08.10.2026
Gewinn verneunfacht, Samsung fällt
Kapitalmärkte Daily | Der Speicherhersteller verfehlte die Erwartungen: Aktie rund 30 % unter ihrem Junihoch.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Öl und Fed-Protokoll belasten
- Frankreich bleibt im Fokus
- Heute dreißigjährige US-Auktion nach Rekordrendite am Vortag
Ölpreis steigt wieder
Nach dem schwachen europäischen Handelstag haben sich die US-Börsen gestern vergleichsweise gut behauptet. Der S&P 500 gab lediglich 0,22 % nach, nachdem er am Vortag noch ein Rekordhoch markiert hatte. Belastungsfaktoren gab es mit einem steigenden Ölpreis und falkenhafte Protokolle der Fed –, doch durchgesetzt haben sie sich nur in den zyklischen Segmenten des Marktes: Industriewerte waren beiderseits des Atlantiks die schwächste Branche. Brent notiert heute Morgen bei gut 102 US-Dollar und damit 2,1 % fester. Hinter dem Anstieg stehen Berichte über mögliche US-Schläge gegen Iran noch vor den Zwischenwahlen, eine Attacke auf einen Tanker tief im Persischen Golf sowie Angriffe auf saudische Flughäfen – dazu ein Sturm im Golf von Mexiko, der über 510.000 Barrel Tagesproduktion stillgelegt hat – rund ein Viertel der dortigen Förderung.
In Asien überwogen heute Morgen die Verluste. Wie hoch die Erwartungen inzwischen sind, zeigte Samsung: Der Speicherhersteller meldete mit 107,4 Bio. Won einen Rekordgewinn – annähernd eine Verneunfachung gegenüber dem Vorjahresquartal – und verfehlte dennoch die Erwartungen. Die Aktie notiert knapp 1 % im Minus und damit rund 30 % unter ihrem Junihoch. Für den deutschen Markt deutet der DAX-Future auf einen etwa 1 % schwächeren Auftakt hin.
Frankreich weiter unter Druck
Der Risikoaufschlag zehnjähriger französischer Anleihen gegenüber Bundesanleihen ist gestern um zwölf Basispunkte auf rund 140 Bp gestiegen. Die zaghafte Erholung auf 127 Bp zu Wochenbeginn, wurde damit wieder zurückgenommen. Belastend wirkte gestern die Aussage des Gouverneurs der Banque de France, Moulin, dass die Bedingungen für ein Eingreifen der EZB derzeit nicht erfüllt seien. Er verwies auf das Defizit und die politische Unsicherheit. Bunds fungieren weiterhing als sicherer Hafen: Zweijährige Bundesanleihen rentierten 4,4 Bp niedriger.
77 Mio. US-Dollar kostet derzeit die Charter eines Supertankers für den Transport von US-Öl nach Asien – nach durchschnittlich 9,2 Mio. US-Dollar im vergangenen Jahr.
Belastungsprobe am langen Ende
Das gestern veröffentlichte Fed-Protokoll wurde falkenhaft gewertet. Die Erhöhung im September fiel einstimmig, viele Mitglieder verstanden sie als Absicherung gegen stärkeren Preisdruck. Der Markt preist nun rund 30 % für einen Schritt im Oktober und 67 % für Dezember ein. Wie teuer die Refinanzierung bereits geworden ist, zeigte gestern die zehnjährige US-Auktion: Zugeteilt wurde bei 5,30 % – die höchste Auktionsrendite seit November 2000. Die Nachfrage war mit einer Deckungsquote von 2,77 dennoch so kräftig wie zuletzt 2014. Heute folgt die Belastungsprobe am langen Ende mit der Auktion dreißigjähriger Titel über 22 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus stehen die US-Erstanträge und mit PepsiCo ein erster Indikator für Konsumtitel im Rahmen der US-Berichtssaison auf der Agenda.
Von: Michael Köhler, CEFA Senior Strategist
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