21.01.2026
US-Assets im Visier
Kapitalmärkte Daily | Im Verlaufe des gestrigen Handelstages verlor eine ganze Reihe von Finanzmarkttiteln in der Gunst der anlegenden Gemeinde.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- US-Renditen rauf, „Greenback“ und US-Aktien runter
- Der Tag verspricht, unterhaltsam zu werden
Im Verlaufe des gestrigen Handelstages verlor eine ganze
Reihe von Finanzmarkttiteln in der Gunst der anlegenden Gemeinde. Besonders heftig traf es US-Aktiva. Für den Aktienindex S&P 500 ging es dabei hinab bis unter den Schlusskurs des vorigen Jahres. Alle schönen Gewinne der ersten Handelstage 2026: futsch. Auch die Renten standen gestern unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sprintete nach oben auf Niveaus knapp an die Marke von 4,30 % heran. In diesen Höhen hatte die Zeitreihe vier lange Monate nicht mehr oszilliert. All dies freute die Gemeinschaftswährung: Gegenüber dem US-Dollar übersprang der Euro gestern wieder einmal die Marke von 1,17 USD. Derweil bleibt das Gold auch 2026 gesucht. Beim Preis für eine Feinunze liegen wir heute früh jenseits von 4.860 USD. Hier summieren sich die Gewinne für die Zeit seit Jahresbeginn auf fast 13 % – in gerade einmal drei Wochen! Die Edelmetalle betreiben „Risk-off“ in Zeitraffer.
Das Gold hat an den Finanzmärkten einen Lauf: mittlerweile keinen kurzen Spurt mehr, sondern einen Marathon. Wer erinnert sich noch an bspw. den 1.11.2022? Goldpreis bei 1.633 USD.
Am Rande notiert: Ins Bild passt die Meldung vom gestrigen Mittag, wonach der dänische Pensionsfonds „AkademikerPension“ plant, alle US Treasuries im Bestand bis zum Ende dieses Monats abzustoßen. Als Begründung wurden Bonitätserwägungen ins Feld geführt.
… nicht zum ersten Mal
Es drängt sich der Verdacht auf, dass für das derzeit wilde Treiben an den Finanzmärkten diejenige Politik verantwortlich zeichnet, die Washington fährt. Wir erinnern uns: Gestern vor einem Jahr zog eine neue Führung in das dortige Oval Office ein. Nachfolgend begann ein Ausverkauf des „Greenback“ in selten gesehener Stärke und Geschwindigkeit. Innerhalb von fünf Monaten ging es aus Regionen um die 1,03 USD bis in Gefilde um die 1,18 USD. Leitzinsänderungen dies- und jenseits des Atlantiks, die genannte Bewegung hätten erklären können, gab es zu jener Zeit nicht. Damals wurde im angloamerikanischen Jargon der Terminus „Moron discount“ geprägt: ein Abschlag auf eine Finanzmarktzeitreihe wegen des Treibens eines, auf Schwäbisch, „Grasdackels“. Aktuell könnte erneut die Zeit gekommen sein für besagten Preisabschlag.
Es gehört nicht viel prognostische Qualität dazu, um vorherzusagen, dass die US-Führung auch heute wieder das weltpolitische Tohuwabohu befeuern wird. Davos, das Weltwirtschaftsforum, liefert hierfür die perfekte Bühne. Die „Air Force One“ musste zwar auf dem Weg dorthin, technisch bedingt, umkehren. Aber die Reise wird mit einem anderen Flugzeug erneut angetreten. Zu Hause, in den Vereinigten Staaten, könnte heute ein Urteil von beträchtlicher Tragweite gesprochen werden. Der Oberste Gerichtshof des Landes befindet darüber, ob es zulässig war, die Fed-Direktorin Lisa Cook zu entlassen. Es könnte eine weitere gerichtliche Niederlage der US-Regierung geben. Lassen wir uns überraschen!
Von: Dr. Thomas Meißner, Leiter Research Finanzmarktstrategie
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