14.10.2026
US-Inflation kommt für Trump zur Unzeit
Kapitalmärkte Daily | Die Vergangenheit hat wiederholt gezeigt, dass steigende Lebenshaltungskosten den Ausgang von US-Wahlen maßgeblich beeinflussen können.
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- Inflation versus Staatsverschuldung
- LVMH mit schwachem China-Geschäft
- US-Inflationsrate auf der Agenda
Es ist nicht die Inflation
Nein, es ist vielmehr die Sorge um die ausufernde US-Staatsverschuldung, welche die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe treibt. Diese Meinung scheint Christopher Waller, Gouverneur der US-Notenbank, zu vertreten. Der Währungshüter zitierte gemäß Agenturmeldungen akademische Studien, denen zufolge die US-Staatsverschuldung in den letzten beiden Jahren die Renditen von US-Staatsanleihen um 50 bis 70 Basispunkte in die Höhe getrieben habe. Das starke US-Wirtschaftswachstum und die Künstliche Intelligenz hätten zusätzlichen Renditeaufwärtsdruck ausgeübt. Die Inflationserwartungen seien indes fest verankert, so dass der Renditeanstieg – so der Gouverneur – nicht von der Inflationsprämie herrühre. Dies ist eine Meinung, welche wir mit Blick auf die Entwicklung inflationsgebundener US-Staatsanleihen teilen. Die aus ihnen abgeleitete Inflationsprämie schwankt seit Anfang 2025 in engen Grenzen um die Marke von 2,4 Prozentpunkten.
Luxus verliert in China an Glanz
Nicht nur am französischen Rentenmarkt, auch bei den Aktien einzelner französischer Unternehmen herrscht derzeit wenig Freude. So geriet gestern die Aktie des Luxusgüterkonzerns LVMH unter Druck, nachdem das Unternehmen am Montagabend enttäuschende Umsatzzahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte. Insbesondere die anhaltende Nachfrageschwäche in der VR China machte dem Mutterkonzern von Louis Vuitton und Dior zu schaffen. Die LVMH-Aktie büßte daraufhin 0,1 % ein, während der französiche Leitindex CAC stagnierte.
Die organischen, also im Wesentlichen um Wechselkurseffekte bereinigten Umsätze von LVHM im Raum Asien ohne Japan gingen im 3. Quartal um 5 % ggü. dem Vorjahresquartal zurück.
US-Inflation mit 4 vor dem Komma
Das US-Arbeitsministerium wird heute nachmittag die US-Inflation für September bekanntgeben. Nach unserer Prognose sollte die Veränderungsrate des Konsumentenpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat infolge gestiegener Kraftstoffpreise von 3,4 % im August auf 3,6 % im September geklettert sein. Da die Preise an den Zapfsäulen im bisherigen Verlauf des Oktobers weiter angezogen haben, wäre an und für sich eine noch höhere Inflationsrate für Oktober zu erwarten. Diese Rate läßt sich jedoch nicht beziffern, da für den Monat Oktober 2025 aufgrund des Regierungsstillstandes („Government Shutdown“) keine Konsumentenpreise erhoben wurden. Daher richten wir unseren Blick bereits auf November. Hier dürfte bei der US-Inflationsrate mit einiger Sicherheit eine Vier vor dem Komma stehen.
Die hohe Inflation kommt für US-Präsident Donald Trump zur Unzeit. Schließlich stehen Anfang November die Zwischenwahlen zum US-Kongreß an. Die Vergangenheit hat wiederholt gezeigt, dass steigende Lebenshaltungskosten den Ausgang von US-Wahlen maßgeblich beeinflussen können. Dementsprechend signalisiert eine von unseren Strategen erstellte detaillierte Auswertung von Umfragen und Wettquoten auf Ebene der US-Wahlkreise bzw. US-Bundesstaaten demokratische Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses. Aber diese Suppe hat sich Donald Trump mit seinem strategisch unzureichend durchdachten Angriff auf den Iran selbst eingebrockt. Da dürfte ihm auch der geplante Import von Diesel aus Rußland kaum aus der Patsche helfen. Zu Trumps weiterem Verdruß dürfte die Federal Reserve angesichts der hohen Inflation keinerlei Neigung verspüren, ihre Leitzinsen zu senken.
Von: Dirk Chlench, Senior Economist
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