07.07.2026
LBBW Research: Märkte zwischen Unsicherheit und Reformen
Pressemitteilung | Studie
- Geopolitische Risiken bleiben zentraler Belastungsfaktor
- LBBW Research sieht weiteres Aufwärtspotenzial bei Zinsen
- Aktienmärkte vor selektiverer Phase
Im Halbjahresausblick 2026 analysiert LBBW Research ein Marktumfeld, das von geopolitischer Unsicherheit, Reformhoffnungen in Deutschland und steigenden Zinsen geprägt ist. Unter dem Titel „Märkte zwischen geopolitischer Unsicherheit und Reformen“ rücken die Analystinnen und Analysten zentrale Entwicklungen bei Konjunktur, Zinsen, Währungen, Aktien, Immobilien und Rohstoffen in den Fokus.
Die deutsche Wirtschaft steht nach Einschätzung des LBBW Research vor einer entscheidenden Phase. Zwar dürfte die expansive Fiskalpolitik Impulse setzen. Zugleich kommt es nun darauf an, ob die Bundesregierung die angekündigten strukturellen Reformen konsequent voranbringt und damit neues Vertrauen bei Unternehmen, Investoren und Verbraucherinnen und Verbrauchern schafft.
„Die Koalition muss jetzt die Nerven behalten“, heißt es in der Analyse von Dr. Moritz Kraemer, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW, mit Blick auf den erwarteten „Sommer der Reformen“. Ein Scheitern würde die Stimmung weiter belasten.
Ein weiterer zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die geopolitische Lage. Besonders der Konflikt am Persischen Golf zeigt nach Einschätzung des LBBW Research, wie eng geopolitische Risiken mit Rohstoffmärkten, Inflation, Lieferketten und Kapitalmarktentwicklung verbunden sind. Eine nachhaltige Entspannung ist daher entscheidend für Wachstumserwartungen, Zinsausblick und Risikobereitschaft an den Märkten.
„Der Konflikt am Persischen Golf ist derzeit in eine ruhigere Phase übergegangen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein dauerhafter Frieden keine ausgemachte Sache ist. Die Lage kann auch wieder eskalieren und den Druck auf Wachstum und Inflation wieder erhöhen. Ein solcher Ausgang würde vermutlich zu höheren Zinsen am kurzen wie am langen Ende führen und die Aktienmärkte belasten“, schätzt Dr. Moritz Kraemer ein.
Zinsen bleiben im Fokus, Chance-Risiko-Verhältnis für Aktien verschlechtert sich
Für die Kapitalmärkte erwartet das LBBW Research ein anspruchsvolles Umfeld. Nach Einschätzung der Expertinnen und Experten dürfte die EZB ihren Einlagesatz bis Jahresende 2026 um weitere 25 Basispunkte anheben; bei 2,50 Prozent dürfte der Gipfel erreicht sein. Auch die langfristigen Zinsen tendieren laut Halbjahresausblick eher nach oben.
An den Aktienmärkten hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis nach Einschätzung des LBBW Research verschlechtert. Die Analysten empfehlen, selektiv Gewinne mitzunehmen und Aktien tendenziell unterzugewichten. Chancen sehen sie unter anderem in Finanzwerten sowie defensiven Sektoren wie Telekommunikation und Gesundheit.
Immobilien: Erholung mit Einschränkungen
Am Wohnimmobilienmarkt bleiben die Preise im Aufschwung, die Dynamik hat jedoch nachgelassen. Für das laufende Jahr hält das LBBW Research an der Prognose eines Preisanstiegs von 3 bis 4 Prozent fest, sieht die Entwicklung aber eher am unteren Rand der Spanne. Bauzinsen über 4 Prozent bleiben demnach vorerst Normalität.
Studie und Hinweis
Die vollständige Studie „Märkte zwischen geopolitischer Unsicherheit und Reformen“ mit weiteren Grafiken, Tabellen und Detailanalysen finden Sie anbei und steht unter www.LBBW.de/Research zur Verfügung. Bitte beachten Sie den Disclaimer und wichtige Offenlegungstatbestände im Appendix der Studie.
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Kathrin Meyer
Jeannette Brakemeier