09.06.2026
Waffenruhe treibt Börsen an
Kapitalmärkte Daily | Zur besseren Stimmung an den Börsen trug bei, dass Iran und Israel nach heftigen Kämpfen verkündeten, ihre Angriffe wieder einzustellen.
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- Auftragsschwund in der Industrie
- Hoffnung auf Entspannung der Lage in Nahost
- Chipwerte erholen sich in den USA und Asien
Auftragseingänge für die Industrie im April zurückgegangen
Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland im April 2026 gegenüber März 2026 saison- und kalenderbereinigt um 3,8 %. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen war der Auftragseingang ebenfalls um 3,8 % niedriger als im Vormonat. Verantwortlich hierfür waren vor allem die schwächere Nachfrage aus den Euro-Ländern und in wichtigen Branchen wie dem Auto- und Maschinenbau. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Februar 2026 bis April 2026 um 3,1 % niedriger als in den drei Monaten zuvor. Ohne Großaufträge stieg er im gleichen Zeitraum um 3,5 %. Der März-Wert wurde von plus 5 % gegenüber Februar 2026 auf 4,5 % revidiert. Nichtsdestotrotz ein starker Anstieg, der auch darauf zurückzuführen war, dass im ersten Monat des Irankrieges viele Unternehmen Bestellungen aus Angst vor kriegsbedingten Lieferproblemen vorgezogen hatten.
Die Gegenreaktion zum sehr guten März-Wert ist von uns erwartet worden, allerdings fiel sie kräftiger aus als prognostiziert. Insgesamt fällt es schwer, aus den aktuellen Zahlen einen Trend für die Konjunktur herauszulesen. Schließlich läuft es ohne Großaufträge gar nicht einmal so schlecht, jedenfalls gemessen an den zwei, drei Vorjahren. Die im April um 4,2 % gesunkenen Auslandsaufträge und die um 2,9 % gefallenen Inlandsaufträge sprechen aber nicht für eine baldige Wirtschaftserholung. Wir haben deshalb unsere BIP-Prognose für 2026 bereits von 0,5 % auf 0,3 % gesenkt.
Tech-Rebound und Feuerpause
Nach der jüngsten Tech-Verkaufswelle am Freitag legten die Aktien von Chip-Herstellern wieder zu. Der technologielastige Nasdaq 100 schloss 1,6 % höher und der S&P 500 verbesserte sich um 0,3 %. Beim Dow Jones stand ein Minus von 0,16 % zu Buche. Zur besseren Stimmung trug bei, dass Iran und Israel nach heftigen Kämpfen am Sonntag und Montag im Tagesverlauf verkündeten, ihre Angriffe wieder einzustellen. Diese Nachricht sorgte am Montagnachmittag auch an den europäischen Börsen für vorsichtigen Optimismus. Der DAX machte einen Teil seiner Tagesverluste wieder wett. Die Lage bleibt aber prekär!
News-Agenda dünn bestückt
Mehr Aufschluss über die Lage in der deutschen Konjunktur liefern heute die Zahlen zur Industrieproduktion. Wir rechnen mit einem schwachen Start ins zweite Quartal. Auf der US-Makroagenda stehen das NFIB-Wirtschaftsvertrauen, die Handelsbilanz sowie die Verkäufe bestehender Häuser. Auf Unternehmensseite stehen die Zahlen des SAP-Rivalen Oracle im Fokus, wobei sich die Anleger besonders für die Entwicklung des KI-Geschäftes interessieren.
Von: Antje Laschewski, Senior Analyst
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