17.07.2026
Chipaktien unter Druck, Trump schürt Zweifel
Kapitalmärkte Daily | In seiner Rede zur Lage der Nation schürte US-Präsident Trump wenige Monate vor den Zwischenwahlen Zweifel an der Sicherheit des Wahlsystems.
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- TSMC mit sehr guten Zahlen
- Aktienmärkte unter Druck
- Trump schürt Zweifel an US-Wahlen
TSMC löst Chipaktien-Selloff aus
Gestern legte der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC seine Zahlen vor. TSMC hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung um 77 % auf umgerechnet 19,2 Mrd. Euro, knapp 2 Mrd. Euro mehr als erwartet. Der Konzern kündigte zudem an, mittelfristig weitere 100 Mrd. US-Dollar in den USA zu investieren. Zugleich hob TSMC das Ziel für die Investitionsausgaben 2026 um bis zu 14 % an. Begründet wurde der Optimismus mit einer anhaltend robusten Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. „Unsere Kunden, vor allem Cloud-Service-Anbieter, senden uns weiterhin sehr starke Signale und vermitteln einen positiven Ausblick“, so TSCM-Chef Wei. Dennoch nahmen die Akteure die Zahlenvorlage zum Anlass, Chipwerte auf Talfahrt zu schicken. Der Philadelphia-Halbleiterindex gab um 4,3 % nach – ein klarer Fall von „Sell-ongood-news“.
In der bisherigen Handelswoche gaben u.a. bereits ASML und IBM Aufschluss über den KI-Investitionszyklus: Der niederländische Hersteller von Halbleitermaschinen ASML zeichnete als wichtiger Lieferant von TSMC ein ähnlich positives Bild: Negativ fiel jedoch der Quartalsbericht des Tech-Urgesteins IBM auf. IBM zeigte, dass Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf der Ebene der Unternehmen nicht nur zusätzliches Budget freisetzen, sondern teilweise andere IT-Ausgaben verdrängen. Das ist relevant für Software-, IT-Services- und Consulting-Aktien, deren Budgets zugunsten KI gekürzt werden. Dies hatten die Aktienmärkte bereits zu Jahresbeginn stärker eingepreist, als das Kürzel „HALO“ die Runde machte: „High Assets, Low Obsolescence“ – dabei wurden Software-Titel abverkauft, deren Geschäftsmodelle durch KI obsolet werden könnten.
Die Schwäche der Chip-Aktien drückte die Nasdaq um 1,5 % nach unten, der S&P 500 gab um 0,5 % nach. Auch an den technologielastigen asiatischen Börsenplätzen (Korea, Taiwan, Japan) gaben die Kurse kräftig nach.
Trump schürt Zweifel an den Wahlen
In seiner Rede zur Lage der Nation schürte US-Präsident Trump wenige Monate vor den Zwischenwahlen im November Zweifel an der Sicherheit des Wahlsystems. Er behauptete, die Volksrepublik China habe die Wahl 2020 beeinflussen wollen und Wählerdaten entwendet. Er sprach von „gravierenden Sicherheitslücken“ und dem "vermutlich größten Diebstahl von Wahldaten in der Geschichte". Als angebliche Belege wurden bisher unveröffentlichte Geheimdienstdokumente genannt. Das Ziel von Donald Trump dürfte sein, eine drohende Niederlage bei den Midterms im November abzuwenden und selbst Einfluss darauf zu nehmen. Vorige Woche hatte er hierzu in seiner Rede zum 250. Geburtstag der USA bereits Andeutungen hierzu gemacht: „We won´t let them win“.
Außerdem: Geopolitik im Fokus
Als Dauerthema bleibt der Iran-Krieg im Fokus der Anleger. Die US-Angriffe laufen nach dem Ende des Waffenstillstands nun die sechste Nacht in Folge. Iranischen Medienberichten zufolge hat das US-Militär zwei Brücken sowie einen Flughafen angegriffen. Iran wiederum griff Ziele in Bahrain und Katar an und drohte damit, die Meerenge Bab el Mandab im Roten Meer durch die Houthi-Rebellen sperren zu lassen, sollten die USA kritische Energie-Infrastruktur angreifen.
Die Ölmärkte bleiben trotz der neuerlichen Eskalation erstaunlich gelassen – die Akteure setzen offenbar darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder geöffnet werden kann. Daneben richtet sich der Blick zu Wochenschluss heute Nachmittag auf die Veröffentlichung der Daten zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.
Von: Frank Klumpp, CFA Senior Strategist
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