13.03.2026

Goldene Zeiten! Und kein Ende in Sicht

Wer in Edelmetalle investiert hat, verdient sich eine goldene Nase.

Godbarren auf einer Waage Goldpreis
Godbarren auf einer Waage Goldpreis

Kraemers Klartext

Chefvolkswirt Dr. Moritz Kraemer

Die fulminante hinter uns liegende Rally mahnt dennoch zu Umsicht. Auch beim Gold.

Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research

Der Preis für die Feinunze Gold hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Selbst in realen Zahlen, also inflationsbereinigt, war Gold noch nie so teuer (siehe Abb. 1). Entsprechend häufig höre ich die Frage, wann die goldenen Zeiten denn ein Ende haben. Kann es denn immer so weitergehen? Also immer sicher nicht. Und auch nicht im gleichen rasanten Tempo wie 2025. Aber ein bisschen Aufwärtspotenzial sehen wir für 2026 schon noch.

Abb. 1: Nominaler und realer Goldpreis inflations- indexierter Goldpreis

(USD)

Quelle: World Gold Council, Federal Reserve Bank St. Louis, LBBW Research

Die Treiber des Goldpreises

Der Goldpreis hat im Januar 2026 mit fast 5.600 USD einen neuen Rekord aufgestellt. Dann kam es zu einer deutlichen Korrektur, nachdem US-Präsident Donald Trump Kevin Warsh als neuen Fed-Chef ins Spiel gebracht hatte. Offensichtlich hatten die Goldbullen auf einen Vorsitzenden spekuliert, der für eine deutlich laxere Geldpolitik steht. Als Anlageobjekt ohne Rendite reüssiert Gold nämlich besonders dann, wenn die Zinsen niedrig sind. Was Trump offenbar nicht verstehen will oder kann, erkannten die Märkte auf den ersten Blick: Warsh ist keiner, der versuchen wird, die Zinsen im Schweinsgalopp zu senken. Er verließ die Fed 2011, weil ihm die Geldpolitik zu lax (!) erschien.

Zuletzt sah es so aus, als wäre der Fed-Schock verdaut und Gold würde wieder in den alten Aufwärtstrend einschwenken. Dann brach der Irankrieg aus und brachte erneut Gegenwind für Gold. Denn zum einen haben die Kämpfe im Nahen Osten die Energiepreise heftig steigen lassen, was eine höhere Inflation wahrscheinlicher macht und damit die Hoffnung auf Zinssenkungen in den USA trübt. Zum anderen hat die übliche Flucht in den sicheren Hafen der liquidesten Währung eingesetzt und den US-Dollar deutlich aufgewertet. Die Dollaraufwertung verteuert Goldkäufe außerhalb des Dollarraums und dämpft so die Nachfrage nach dem Edelmetall.

Goldangebot hinkt der Nachfrage hinterher

Trotz der hohen Preise steigen aber weder Minenproduktion noch Recycling in größerem Umfang. Während aber das Angebot weitgehend konstant bleibt, sind auf der Nachfrageseite die Investoren von Gold-ETCs (börsengehandelten Wertpapieren, die den Preis von Gold abbilden) weiter in Kauflaune (siehe Abb. 2). Solche Investitionen sind häufig von geo- und wirtschaftspolitischer Unsicherheit getrieben. Daneben bleibt auch die Nachfrage nach Münzen und Barren weiter solide. Sie war schon im vergangenen Jahr um 15 % nach oben geschnellt. Dagegen halten sich die Notenbanken mit Goldkäufen angesichts hoher Preise zurück. Auch wenn man sich gerne gegen die Flatterhaftigkeit der US-Politik schützen und die Abhängigkeit vom Dollar senken möchte: Alles hat seinen Preis. Und der ist gerade sehr hoch. Deshalb schwächelt aktuell auch die Schmucknachfrage.

Abb. 2: Nachfrage nach Gold in Tonnen

Rückenwind von Fed und, echt jetzt, Kryptowährungen

Ich gehe nicht davon aus, dass die Energiepreise dauerhaft auf dem aktuell hohen Niveau bleiben werden. Deshalb dürfte der Goldpreis von weiteren Zinssenkungen in den USA profitieren. Wir rechnen damit, dass die Fed die US-Leitzinsen bis Mitte 2027 noch um einen halben Prozentpunkt senken wird. Zudem dürfte auch der US-Dollar wieder auf Abwertungskurs gehen, was sich positiv auf Gold auswirken würde. Das LBBW Research prognostiziert 1,24 USD/EUR für Mitte 2027. Unterstützung kommt auch von zunächst überraschender Seite: Denn Kryptowährungen haben sich zu einem wichtigen Nachfrager am Goldmarkt entwickelt. Da bekommt der Begriff „digitales Gold“ einen neuen Klang! Allein der Stablecoin Tether verfügt mittlerweile über eine Marktkapitalisierung von rund 180 Mrd. USD und will seine Reserven zunehmend in Gold investieren. Schon heute gehört er zu den größten privaten Goldhaltern der Welt.

Prognose Gold (USD/oz)

Aktuell Q2/26 Q4/26 Q2/27
5.112 5.400 5.700 6.000

6.000 USD sind in Sicht – aber erst Mitte 2027

Für dieses Jahr dürfte die Rally bei Gold vorerst weiter anhalten, wenn auch mit gebremstem Schaum. Dafür sprechen vor allem die anhaltenden Käufe der ETCs sowie die wenig dynamische Angebotsseite am Goldmarkt. Preisauftrieb gibt auch die Aussicht auf niedrigere US-Leitzinsen, die absehbare weitere Abwertung des US-Dollar und die steigende Goldnachfrage durch Kryptowährungen. Die US-Politik bleibt ein Unsicherheitsfaktor, weil sie vermutlich auch weiterhin für die eine oder andere Überraschung an den Finanzmärkten gut sein wird – Gold sollte damit weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleiben. Für Mitte 2027 rechnen wir mit Preisen von 6.000 USD pro Feinunze Gold. Das sind nicht die raketenhaften Preissteigerungsraten der jüngsten Vergangenheit, aber fast 20 % in 18 Monaten ist so schlecht nicht. Die fulminante hinter uns liegende Rally mahnt dennoch zu Umsicht. Auch beim Gold.

Von: Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research

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