27.03.2026

Baden-Württemberg mit leichtem Wachstum, Strukturkrise dauert an

Pressemitteilung | Studie

Blick nach oben auf Glasfassade: Die LBBW ist stark in der Gewerblichen Immobilienfinanzierung
Blick nach oben auf Glasfassade: Die LBBW ist stark in der Gewerblichen Immobilienfinanzierung
  • LBBW Research prognostiziert für das laufende Jahr 0,2 Prozent Wachstum für Baden-Württemberg – Mittelfeld im Ländervergleich
  • Konjunktur in Deutschland stabilisiert sich, strukturelle Herausforderungen bleiben
  • BWAX schwächer als DAX – Indexschwergewichte belasten

Die wirtschaftliche Stimmung in Baden-Württemberg bleibt gedrückt. Während sich die Konjunkturaussichten für Deutschland insgesamt verbessern, steckt der Südwesten in einer anhaltenden Strukturkrise. Das zeigt die neue LBBW Research-Studie „Die Stimmung der Wirtschaft“. Demnach dürfte die Wirtschaftsleistung in Baden-Württemberg 2026 real um 0,2 Prozent wachsen – für Deutschland werden 0,5 Prozent prognostiziert.

LBBW Research prognostiziert für Baden-Württemberg 2026 eine reale Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent und ordnet das Land damit im Mittelfeld der zwölf betrachteten Bundesländer ein. Für 2027 wird ein BIP-Wachstum von 1,0 Prozent erwartet, im Gleichschritt mit der dann prognostizierten Rate für Deutschland von 1,0 Prozent. Eine Erholung sei damit zwar in Sicht, bleibe aber klar abhängig von nachlassenden Gegenwinden – etwa geopolitischen Risiken, hohen Energiepreisen und der schwachen Industriekonjunktur.

„Wir erwarten eine leichte, jedoch fragile Erholung der baden-württembergischen Wirtschaft angesichts der Vielzahl struktureller Herausforderungen“, betont Dr. Guido Zimmermann, Senior Economist im LBBW Research.

Deutschland: Start besser als erwartet, jedoch mit anhaltenden strukturellen Herausforderungen

Die deutsche Wirtschaft hat 2025 etwas besser abgeschnitten als erwartet. Das BIP legte im Jahresverlauf preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent zu, im vierten Quartal 2025 betrug das Wachstum gegenüber dem Vorquartal 0,3 Prozent. Frühindikatoren signalisierten zum Jahreswechsel eine moderate Besserung, gestützt unter anderem durch höhere Konsumausgaben und zunehmende Investitionen. Gleichzeitig dämpften neue Risiken aus dem Konflikt im Nahen Osten und steigende Energiepreise die Perspektiven. Hinzu kämen strukturelle Herausforderungen wie der anhaltende Arbeitsplatzabbau in der Industrie, die Belastungen der sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Gesellschaft und eine deutlich gestiegene Zahl an Unternehmensinsolvenzen, so die Einschätzung der LBBW Research.

„Die Daten signalisieren zwar eine leichte konjunkturelle Entspannung, doch die strukturellen Bremsklötze der deutschen Wirtschaft sind unverändert“, sagt Dr. Jens-Oliver Niklasch, Senior Economist im LBBW Research.

BWAX: Südwest-Aktien deutlich hinter dem DAX

Die Aktienunternehmen aus Baden-Württemberg entwickeln sich derzeit schwächer als der deutsche Gesamtmarkt. Der Anteil baden-württembergischer Gesellschaften an der gesamten Marktkapitalisierung von DAX, MDAX und SDAX liegt aktuell bei rund 14,8 Prozent – dem niedrigsten Wert seit Einführung des BWAX im Jahr 2023. Im Zeitraum vom 1. Januar bis 28. Februar 2026 verlor der BWAX rund 12,5 Prozent an Wert, während der DAX im gleichen Zeitraum um etwa 2,9 Prozent zulegte.

„Der BWAX läuft dem DAX aktuell hinterher – vor allem, weil einzelne Schwergewichte wie SAP und Porsche den Index stark beeinflussen“, sagt Henning Oligmüller, Investmentanalyst, LBBW Research.

Automobilindustrie: Verteidigung kann Rückgang nicht auffangen

Die deutsche Automobilindustrie befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Im Jahr 2025 ging die Beschäftigung in der Branche um 6,3 Prozent zurück, besonders stark bei Zulieferern von Teilen und Zubehör. Höhere Verteidigungsbudgets eröffnen laut LBBW Research zwar punktuelle Chancen, diese reichten aber nicht aus, um den Rückgang in den anderen Branchen zu kompensieren. Baden-Württemberg sei mit Konzernen wie Mercedes-Benz, Bosch, ZF und Mahle besonders stark von einem Strukturwandel betroffen.

„Die deutsche Autoindustrie muss sich auf ein neues Normal einstellen“, sagt Frank Biller, Senior Analyst Automotive, LBBW Research.

Heizungswende: Süden Deutschlands trägt wesentlich bei

Beim Heizen von Gebäuden dominieren fossile Energieträger weiterhin das Bild. Deutschlandweit werden knapp 80 Prozent der Heizungen mit Gas, Öl oder Kohle betrieben. In Baden-Württemberg liegt der fossile Anteil mit 73 Prozent zwar unter dem Bundesdurchschnitt, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig beschleunigt sich der Umbau: 2025 wurden bundesweit fast 300.000 Wärmepumpen installiert, rund 80 Prozent davon in Bestandsgebäuden – ein deutliches Zeichen für die wachsende Akzeptanz dieser Technologie. Baden-Württemberg zähle laut Research beim Anteil der Wärmepumpen im Gebäudebestand zu den Spitzenreitern in Deutschland und trage damit wesentlich zur Heizungswende im Süden der Republik bei.

„Der Süden Deutschlands zeigt beim Heizungstausch, dass der Umbau hin zu mehr Klimaschutz machbar ist – trotz hohem fossilem Ausgangsniveau“, sagt Sabrina Kremer, Senior Sustainability Analyst, LBBW Research.

Studie und Hinweis

Die vollständige Studie „Die Stimmung der Wirtschaft – BW Quarterly Q1/2026“ mit weiteren Grafiken, Tabellen und Detailanalysen finden Sie anbei und steht unter LBBW.de/Research zur Verfügung. Bitte beachten Sie den Disclaimer und wichtige Offenlegungstatbestände im Appendix der Studie.

Die Ansprechpartner bei der LBBW

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns.

Kathrin Meyer

Kathrin Meyer

Pressereferentin Unternehmenskunden, Personal/HR

Besuchen Sie mich

Kontakt

Kontakt aufnehmen
Jeannette Brakemeier, Pressereferentin für Mitteldeutschland bei der LBBW

Jeannette Brakemeier

Pressereferentin Digitalisierung, Region Ost/Bayern

Besuchen Sie mich

Kontakt

Kontakt aufnehmen

Weltweit

LBBW weltweit

Benachrichtigungen

Bleiben Sie mit unseren Benachrichtigungen auf dem neusten Stand.

Es ist ein Fehler aufgetreten

Benachrichtigungen konnten nicht aktiviert werden

Um Benachrichtigungen zu erhalten, ist es erforderlich, dass Sie Benachrichtigungen in Ihren Browsereinstellungen aktivieren bzw. zulassen. Eventuell stehen Benachrichtigungen auf Ihrem Endgerät nicht zur Verfügung.

Wählen Sie die Rubriken für Ihre Benachrichtigungen aus. Sie können diese Einstellung jederzeit ändern.

Es ist ein Fehler aufgetreten