im Automobilmarkt sowie der weiterhin kriselnde Immobiliensektor haben die Dynamik bereits im Vorfeld gedämpft.
Für Chinas Industrie rücken kurzfristig jedoch andere Entwicklungen in den Vordergrund. Die Eskalation im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus stellen ein signifikantes Abwärtsrisiko dar. Zwar verfügt die Volksrepublik über strategische Ölreserven, die einen Importausfall aus dem arabischen Raum für mehrere Monate kompensieren könnten. Vor einem kräftigen Anstieg der Energiepreise wäre aber auch die chinesische Wirtschaft nicht gefeit. Zudem könnte der Exportsektor durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten, steigende Finanzmarktvolatilität und Produktionsdrosselungen in wichtigen Absatzländern in Ost- und Südostasien in Mitleidenschaft gezogen werden. Für die ohnehin angeschlagene Stimmung der chinesischen Haushalte kommen diese neuen Risikofaktoren zur Unzeit.
Von: Sandro Pannagl, Senior Strategy Research Analyst