27.05.2026
Chip-Werte treiben Märkte auf Rekordhochs
Kapitalmärkte Daily | Der S&P 500 schloss gestern auf einem neuen Allzeithoch bei 7.519 Punkten. Der Nasdaq 100 legte 1,8 % zu – getragen vom Chip-Superzyklus.
Immer aktuell informiert: Kapitalmärkte Daily
- Chip-Superzyklus erfasst Asien
- Fed-Falken werden lauter
- US-Kabinettssitzung in Camp David
Märkte wetten weiterhin auf Frieden
Der gestrige Handelstag lieferte ein paradoxes Bild: Während US-Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag erstmals seit der Waffenruhe vom 8. April wieder iranische Raketenstellungen und Minenboote nahe der Straße von Hormus angriffen, schloss der S&P 500 auf einem neuen Allzeithoch bei 7.519 Punkten. Der Nasdaq 100 legte 1,8% zu – getragen vom Chip-Superzyklus. Micron Technology sprang um 19% und überschritt damit erstmals eine Marktkapitalisierung von 1 Billion USD. In der Nacht gelang dies auch der koreanischen SK Hynix nach einem Plus von bis zu 13% in Seoul. Der KOSPI legte intraday rund 5% zu und ist nun mit einem Plus von rund 100% seit Jahresbeginn der stärkste große Aktienmarkt weltweit. Der MSCI All Country World Index stieg zum sechsten Mal in Folge auf ein Rekordhoch.
Rentenmarkt zwischen Hoffnung und Zinserhöhungsspekulationen
Die Friedenshoffnungen haben die Inflationsprämie an den Rentenmärkten vorübergehend gedrückt: Die 10-jährige Treasury-Rendite fiel um 7 Basispunkte auf 4,47 %, die Bund-Rendite rutschte zurück unter die Marke von 3 %. Doch die geldpolitische Kulisse bleibt herausfordernd. Fed-Gouverneur Waller sprach sich gestern dafür aus, die Lockerungsneigung der Fed aufzugeben – Zinserhöhungen seien ebenso wahrscheinlich wie Senkungen. Minneapolis-Präsident Kashkari warnte gar vor einer Serie von Erhöhungen, sollte die Inflation hartnäckig über dem 2%-Ziel bleiben. Zinssenkungen in 2026 sind an den Geldmärkten inzwischen vollständig ausgepreist.
Auf der europäischen Seite hat EZB-Direktoriumsmitglied Schnabel in einem FT-Interview eine Zinserhöhung im Juni aus ihrer Sicht als „notwendig“ bezeichnet. Die Inflation sieht sie bis Jahresende in Richtung 4 % steigen.
Das US-Konsumentenvertrauen des Conference Board fiel gestern nur leicht, doch zwei Drittel der Befragten gaben an, ihre Ausgaben wegen steigender Preise zu kürzen.
Camp David im Fokus
Der makroökonomische Datenkalender liefert heute keine neuen Impulse. Mehr denn je steht damit die Geopolitik im Fokus. Trump hat seine Kabinettssitzung auf die Präsidentenresidenz Camp David verlegt, um die Verhandlungen mit dem Iran zu beschleunigen. Außenminister Rubio hält weiterhin eine Einigung binnen Tagen für möglich – doch laut Medienberichten standen die Gespräche nach den Angriffen zum wiederholten Male kurz vor dem Abbruch. Formal ist die Waffenruhe intakt, faktisch beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig des Vertragsbruchs. Die Situation bleibt fragil.
Von: Michael Köhler, Senior Strategist
Termine der Woche
Die wichtigsten Termine, Daten & Prognosen finden Sie immer in unserem Wirtschaftskalender.
Zum WirtschaftskalenderDiese Publikation richtet sich ausschließlich an Empfänger in der EU, Schweiz und in Liechtenstein. Diese Publikation wird von der LBBW nicht an Personen in den USA vertrieben und die LBBW beabsichtigt nicht, Personen in den USA anzusprechen. Aufsichtsbehörden der LBBW: Europäische Zentralbank (EZB), Sonnemannstraße 22, 60314 Frankfurt am Main und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Graurheindorfer Str. 108, 53117 Bonn / Marie-Curie-Str. 24- 28, 60439 Frankfurt. Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Wir behalten uns des Weiteren vor, ohne weitere Vorankündigung Aktualisierungen dieser Information nicht vorzunehmen oder völlig einzustellen. Die in dieser Ausarbeitung abgebildeten oder beschriebenen früheren Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen stellen keinen verlässlichen Indikator für die künftige Wertentwicklung dar. Die Entgegennahme von Research Dienstleistungen durch ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen kann aufsichtsrechtlich als Zuwendung qualifiziert werden. In diesen Fällen geht die LBBW davon aus, dass die Zuwendung dazu bestimmt ist, die Qualität der jeweiligen Dienstleistung für den Kunden des Zuwendungsempfängers zu verbessern.