25.06.2026
Wohnimmobilienpreise im ersten Quartal 2026 gestiegen
Einschätzung | Ein deutlicher Dämpfer im ersten Quartal 2026: Die Preise privater Wohnimmobilien steigen weiter.
Das Statistische Bundesamt vermeldete, dass die Preise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen sind. Gegenüber dem Vorjahresquartal beläuft sich das Plus auf 1,4 %.
Unsere Einschätzung zum Anstieg der deutschen Wohnimmobilienpreise
Ein deutlicher Dämpfer im ersten Quartal 2026: Die Preise privater Wohnimmobilien steigen weiter, die Dynamik ließ zuletzt aber spürbar nach. Die sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in den Zahlen zum ersten Quartal noch nicht ablesbar und dürften sich im weiteren Verlauf des Jahres noch einmal negativ auswirken. Die Preise für neu erstellte Wohnimmobilien stiegen im Jahresvergleich um 2,1 %, während bestehende Wohnimmobilien um nur noch 1,2 % zulegten. Treibender Faktor bleibt nach wie vor die Wohnraumknappheit. Mit Leerstandsquoten von rund 1 % in einigen westdeutschen Bundesländern bleibt auch die Marktmacht der Vermieter hoch.
Der Bedarf von mehr als 300.000 jährlich fertiggestellten Wohneinheiten wurde 2025 erneut deutlich verfehlt. Die Zahl der Fertigstellungen ging sogar um 18 % auf 207.000 Einheiten zurück. Während sich der Rückstau bereits genehmigter Wohnungen auftürmt, erlöschen immer mehr nicht realisierte Genehmigungen.
Immerhin: Der Druck vonseiten der Demografie ließ zuletzt nach. In Deutschland nahm die Bevölkerungszahl 2025 leicht ab. Zudem steigen die Aufträge für neue Wohneinheiten sowohl beim Kreditvolumen als auch in der Anzahl weiter. Die Refinanzierungskosten ziehen indes weiter an. Ein Bauzins von über 4 % dürfte 2026 wohl zur Normalität gehören.
Auch in den kommenden Jahren ist vorerst nicht mit einer Entspannung am Wohnimmobilienmarkt zu rechnen. Das Angebot kann die Nachfrage nicht decken. Wir erwarten für das Jahr 2026 weiterhin einen Anstieg der Immobilienpreise um 3 bis 4 %. Aufgrund der sich abschwächenden Dynamik sehen wir aktuell aber eher eine Entwicklung am unteren Rand der Spanne.
Von: Benedikt Horwedel, Junior Analyst im LBBW Research