30.06.2026
Quartalsende mit Rekorden
Kapitalmärkte Daily | Asiatische Aktien mit bestem Quartal seit 2009 – China bleibt zurück und Wall Street legt zum Quartalsende weiter zu.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Wall Street legt zum Quartalsende weiter zu, Tech-Sektor erholt
- Asiatische Aktien mit bestem Quartal seit 2009 – China bleibt zurück
- Rohölpreis gibt nach, Yen markiert 40- Jahres-Tief
Wall Street fest, Asien zweigeteilt
An der Wall Street setzte sich die Erholung am Montag fort: Der S&P 500 legte um 1,2% zu, getragen von einer anhaltenden Stabilisierung im Technologiesektor. Der Philadelphia Semiconductor Index gewann 3,8% und kompensierte damit einen guten Teil der Verluste der Vorwoche. Dies gab auch den asiatischen Börsen zum Quartalsende Rückenwind: Der MSCI Asia Pacific Index steuert mit einem Plus von über 20% seit April auf das beste Quartal seit 2009 zu. Japans Nikkei 225 verzeichnet sogar das stärkste Quartal seiner Geschichte. Parallel dazu markierte der japanische Yen mit über 162 JPY je USD ein 40- Jahres-Tief. Ganz anders das Bild in China: Der MSCI China Index hat seit Jahresbeginn 15% verloren – weltweit die zweitschwächste Performance nach Indonesien.
Rohölpreis gibt nach, Gold ebenfalls
Brent notiert heute Morgen mit rund 72,50 USD je Barrel knapp ein Prozent leichter. Für Entspannung sorgte die Nachricht, dass über Nacht mehrere Öl- und LNG-Tanker die Straße von Hormus erfolgreich durchquert haben – ein weiteres Zeichen für eine Normalisierung der Handelsrouten. Die für heute angesetzten US-Iran-Gespräche in Doha bleiben allerdings mit Unsicherheit behaftet, nachdem Iran seinen Anspruch auf die Kontrolle der Meerenge nochmals bekräftigt hat. Gold gab weiter nach und fiel erstmals seit Monaten unter die Marke von 4.000 USD.
Der Economic Sentiment Indicator der Europäischen Kommission stieg im Juni auf 95,0 Punkte und übertraf damit sowohl den Konsens (94,3) als auch den revidierten Vormonat (93,7).
Fed-Unabhängigkeit bestätigt, Konferenz in Sintra rückt in den Fokus
Der US Supreme Court hat am Montag mit knapper 5:4- Mehrheit den Versuch von Präsident Trump blockiert, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen – ein strukturell wichtiges Signal für die geldpolitische Unabhängigkeit der Notenbank. Gleichzeitig hat das Gericht in einem separaten Urteil Trumps Entlassungsbefugnisse bei anderen Bundesbehörden gestärkt. Weitere Demissionsversuche durch den US-Präsidenten wären demnach keine Überraschung. Am geldpolitischen Kurs ändert das Urteil wenig: Die Fed hat eine Lockerungsneigung bereits aus ihrem Sprachgebrauch gestrichen. Zinssenkungen sind für 2026 praktisch vom Tisch.
Heute richtet sich der Blick in erster Linie auf die Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra, wo Reden hochrangiger EZB-Vertreter auf der Agenda stehen. Darüber hinaus könnte die deutsche Inflationsrate für Juni Hinweise auf den weiteren Kurs der Notenbank liefern.
Von: Michael Köhler, Senior Strategist
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