09.04.2026
Waffenruhe beflügelt Aktienmärkte
Kapitalmärkte Daily | Die Ankündigung des zweiwöchigen Waffenstillstandes im Krieg der USA und Israels gegen den Iran sorgte für Erleichterung an den Finanzmärkten.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Aktienmärkte gestern deutlich im Plus
- Ölpreis sinkt, US-Dollar schwächelt
- Staatsanleiherenditen fallen
Erleichterung an den Aktienmärkten
Die Ankündigung des zweiwöchigen Waffenstillstandes im Krieg der USA und Israels gegen den Iran sorgte für Erleichterung an den Finanzmärkten. Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent rutschte gestern unter 92 US-Dollar je Fass, was dem tiefsten Stand seit Mitte März entspricht. Zwar zogen die Notierungen für Rohöl im Tagesverlauf wieder etwas an, verharrten aber unter 100 US-Dollar je Fass. Der deutsche Aktienindex DAX machte gleich zum Handelsstart einen ordentlichen Satz über die Marke von 24.000 Punkten. Letztendlich beschloss der DAX den Handel mit einem Plus von gut 5 %. Auch die US-Aktienmärkte legten zu.
Rally am Rentenmarkt
Am Rentenmarkt kam es gestern angesichts fallender Ölpreise und damit sinkender Inflationssorgen zu einer kräftigen Rally. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen fielen auf den tiefsten Stand seit Mitte März, die Pendants für zweijährige Laufzeiten sanken ebenfalls deutlich. Spekulationen auf Zinssenkungen der US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf gewannen wieder an Fahrt, wurden aber durch die Unsicherheit über das künftige Ölpreisniveau gedämpft. Auch die Bundrenditen gingen merklich zurück. Laut dem gestern veröffentlichten Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung vertrat eine wachsende Anzahl der Währungshüter die Auffassung, dass bei einem länger anhaltenden Konflikt im Nahen Osten Zinserhöhungen notwendig werden könnten.
US-Dollar schwächelt
In den vergangenen Wochen war die US-Währung als sicherer Hafen an den Devisenmärkten begehrt gewesen, zumal die USA Nettoexporteur von Rohöl sind. Zudem wird der Ölhandel vorwiegend in US-Dollar abgewickelt. Die steigenden Ölpreise seit Beginn des Iran-Kriegs sorgten so ebenfalls für eine höhere Nachfrage nach dem Dollar. Die Ankündigung der Waffenruhe brachte den US-Dollar gestern spürbar unter Druck. Der Greenback notierte gegenüber dem Euro so schwach wie zuletzt Anfang März. Auch gegenüber einer Reihe anderer Währungen wie dem britischen Pfund, dem Schweizer Franken oder dem japanischen Yen verlor der US-Dollar an Wert. Die wiederkehrende Risikofreude sorgte zudem für kräftige Gewinne von Währungen wie dem ungarischen Forint gegenüber dem US-Dollar.
Der Wechselkurs des US-Dollar zum Euro übersprang gestern die Marke von 1,17 US-Dollar je Euro. So schwach notierte der Greenback gegenüber dem Euro zuletzt Anfang März.
Iran-Konflikt bleibt im Fokus
Die bange Frage, ob der Waffenstillstand von allen Seiten eingehalten wird, steht heute im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Viele Punkte sind vor dem Beginn der konkreten Verhandlungen ungeklärt. So ist die von den USA geforderte Öffnung der für den Rohstoffhandel wichtigen Straße von Hormus nicht umgesetzt. Der Iran verweist auf die anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon. Entsprechend könnte die Euphorie an den Finanzmärkten schnell wieder ausgebremst werden. Der Ölpreis zog bereits etwas an. Die Stimmung an den Aktienmärkten in Asien war heute Morgen gedämpft. Makrodaten werden am heutigen Handelstag einmal mehr eine Randnotiz sein. Am ehesten dürfte die PCE Kernrate Beachtung finden, da diese das bevorzugte Inflationsmaß der Federal Reserve ist.
Von: Dr. Katja Müller, Senior Economist
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