19.05.2026

Japan: BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026

Einschätzung | Die japanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,1 %.

Blick auf Tokyo mit Fuji Japan
Blick auf Tokyo mit Fuji Japan

Die japanische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal 2026 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,1 %, wie die Regierung heute mitteilte. Im Vergleich zum Vorquartal lag der Zuwachs bei 0,5 % und damit höher als allgemein erwartet worden war (Konsens: 0,3 %).

Unsere Einschätzung zum japanischen BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026

Vor allem die Exporte (+1,7 % Q-Q) stützten das Wachstum im ersten Quartal. Der Beitrag der Netto-Exporte zum BIP-Wachstum lag bei 0,2 %-Punkten. Aber auch der private Konsum, die Ausrüstungsinvestitionen und die staatlichen Investitionen trugen je 0,1 %-Punkte zum BIP-Wachstum bei. Damit präsentierte sich der moderate Aufschwung zum Jahresbeginn recht breit aufgestellt, was Hoffnungen auf ein passables Jahr 2026 für die ansonsten so anämische japanische Wirtschaft nähren würde – wäre da nicht der Krieg im Iran.

Denn für das ressourcenarme Japan sind die steigenden Ölpreise eine große Herausforderung. Rohöl der Sorte Brent, das vor dem Krieg zu einem Preis von etwa 70 USD pro Barrel gehandelt wurde, kostete zuletzt fast 110 USD pro Barrel. Die Straße von Hormus, eine zentrale Transportroute für Ölexporte vom Persischen Golf nach Asien, ist aufgrund des Krieges praktisch blockiert, was die Preise in die Höhe treibt. Japan hat einige Ölreserven freigegeben und arbeitet an alternativen Routen, die Belastungen sind gleichwohl enorm. Immerhin stützen erhöhte Ausgaben für künstliche Intelligenz und die Verteidigung die Konjunktur. Je nachhaltiger der Anstieg der Energiepreise die globale Konjunktur aber unter Druck setzt, umso vorsichtiger werden auch die exportorientierten japanischen Unternehmen bei weiteren Investitionen sein und auch die privaten Konsumenten werden sich mit ihren Ausgaben in einem solchen Umfeld mit zudem steigenden Preisen eher zurückhalten.

Mit Blick auf den schwachen Yen, der Importe zusätzlich verteuert, steigt bei tendenziell weiter anziehenden Preisen zudem der Druck auf Japans Zentralbank, die Zinssätze anzuheben, was die konjunkturellen Perspektiven weiter eintrüben würde.

Dass sich die erfreuliche Dynamik des Jahresauftakts beim BIP-Wachstum so fortsetzen wird, halten wir daher für unwahrscheinlich.

Von: Matthias Krieger, Senior Economist

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