10.03.2026

Der nationale Brennstoffemissionshandel

Mit dem nationalen Emissionshandel hat Deutschland ein eigenes System für den Straßenverkehr und den Gebäudesektor eingeführt.

Eine Autobahn auf dem Fahrzeuge unterwegs sind
Eine Autobahn auf dem Fahrzeuge unterwegs sind

Seit 2021 gibt es in Deutschland einen eigenen nationalen Emissionshandel. Er betrifft fossile Energien, die im Straßenverkehr und zum Heizen genutzt werden. Dieser sogenannte nationale Brennstoffemissionshandel (nEHS) ergänzt den CO₂-Zertifikatehandel der Europäischen Union: Er umfasst nur Emissionen, die nicht dem europäischen European Trading System (EU ETS) unterliegen. Damit will Deutschland sicherstellen, dass die nationalen Emissionsziele für Verkehr und Gebäude erreicht werden. Die Regeln für das nationale Handelssystem sind im Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgeschrieben.

Wen betrifft der nationale Emissionshandel?

Eingebunden in den Brennstoffemissionshandel sind alle, die Benzin, Diesel, Heizöl, Erd- oder Flüssiggas verbrauchen, um sich auf der Straße fortzubewegen und um zu heizen. Das System betrifft also private Haushalte genauso wie Unternehmen. Anders als beim EU ETS müssen aber nicht die CO₂-Emittenten selbst Zertifikate für den Treibhausgasausstoß erwerben. Stattdessen werden diejenigen gefordert, die fossile Brenn- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, also zum Beispiel Gasversorger, Heizöl- und Kraftstoffhändler. Sie geben ihre CO₂-Kosten dann an die Energieverbraucher weiter.

Wie funktioniert der Brennstoffemissionshandel?

Die Unternehmen müssen für jede Tonne Kohlendioxid (CO₂), die beim Einsatz der von ihnen vertriebenen Brenn- und Kraftstoffe freigesetzt wird, ein zuvor erworbenes Zertifikat abgeben. In der ersten bis Ende 2025 laufenden Phase galten für den Kauf dieser CO₂-Zertifikate Fixpreise. Dabei stiegen die Preise schrittweise an, von 25 Euro beim Start 2021 auf 55 Euro im Jahr 2025. Die Zahl der zur Verfügung stehenden CO₂-Zertifikate war in dieser Phase nicht gedeckelt. Das gab allen Beteiligten Planungssicherheit. Den Verkauf der Emissionsrechte hat das zuständige Umweltbundesamt in die Hände der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig gelegt.

2026 hat die zweite Phase begonnen, die Versteigerung der Emissionsrechte. Wie viele davon in den Markt gegeben werden, leitet sich aus den deutschen Klimazielen ab. Um starke Preisausschläge zu vermeiden, gilt 2026 bei der Versteigerung ein Korridor von 55 bis 65 Euro pro Zertifikat. 2027 bildet sich der Preis frei im Markt. Im folgenden Jahr wird der nEHS schließlich durch ein vergleichbares Handelssystem auf EU-Ebene abgelöst. Um die Verbraucher nicht übermäßig zu belasten, will die EU die Preise in der Anfangsphase stabilisieren. So ist unter anderem vorgesehen, zusätzliche Zertifikate zu versteigern, wenn der Preis eine noch zu bestimmende Schwelle überschreitet.

Wie hoch fällt der CO2-Preis aus?

Preisentwicklung für CO2-Zertifikate, jeweils für 1 Tonne an Emissionen

Quelle: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Was bedeutet der Brennstoffemissionshandel für Energieverbraucher?

Fossile Brenn- und Kraftstoffe werden teurer, für industrielle und gewerbliche Verbraucher genauso wie für Haushalte. Ein Liter Benzin verteuert sich damit 2026 um gut 13 bis fast 16 Cent, eine Kilowattstunde Erdgas um circa 1,0 bis 1,2 Cent (jeweils netto). Unternehmen können sich vor den zusätzlichen Kosten schützen, indem sie ihren Bedarf an fossilen Energieträgern reduzieren, etwa durch energetische Sanierungen oder den Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Um energieintensive Betriebe im internationalen Wettbewerb zu entlasten, gewährt ihnen der Bund mit der „BEHG-Carbon-Leakage-Verordnung“ eine Beihilfe. Dabei gelten ähnliche Regeln wie bei der Entlastung von Unternehmen im EU-Emissionshandel.

Was macht der Staat mit den Einnahmen aus diesem System?

Die Einnahmen aus dem Brennstoffemissionshandel fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds des Bundes (KTF). Aus diesem Topf werden unter anderem Förderprogramme für die energetische Sanierung von Gebäuden oder Zuschüsse zum Kauf von Elektroautos finanziert. Auch Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Industrie werden aus dem KTF gefördert.

Wie geht es weiter mit dem nationalen Emissionshandel?

Die EU-Kommission hat im Zuge ihrer „Fit for 55“-Strategie beschlossen, einen europaweiten Emissionshandel für den Straßenverkehr und den Gebäudesektor einzuführen („ETS 2“). Die Regeln sind mit denen des deutschen Systems vergleichbar. Der europäische Handel startet Anfang 2028. Das nEHS wird darin aufgehen.

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