24.09.2026
Anstieg der deutschen Wohnimmobilienpreise im zweiten Quartal 2026
Einschätzung | Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verteuerten sich Wohnimmobilien gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 %.
Das Statistische Bundesamt vermeldete soeben, dass die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal 2026 um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen sind. Gegenüber dem Vorjahresquartal beläuft sich das Plus auf 0,6 %.
Schon wieder ein Rückschlag für den Wohnimmobilienmarkt. Der Preisauftrieb hat sich deutlich abgeschwächt. Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend schwierig, unseren prognostizierten Preisanstieg von 3 % für das Gesamtjahr zu erreichen. Eine der größten Schwierigkeiten besteht aktuell in den kräftig steigenden Baupreisen. Die Verknappung von Baumaterialien durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus wird diese Entwicklung in den kommenden Wochen wohl noch befeuern. Zudem steigen die Finanzierungskosten weiter. Bauzinsen von mehr als 4 % werden vorerst wohl zur Realität gehören. Von einem Abwarten auf bessere Zeiten halten wir aktuell wenig. Entspannungstendenzen sind kaum ersichtlich.
Die Preise für neu erstellte Wohnimmobilien stiegen im Jahresvergleich um 1,5 %, während bestehende Wohnimmobilien um 0,5 % zulegten. Trotz der nach wie vor niedrigen Leerstandsquoten treibt die Nachfrage aktuell vor allem die Mieten, weniger die Preise. Regionale Unterschiede treten immer deutlicher hervor. In den sieben größten Metropolen sinken die Haus- und Wohnungspreise mittlerweile sogar. In den kreisfreien Städten außerhalb der Metropolen steigen die Preise nach wie vor spürbar.
Wohnraum bleibt knapp. Das Ampel-Ziel von 400.000 jährlich fertiggestellten Wohnungen wird auch in diesem Jahr krachend verfehlt. Schätzungen gehen eher von der Hälfte aus. Die laut Mietreport fehlenden 1,4 Millionen Wohnungen werden damit wohl so schnell nicht gebaut. Entspannungssignale kamen zuletzt von der demografischen Entwicklung. Der Rückgang der deutschen Bevölkerung mindert die Nachfrage leicht.
Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Mittlerweile kann man mit dem Thema Wohnen sogar Wahlen gewinnen – siehe Berlin. Doch auch Vergesellschaftung wird nicht zu mehr Wohnraum führen. Es bleibt dabei: Es muss mehr gebaut werden.
Von: Benedikt Horwedel, Junior Analyst LBBW Research