06.11.2026
Midterms in den USA beflügeln Rentenmärkte
Die US-Zwischenwahlen stützen Staatsanleihen: Anleger hoffen auf ein geringeres Haushaltsdefizit und Fortschritte im Iran-Konflikt.
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Konjunktur
Die Stimmung in der europäischen Wirtschaft trübte sich im Oktober den zweiten Monat in Folge ein. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) sank abermals leicht um 0,6 auf 96,9 Punkte sowohl in der EU als auch im Euroraum. Bereits im September war ein Rückgang in ähnlicher Größenordnung zu verzeichnen gewesen, nachdem der ESI zuvor deutlich gestiegen war. Er liegt weiterhin unter seinem langjährigen Durchschnitt von 100, aber deutlich über den diesjährigen Tiefständen, die im April markiert worden waren. Insgesamt bewegt sich der ESI in den EWU-Staaten seit Ende 2023 ungefähr seitwärts. Darüber hinaus ist das deutsche BIP um 0,2 % zum Vorquartal gewachsen. Die Ergebnisse der Vorquartale sind unverändert. Im ersten Quartal gab es ein Plus um 0,4 %, in Q3 waren es +0,3 %. Die Daten zeigen, dass die Konjunktur hierzulande weiterhin besser läuft als gedacht. Fraglich bleibt, ob sich dies im nächsten Jahr fortsetzen wird. Die Stimmung in der europäischen Wirtschaft trübte sich im Oktober den zweiten Monat in Folge ein. Der von der EU-Kommission erhobene Economic Sentiment Indicator (ESI) sank abermals leicht um 0,6 auf 96,9 Punkte sowohl in der EU als auch im Euroraum. Bereits im September war ein Rückgang in ähnlicher Größenordnung zu verzeichnen gewesen, nachdem der ESI zuvor deutlich gestiegen war. Er liegt weiterhin unter seinem langjährigen Durchschnitt von 100, aber deutlich über den diesjährigen Tiefständen, die im April markiert worden waren. Insgesamt bewegt sich der ESI in den EWU-Staaten seit Ende 2023 ungefähr seitwärts. Darüber hinaus ist das deutsche BIP um 0,2 % zum Vorquartal gewachsen. Die Ergebnisse der Vorquartale sind unverändert. Im ersten Quartal gab es ein Plus um 0,4 %, in Q3 waren es +0,3 %. Die Daten zeigen, dass die Konjunktur hierzulande weiterhin besser läuft als gedacht. Fraglich bleibt, ob sich dies im nächsten Jahr fortsetzen wird.
Zinsumfeld
Die Kursaufwärtsbewegung, welche an den großen Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks seit rund einem Monat im Gange ist, hat in der laufenden Woche neue Nahrung erhalten. Sowohl die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen als auch die Geopolitik haben den Rentenbullen in die Karten gespielt. Das Urteil der US-Wähler ist wie ein Donnerschlag über dem Weißen Haus in Washington niedergegangen, wenngleich der Hausherr Donald Trump gar nicht selbst auf den Stimmzetteln stand. Die positive Reaktion des US-Rentenmarktes auf den Wahlausgang verbinden wir vor allem mit zwei Aspekten. Zum Ersten setzen die Anleger mutmaßlich darauf, dass eine Machtteilung zwischen Regierung und Kongress dazu führt, dass das US-Haushaltsdefizit eingedämmt wird. Zum Zweiten setzen die Finanzmarktteilnehmer nunmehr offenbar darauf, dass die heftige Wahlschlappe von Trumps Republikanern die Chance auf einen baldigen Frieden mit dem Iran erhöht. Der US-Präsident war bereits vor dem Wahltag von seiner Drohung mit baldigen neuen Militärschlägen abgerückt und hatte von diplomatischen Fortschritten gesprochen.
Aktienmärkte
Mit dem klaren Ausklang der Midterm-Wahlen ist eine drohende Hängepartie in Washington vom Tisch. Der Erleichterung folgte an den Märkten jedoch schnell die Erkenntnis, dass der KI-Industrie zukünftig ein starker Gegenwind ins Gesicht blasen wird, zumal die Demokraten voraussichtlich bis 2032 den Senat kontrollieren werden und auch in großen Bundesstaaten den Gouverneur stellen. Ein gebremster Bau von Rechenzentren belastet zunächst die Ausrüster. Perspektivisch kann dies aber Überinvestitionen mit einer anschließenden harten Landung verhindern. Auch die gegenüber den Tech-Milliardären überaus großzügige Steuerpolitik kommt sicher auf den Prüfstand. Kurzfristig belastet dies die Börsen, längerfristig kann dies aber die Grundlagen des Wohlstands sichern und verbreitern. Der Anleger sollte am Aktienmarkt erstmal abwarten.
Der Goldpeis überschritt am Mittwoch wieder die Marke von 4.000 USD je Feinunze. Die Midterms waren der wichtigste Einflussfaktor.
Rohstoffe
Der Goldpreis ist am Mittwoch wieder über 4.000 Dollar je Feinunze gestiegen. Rückenwind lieferte der Wahlsieg der Demokraten in beiden Kammern des amerikanischen Kongresses. Die Aussicht auf politische Blockaden schwächte den Dollar und ließ die Renditen amerikanischer Staatsanleihen sinken. Ein schwächerer Dollar verbilligt das Edelmetall für Käufer aus anderen Währungsräumen, und sinkende Renditen erhöhen die Attraktivität des zinslosen Goldes. Die amerikanische Notenbank bleibt jedoch ein Gegengewicht. Sie beließ ihren Leitzins Ende Oktober unverändert, zwei Direktoriumsmitglieder plädierten aber für eine Anhebung. Der Irankrieg stützt Gold bislang kaum, weil höhere Ölpreise Inflationssorgen und damit die Erwartung steigender Zinsen nähren. Der Krieg wirkt damit weniger als Anlass zur Flucht in sichere Anlagen denn als geldpolitischer Belastungsfaktor. Halt geben die Zentralbanken, die im dritten Quartal 321 Tonnen Gold kauften, 42 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch die Bestände der Gold-ETCs erreichten einen neuen Rekord, während die Nachfrage nach Barren und Münzen um 19 Prozent sank. Wichtigstes Ereignis für die weitere Preisentwicklung dürfte der heutige US-Arbeitsmarktbericht sein.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Konjunktur
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