29.06.2026
Amerika schafft Jobs – Deutschland streicht
Kapitalmärkte Daily | Die mit Abstand wichtigste Veröffentlichung an Wirtschaftsdaten in dieser Woche wird der US-Arbeitsmarktbericht für Juni sein.
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- US-Arbeitsmarktbericht im Fokus
- VW plant Streichung von 100 Tsd. Jobs
- Erneute Gefechte am Persischen Golf
US-Jobaufbau dürfte anhalten
Die mit Abstand wichtigste Veröffentlichung an Wirtschaftsdaten in dieser Woche wird der US-Arbeitsmarktbericht für Juni sein. Im Mai fiel die Zahl der neugeschaffenen Stellen, insbesondere eingedenk der Aufwärtsrevisionen vorheriger Monate, höher aus als allgemein erwartet und hat damit die Spekulationen auf eine Anhebung des US-Leitzinses befeuert. Die Details der von einigen Federal Reserve Banken veröffentlichten Konjunkturumfragen deuten darauf hin, dass die US-Beschäftigung im Juni abermals kräftig angestiegen sein wird. Nach unserer Prognose wird die US-Wirtschaft 150 Tausend neue Stellen geschaffen haben. Damit liegt unsere Prognose etwas höher als die Konsenserwartung. Sollte sich unsere Prognose bewahrheiten, dürfte dies die Spekulationen auf Fed-Leitzinserhöhungen weiter anheizen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen tatsächlich anheben wird. Es scheint etwas aus dem Blickfeld geraten zu sein, dass die Vereinigten Staaten in den zurückliegenden Quartalen hohe Produktivitätsgewinne erzielten. Dies hat die Aufwärtsentwicklung der Lohnstückkosten zum Erliegen gebracht, was wiederum die Inflation in Schach halten sollte. Diese Auffassung wird auch von dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh vertreten. Nach einer aktuellen Reuters-Umfrage erwarten rund drei Viertel der befragten Bankvolkswirte, dass die US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf keine Leitzinsänderung vornehmen wird. Obacht: Aufgrund des „Independence Day“ am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht für Juni 2026 ausnahmsweise am Donnerstag veröffentlicht werden.
Hiobsbotschaften aus Deutschland
Gänzlich andere Nachrichten waren indes aus Deutschland zu vernehmen. Nach Berichten des Manager Magazin plant VW-Chef Oliver Blume im Zuge einer umfassenden Restrukturierung den Abbau von bis zu 100 Tausend Arbeitsplätzen. Die VW-Werke Emden, Zwickau und Hannover sowie das Audi-Werk in Neckarsulm sollen dem Vernehmen nach geschlossen werden. Der Kurs der VW-Aktie gab am Freitag gleichwohl um gut 3 % nach, aber auch die Anteilsscheine von BMW und Mercedes ließen mächtig Federn. Die Marktteilnehmer gehen offenbar davon aus, dass die Schwäche am chinesischen Automarkt und die US-Einfuhrzöllen der deutschen Automobilwirtschaft noch stärker zusetzen als ohnehin schon befürchtet.
Fragiler Waffenstillstand in Persien
Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bleiben hoch. Trotz einer vereinbarten Waffenruhe kam es am Wochenende erneut zu gegenseitigen Angriffen. Der Iran beansprucht zudem am Sonntagabend die Kontrolle der Straße von Hormus. Die Teilnehmer am Rohölmarkt zeigten sich davon jedoch unbeeindruckt.
Der Preis für ein Faß Rohöl der Nordseesorte Brent notiert heute morgen mit 71,98 US-Dollar nahezu unverändert auf niedrigem Niveau.
Der Preis für ein Faß Rohöl der Nordseesorte Brent (nächstfälliger Kontrakt) verharrt heute morgen bei rund über 72 US-Dollar und bleibt damit auf niedrigem Niveau. Auf dem Kalender der Konjunkturveröffentlichungen steht für heute unter anderem das Wirtschaftsvertrauen im Euroraum. Wir erwarten einen leichten Anstieg des Indikators.
Von: Dirk Chlench, Senior Economist
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