15.09.2026

Renditeanstieg setzt sich fort

Kapitalmärkte Daily | Neue Corporate Bonds bleiben gefragt. Im Fokus: September-Verfall am Freitag sowie heute ZEW-Konjunkturerwartungen und US-Industriezahlen.

Zinskurve mit mit einem Kugelschreiber überprüft
Zinskurve mit mit einem Kugelschreiber überprüft

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • Neue Corporate Bonds weiterhin gefragt
  • September-Verfallstermin am Freitag
  • Heute ZEW und US-Industrie

Höhere Kupons bei Neuemissionen

Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen übertraf gestern zwischenzeitlich die Marke von 5,0 %. Auch bei deutschen Bundesanleihen erhöhte sich die Rendite. Damit setzte sich der Trend der vergangenen Woche fort, in der die Renditen an den globalen Anleihemärkten auf neue Mehrjahreshöchststände gestiegen waren. Die entsprechenden Kursverluste belasten die Performance von Anleihen. Was einerseits negativ für den Portfolio-Bestand ist, kann andererseits positiv für Portfolio-Zugänge sein: Die Kupons für neue Unternehmensanleihen in der EUR-Währung übertrafen in der vergangenen Woche überwiegend die Marke von 4 %. Investoren griffen bei den Neuemissionen von Corporate Bonds daher weiterhin kräftig zu und zeichneten im Schnitt das Dreifache des später begebenen Volumens. Die Unternehmen nutzten das Zeitfenster nach der Sommerpause gut aus und platzierten mit 20,3 Mrd. EUR das viertgrößte Wochenvolumen seit Jahresanfang – trotz des insgesamt schwierigeren Umfelds an den Aktien- und Anleihemärkten. Dabei gelangen vergangene Woche auch zwei größere Transaktionen: Der US-Fahrdienstvermittler Uber begab bei seinem Debut am EUR-Bondmarkt mit 4,5 Mrd. EUR (5 Bonds mit Laufzeiten von 3 bis 20 Jahren) das drittgrößte Volumen des Jahres – gefolgt vom französischen Telekom-Konzern Orange, der mit 4,1 Mrd. EUR die viertgrößte EUR-Transaktion seit Jahresanfang platzierte.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg gestern im Tagesverlauf über die Marke von 5 % (erstmals nach 2023) und schloss dann leicht unter darunter.

5.01

%

Rendite 10Y US-Treasuries

September-Verfallstermin am Freitag

Die Aktienmärkte starteten gestern mit Verlusten in die Woche. Der DAX gab um 0,5 % nach und der Euro Stoxx 50 sank um 1,0 %. Die US-Börsen schlossen ebenfalls im Minus. Bei den Einzelwerten gab es dabei eine uneinheitliche Entwicklung: KI-nahe Titel und teilweise auch zyklische Werte litten, während ein Großteil der Aktien außerhalb des Technologiesektors zulegte. Vermutlich positionieren sich einige Investoren auch bereits für den großen (dreifachen) September-Verfallstag am Freitag, wenn an den Terminbörsen eine Vielzahl an Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig werden.

Heute ZEW und US-Industrie

Am frühen Morgen gab es aus China bereits Daten zur Industrieproduktion (im August mit +5,2 % yoy besser als erwartet) und zu den Einzelhandelsumsätzen (mit -0,4 % yoy unter den Erwartungen). Am Vormittag veröffentlicht das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung seinen ZEW Index für Deutschland. Nach 34,2 Punkten im Vormonat rechnet der Konsens mit einem weiteren Anstieg der ZEW Erwartungen. Am Nachmittag folgt aus Übersee noch der Empire Manufacturing Index: Dieses Barometer für das Verarbeitende Gewerbe in den USA dürfte laut Konsens-Prognosen im September schwächer ausfallen. Das wichtigste geldpolitische Ereignis dieser Woche beginnt heute mit der zweitägigen Sitzung der US-Notenbank Fed. Am Mittwochabend wird sie ihren Zinsentscheid verkünden. Wir rechnen nach den am Freitag etwas höher als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten mit einer Anhebung der US-Leitzinsen um 25 Basispunkte.

Von: Matthias Schell, CFA Senior Credit Analyst

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