19.08.2026
Zinsanstieg belastet Technologiewerte
Kapitalmärkte Daily | In Asien geraten Halbleiterwerte durch steigende Langfristrenditen unter Druck.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Halbleiter-Ausverkauf weitet sich aus
- Brent legt vierten Tag in Folge zu
- Fed veröffentlicht Protokoll
Renditeanstieg trifft Realwirtschaft
Der Ausverkauf im Halbleitersektor hat sich in Asien beschleunigt. Samsung und SK Hynix verloren in Seoul phasenweise über sieben Prozent, der Kospi brach um knapp sechs Prozent ein, der Topix gab 2,9 % nach. Der Auslöser der jüngsten Kursrückgänge liegt jedoch nicht im Sektor selbst, sondern am langen Ende der Zinskurve. Die Finanzierungskosten der großen Technologieunternehmen steigen mit den Langfristrenditen, und damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob die angekündigten Investitionsprogramme in diesem Zinsumfeld Bestand haben. Die 30-jährige Treasury-Rendite markierte zuletzt mit 5,31 % den höchsten Stand seit 2007, die 10-jährige Rendite nähert sich ihrem Jahreshoch. Über Nacht kam es zu einer gewissen Stabilisierung – beide Laufzeiten gaben rund einen Basispunkt nach. Vor dem Hintergrund der schwachen Vorgaben notieren die europäischen Aktienfutures aktuell leicht im Minus.
Golf-Konflikt nährt Inflationssorgen
Der Nahost-Konflikt verschärft die Lage von der Inflationsseite her. Der Iran feuerte am Dienstag zwei ballistische Raketen in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate ab – der erste bekannte Angriff auf den Golfstaat seit Mai. US-Präsident Trump verneinte zugleich laufende Gespräche mit Teheran. Brent legte den vierten Tag in Folge zu und notiert über 91 USD nach einem Plus von 4,5 % in den drei vorangegangenen Sitzungen. Freundlich präsentierte sich der kanadische Dollar, nachdem Washington die 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren nach Verhandlungen für drei Tage aufgeschoben hat.
Der ZEW-Index ist im August von 26,3 auf 34,2 Punkte gestiegen. Die Lageeinschätzung verbesserte sich noch deutlicher, und zwar von -77,6 auf -61,1 Punkte, der höchste Wert seit Juli 2025.
Fed im Fokus
Der Datenkalender ist heute nur spärlich gefüllt. Die größte Aufmerksamkeit dürfte der Veröffentlichung des Fed-Protokolls zur Juli-Sitzung des Offenmarktausschusses zuteilwerden. Da Notenbankchef Warsh seine Kommunikation deutlich zurückgefahren hat, ist das Protokoll derzeit die ergiebigste Quelle zur Frage, wie der Offenmarktausschuss den Anstieg der Langfristzinsen selbst bewertet bzw. ob er ihn als geldpolitisch willkommene Straffung betrachtet. Hinweise auf die aktuelle Kauflaune der US-Konsumenten könnten die Quartalsberichte der Einzelhändler Lowe’s und Target sowie des Kosmetikgüterkonzerns Estée Lauder geben.
Von: Michael Köhler, Senior Strategist
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