05.11.2026

Erholungsrally nach den Midterms

Kapitalmärkte Daily | Der Erfolg der Demokraten hat an den Aktienmärkten weltweit für Kursgewinne gesorgt – KI-Aktien gerieten unter Druck.

Mann analysiert Aktienkurse
Mann analysiert Aktienkurse

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • EU-Verbraucherpreise 4 % über Vorjahresniveau
  • US-Dienstleister drosseln Wachstumstempo
  • KI-Aktien weltweit unter Druck

EZB unter Zugzwang

Die Teuerung im Euroraum hat wieder eine Vier vor dem Komma. Nach der gestern veröffentlichten ersten Schätzung des europäischen Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise im Oktober um 4 % über dem Vorjahresniveau. Im September hatte die Rate noch 3,8 % betragen. Der Anstieg entspricht unserer Erwartung. Zuletzt war die Vier-Prozent-Marke im September 2023 erreicht worden. Damals trugen vor allem Lebensmittel zum kräftigen Preisauftrieb bei. Heute ist es die Energie. Sie verteuerte sich im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,8 %, nach 18,9 % im September. Der anhaltende Krieg mit Iran hinterlässt damit deutliche Spuren in den europäischen Verbraucherpreisen. Abseits der Energie fällt der Befund weniger dramatisch aus. Die Kerninflation, welche die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, verharrte bei 2,5 %.

Angesichts der weit vom Zielwert der EZB entfernten Preissteigerungsrate rechnen wir damit, dass sich die Zentralbank im Dezember mit der dritten Erhöhung im laufenden Jahr gegen den Preisauftrieb stemmen wird.

US-Dienstleistungssektor expandiert

Die amerikanische Konjunktur erweist sich als bemerkenswert widerstandsfähig. Darauf deutet auch der gestern veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für den Dienstleistungssektor hin. Zwar sank das Barometer im Oktober von 54,9 auf 54,5 Punkte. Es liegt damit aber weiterhin deutlich über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Zusammen mit dem entsprechenden Industrieindex ergibt sich ein freundliches Bild der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das Barometer für das verarbeitende Gewerbe war zuletzt um einen vollen Punkt auf 55,5 Zähler gestiegen. Der Sektor steht für rund 9,4 % der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Die Belastungen durch den Iran-Krieg haben die Expansion bisher somit weniger gebremst als befürchtet. Im dritten Quartal legte das amerikanische Bruttoinlandsprodukt mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,4 % zu. Als Stützen erweisen sich der robuste private Konsum und der Investitionsboom rund um die künstliche Intelligenz.

Zahlenkarussell dreht sich weiter

Der überraschend große Erfolg der Demokraten bei den Midterms hat an den Aktienmärkten weltweit für Kursgewinne gesorgt. Unter Druck gerieten allerdings KI-Aktien. Investoren befürchten strengere Auflagen, die den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen könnten. Der Dax legte 2,2 % zu und näherte sich seinem Rekordhoch. In den USA stiegen Dow Jones und S&P 500 um 3 % bzw. 1,58 %. Besonders kräftig legten konsumabhängige Werte zu, während Energietitel angesichts fallender Ölpreise etwa 4,8 % verloren. Die Vorgaben aus Asien sind uneinheitlich. Der Nikkei 225 verlor etwa 0,5 %, belastet von Technologiezulieferern, während Hongkongs Hang Seng rund 2,8 % zulegte und Shanghai wenig verändert notierte. Die Kursstruktur spricht für eine Neubewertung politischer Risiken. Heute liegt der Fokus wieder auf der Berichtssaison. Interessant sind vor allem die Zahlen von Commerzbank, Deutsche Telekom und Rheinmetall. Die Makroagenda ist dünn bestückt. Im Mittelpunkt stehen die Veröffentlichung der Auftragseingänge der deutschen Industrie, die Entwicklung der Produzentenpreise in der EWU und der Zinsentscheid der Bank of England. Wegen der hartnäckigen Inflation in Höhe von 3,5 % dürfte die Notenbank den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 4 % erhöhen. Aus den USA kommen Daten zur Produktivität und zur Entwicklung der Lohnstückkosten.

Von: Antje Laschewski, Senior Analyst

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Eine Frau hält ein Smartphone in der Hand
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