02.11.2026
China - Einkaufsmanagerindizes der Industrie im Oktober 2026
Einschätzung | In Summe zeigen die Frühindikatoren mehr Schatten als Licht.
- Der staatlich erhobene PMI für das verarbeitende Gewerbe fiel im Oktober auf 49,3 Punkte (September: 50,1), den tiefsten Stand seit Juli.
- Der privat erhobene RatingDog-PMI für das verarbeitende Gewerbe gab geringfügig auf 52,0 Punkte nach (September: 52,1), verblieb damit aber weiterhin deutlich im expansiven Bereich.
Unsere Einschätzung zu den Einkaufsmanagerindizes (PMI) der Industrie in China
Die Spreizung in Chinas Industrie setzte sich auch zu Herbstbeginn fort. Produktion, Neuaufträge und Exportaufträge rutschten im staatlich erhobenen Index allesamt unter die Wachstumsschwelle, wobei besonders kleinere Betriebe und Konsumgüterhersteller unter Druck stehen. Vom Staat geförderte Branchen wie Hightech und Ausrüstungsbau sowie Exportfirmen weisen dagegen eine anhaltend starke Dynamik auf. In Summe zeigen die Frühindikatoren jedoch mehr Schatten als Licht. Weil das Angebot schneller wächst als die Nachfrage, kämpfen die Firmen über den Preis um Kunden; der Margendruck hält an.
Auch die kurze Belebung im Bausektor im September erwies sich als Strohfeuer. Leicht steigende Preise melden nur die größten Metropolen. In den mittleren und kleineren Städten ist dagegen keine Stabilisierung erkennbar. Die Geschäftsaussichten werden zwar weiterhin positiv eingeschätzt, doch auch hier hat sich die Stimmung abgekühlt. Dies dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass sich das internationale Umfeld zunehmend schwieriger gestaltet. Der ungelöste Irankonflikt sowie Handelsfriktionen mit den USA und der EU lassen weiteren Gegenwind erwarten. Die Verwerfungen bei KI-Aktien signalisieren zudem zunehmende Unsicherheit rund um den globalen KI-Boom. Dass sich die hohe Dynamik in diesem Sektor nicht auf Dauer fortsetzen dürfte, zeichnet sich auch unabhängig davon ab. Zugleich mehren sich die Anzeichen, dass Peking angesichts dieser Risiken an ersten Stellschrauben zu drehen beginnt. Die Regierung hat ihre Unterstützung bereits im Spätsommer schrittweise ausgeweitet und will Investitionen anschieben. Es bleibt jedoch abzuwarten, welche weiteren Maßnahmen folgen.
Von: Sandro Pannagl, Senior Strategy Research Analyst