07.10.2026

Renditerückgänge nach Rekordhochs

Kapitalmärkte Daily | Der Rückgang der Renditen französischer Staatsanleihen sorgte für Erleichterung.

Frankreich Flage und Münzen
Frankreich Flage und Münzen

Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily

  • Leichte Erholung bei französischen Staatsanleihen
  • Air Liquide begibt neue Anleihen unterhalb Staatsanleihe-Renditen
  • Heute Fed-Protokoll im Fokus

Rückgang bei Staatsanleihe-Renditen

Gestern gab es an den Märkten eine leichte Erholung, die Anleiherenditen sanken von ihren Mehrjahreshochs. Insbesondere der Rückgang der Renditen französischer Staatsanleihen sorgte für Erleichterung. Diese waren aufgrund des hohen Staatsdefizits in Frankreich unter starken Druck geraten. Für etwas Entspannung sorgte unter anderem die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen: Als Reaktion auf den starken Renditeanstieg schlug sie in einem ehrgeizigen neuen Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit Frankreichs bis spätestens 2032 unter die Marke von 3 % des BIP zu senken. Das drückte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen auf 4,75 %. Der Aufschlag auf deutsche Bundesanleihen verringerte sich auf 135 Basispunkte, nachdem der Spread am Freitag noch ein 15-Jahres-Hoch markiert hatte. Zehnjährige US-Treasuries gaben bis zum europäischen Schluss um 5 Basispunkte auf 5,26 % nach.

Hohe Nachfrage nach Corporates

Der französische Industriegasversorger Air Liquide nutzte das freundliche Marktumfeld und platzierte gestern drei neue EUR-Anleihen im Gesamtvolumen von 2,0 Mrd. EUR. Diese trafen auf eine sehr hohe Nachfrage der Investoren, die Orders über 12,5 Mrd. EUR abgaben. Daher konnte der international aufgestellte französische Konzern die Neuemissionen sogar mit Renditen begeben, die unterhalb von französischen Staatsanleihen lagen. Auch der Gesamtmarkt für Unternehmensanleihen reagierte positiv, die Risikoaufschläge sanken spürbar. Dies galt nicht nur für die im Investmentgrade eingestuften Unternehmen, sondern insbesondere auch für den schwächer eingestuften High-Yield-Sektor.

Trotz der Belastungen durch hohe Renditen von US-Staatsanleihen erreichte der S&P 500 gestern erstmals nach August wieder einen neuen Schlussrekord.

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S&P 500 auf Rekordhoch

Die Aktienmärkte in Europa schlossen im Plus. Der Dax stieg um 0,8 % auf 25.449 Punkte, der EuroStoxx 50 verbesserte sich um 0,5 %. An den US-Aktienmärkten gab es sogar neue Schlussrekorde: Der breite Index S&P 500 kletterte um 0,6 % auf 7.819 Punkte, und der technologielastige Nasdaq sprang auf ein Rekordhoch von 27.600. Die Kursanstiege setzten sich heute Morgen in Asien allerdings nicht fort, dort gab es an den Börsen leichte Verluste. Ölpreis und US-Renditen stiegen wieder leicht an.

US-Notenbank im Fokus

Im Fokus steht heute vor allem die Geldpolitik. Die US-Notenbank veröffentlicht am Abend das Protokoll ihrer September-Sitzung. Daraus wird ersichtlich, wie breit die Unterstützung für die Zinserhöhung im September war und welche Bedingungen die Mehrheit der Ausschussmitglieder an weitere Erhöhungen knüpft. Aus Deutschland gab es zum Auftakt heute um 8:00 Uhr immerhin erfreuliche Daten: Die Industrieproduktion stieg im August um 2,0 % gegenüber dem Vormonat und um 2,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies lag deutlich über den Konsens-Erwartungen, die nur mit einem leichten Plus von 0,5 % gegenüber dem Juli gerechnet hatten.

Von: Matthias Schell, CFA Senior Credit Analyst

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