26.06.2026
Gold hat Aufwärtspotenzial
Das Ende des Irankriegs und die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus sind die Voraussetzungen dafür, dass Gold erneut in einen Aufwärtstrend einschwenkt.
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Konjunktur
Die Laune unter den Unternehmen in Deutschland verbesserte sich im Juni abermals leicht. Das ifo-Geschäftsklima stieg auf 85,6 Punkte und lag damit um 1,1 Zähler über dem jüngsten Tiefstand vom April. Zugleich blieb der Gesamtindikator jedoch deutlich unter dem Normwert von 2015 in Höhe von 100 und damit weiterhin im negativen Bereich. Das ifo-Institut betonte, dass Unternehmen das Umfeld als weniger unsicher einschätzen und auf eine Entspannung der weltpolitischen Situation hoffen. Die Lageeinschätzung ging im Juni besonders kräftig nach oben. Der Indikator für die Erwartungen für die kommenden sechs Monate verbesserte sich dagegen nur leicht. Zu dem Plus trugen insbesondere das verarbeitende Gewerbe, der Handel und das Bauhauptgewerbe bei. Auch die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas verbessert. Die ifo-Exporterwartungen stiegen im Juni gegenüber Mai um 2,0 und damit auf -3,7 Punkte.
Zinsumfeld
Die Rentenanleger waren in der abgelaufenen Woche auf der Gewinnerseite. Aufgrund einer unruhigen Fahrt an den Aktienmärkten war Sicherheit wieder stärker gesucht. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit sank von knapp 3 % auf rund 2,85 %. In den USA sorgen derzeit die Spekulationen um die künftige Strategie der US-Notenbank für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Der neue Chairman der Fed, Kevin Warsh, hatte angekündigt, die Politik des FOMC zu reformieren. In der Rede ging es unter anderem um die relevanten Indikatoren für die US-Konjunktur. Überdies schwebt die Drohung oder das Versprechen im Raum (hier kommt es auf den Standpunkt des Betrachters an), die Märkte weniger durch das Wording der Fed zu leiten, als vielmehr eine zurückhaltende Kommunikationsstrategie zu wählen. Aktuell erwartet der Markt laut Futures für die Fed Funds Target Rate eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Noch zu Jahresbeginn und unmittelbar vor Beginn des Iran-Krieges wurden zwei bis drei Leitzinssenkungen dieser Größenordnung eingepreist.
Aktienmärkte
Geostrategisch haben die USA am Persischen Golf ein Debakel erlebt und müssen darum kämpfen, den Status quo ante wiederherzustellen. Auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz stehen die USA jedoch an der Spitze der Entwicklung, und dieses Thema erlaubte es den Börsen im ersten Halbjahr, die aus dem Krieg resultierenden Belastungen zu überspielen. Nun wachsen aber die Zweifel an der Fortdauer des Trends, das Kapital strömt aus den Spitzenwerten wieder in die Breite des Marktes. Die vergleichsweise hohe Bewertung spricht aber gegen einen reibungslosen Übergang in eine neue Phase der Hausse. Das verschlechterte Zinsumfeld kommt erschwerend hinzu. Außerdem dürfte im Vorfeld der US-Zwischenwahlen auch der politische Stress zunehmen. Daher rechnen wir in den Sommermonaten mit einer Konsolidierungsbewegung an den Aktienbörsen.
Gold sollte weiter als sicherer Hafen gefragt bleiben. Für Mitte 2027 rechnen wir mit Preisen von 5.000 US-Dollar je Feinunze.
Rohstoffe
Das Ende des Irankriegs und die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus sind die Voraussetzungen dafür, dass Gold erneut in einen Aufwärtstrend einschwenkt. Denn mit sinkenden Energiepreisen und abnehmenden Inflationssorgen sollte sich die Stimmung für Gold wieder deutlich verbessern. Die Gold-ETCs dürften nach und nach wieder auf die Käuferseite wechseln. Für steigende Goldpreise sprechen auch die solide Nachfrage nach Münzen und Barren, die wenig dynamische Angebotsseite am Goldmarkt, eine wahrscheinliche Abwertung des US-Dollars in den kommenden Monaten und nicht zuletzt die steigende Nachfrage durch Emittenten von Kryptowährungen. Allerdings dürften die bereits chronisch schwache Schmucknachfrage und die relative Zurückhaltung der Notenbanken bei der Aufstockung ihrer Goldbestände die Dynamik des Anstiegs in den kommenden Monaten bremsen. Die US-Politik bleibt ein Unsicherheitsfaktor, weil sie vermutlich auch weiterhin für die eine oder andere Überraschung an den Finanzmärkten gut sein wird. Das gelbe Metall sollte damit weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleiben, entsprechend sehen wir vom aktuellen Niveau aus Potenzial nach oben. Für Mitte 2027 rechnen wir mit Preisen von 5.000 USD pro Feinunze Gold.
Von: Henning Oligmüller, CIIA Investmentanalyst
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