20.08.2026

Trump droht, Bessent beruhigt

Kapitalmärkte Daily | Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt: US-Präsident Donald Trump hat den Iran gestern erneut mit Drohungen überzogen.

straße von hormus Iran
straße von hormus Iran

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • Bessent erhöht Anleihekaufprogramm
  • Trump droht Iran und Oman
  • Fed-Protokoll etwas „hawkisch“

Bessent beruhigt

Zu Beginn der Woche erreichten die Renditen 30jähriger US-Staatsanleihen mit 5,31 % den höchsten Stand seit 2007 – schlechte Nachrichten für die Staatsfinanzen, wenn Refinanzierungen immer teurer werden. Kein Wunder, dass Scott Bessent eine Erhöhung des laufenden Anleiherückkaufprogramms verkündete, um die Märkte zu beruhigen. Demnach sollen die Rückkaufvolumina für langlaufende Staatsanleihen von zwei auf mindestens vier Mrd. USD pro Operation erhöht werden; betroffen sind Anleihen mit Laufzeiten von 10 bis 20 Jahren sowie 20 bis 30 Jahren. Das Volumen ist im Vergleich zum gesamten US-Staatsanleihemarkt von 32,2 Bio. USD verschwindend gering. Dennoch: Bessent wählte mit seiner Ankündigung ein Liquiditäts-Sommerloch, um Bond-Shortseller auf dem falschen Fuß zu erwischen. Die Lage an den Rentenmärkten beruhigte sich erst einmal, die 30jährigen Renditen fielen um neun Basispunkte zurück. An den längerfristigen strukturellen Trends ändert dies freilich wenig: Das Angebot an Staatsanleihen erhöht sich, weil die USA ihre Verschuldung ausweiten – hierzu hatte das US-Finanzministerium erst gestern bekanntgegeben, dass die gesamten US-Schulden erstmals die Marke von 40 Bio. USD überschritten haben. Zudem benötigen die US-Technologiekonzerne Kapital, um ihre gigantischen KI-Investitionen zu finanzieren.

Trump droht

Derweil bleibt die Lage in Nahost angespannt, und die Ölpreise legten weiter zu. Iran hatte erklärt, eine offensivere Haltung einzunehmen und die Straße von Hormus geschlossen zu halten. Gleichzeitig schlossen die Vereinigten Staaten eine Verlängerung eines Waffenstillstands aus. Dieses „Memorandum of Understanding“ wurde von Trump ohnehin bereits während des NATO-Gipfels Anfang Juli in Ankara für bedeutungslos erklärt. Während dieser Frist sollten Oman und Iran eine Lösung finden, wie künftig die Schifffahrt in der Straße von Hormus organisiert werden soll. Trump drohte Oman zu Wochenbeginn, er wolle das Land in Grund und Boden bombardieren, wenn es den USA in die Quere kommen würden. Trump befürchtet, dass Oman nicht nur vermittelt, sondern Irans Position in der Straße von Hormus stärkt - und damit die USA schwächt. Gestern überzog Trump Iran mit neuen Drohungen: Via Truth Social schrieb der US-Präsident von einem beispiellosen Wirtschaftskrieg und stellte einen wirtschaftlichen D-Day in Aussicht. Wie er das umsetzen möchte, blieb zunächst offen. Er braucht hierzu Verbündete – aber der größte Abnehmer iranischer Rohölexporte, die Volksrepublik China, dürfte sich hiervon wohl kaum beeindrucken lassen.

Gestern legte Unitree, ein Hersteller von humanoiden Robotern, in China ein fulminantes Börsendebüt hin. Das Unternehmen ist nun umgerechnet 50 Mrd. USD wert.

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Kursplus Unitree-IPO

Warsh wartet

In diesem Umfeld steht die Geldpolitik vor besonderen Herausforderungen. Gestern gab das Fed-Protokoll zur Juli-Sitzung hierzu einen Einblick, als die Fed unter der Führung von Kevin Warsh die Leitzinsen unverändert beließ. Drei Mitglieder votierten für eine Anhebung um 25 Basispunkte, und „mehrere“ Währungshüter sahen eine restriktivere Geldpolitik als notwendig an, weil der Preisdruck breit angelegt erscheine. Heute früh stabilisierten sich die Aktienmärkte in Asien; die Stabilisierung an den Bondmärkten beruhigte auch die Akteure an den Aktienmärkten. Der Nikkei legte um knapp 1 % zu, und der technologielastige Kospi erholte sich um 6 %. Heute steht u. a. der Philly Fed-Index im Fokus, und unternehmensseitig wird Walmart Zahlen vorlegen.

Von: Frank Klumpp, CFA Senior Strategist

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