05.11.2026
BOE-Zinsentscheid: Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben
Einschätzung | Notenbankchef Bailey stellte mindestens einen weiteren Zinsschritt in Aussicht, falls der Iran-Krieg nicht bald gelöst werde.
Die Bank of England gab bekannt, daß Ihr Geldpolitischer Rat auf seiner gestrigen Sitzung beschlossen hat, den Leitzins um ein Viertelprozentpunkt auf 4,00 % anzuheben. Notenbankchef Bailey stellte mindestens einen weiteren Zinsschritt in Aussicht, falls der Iran-Krieg nicht bald gelöst werde.
Unsere Einschätzung zum Zinsentscheid der Bank of England (BoE)
Die Bank of England (BOE) hat heute ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben und damit entsprechend der weit überwiegenden Erwartung befragter Volkswirte gehandelt. Die Bank of England ist damit ein Nachzügler, vor ihr haben schon die Federal Reserve, die EZB, die Bank of Japan und weitere wichtige Notenbanken ihren Kurs gestraft. Die Entscheidung für die Erhöhung viel einstimmig aus, dies ist eine kleine Überraschung. Nach unserer Prognose wird die Bank of England Anfang nächsten Jahres ihren Kurs abermals straffen. Diese Einschätzung wird durch die heutige Äußerungen von Notenbankchef Bailey unterfüttert. Die Markterwartungen von zwei bis drei weiteren Leitzinsschritten im Verlauf des nächsten Jahres erachten wir jedoch als übertrieben, denn bislang sind kaum Zweitrundeneffekte der zurückliegenden Verteuerung des Rohöls auszumachen. Die Lohnzuwächse verlieren an Dynamik, und die Kerninflationsrate bewegt sich seitwärts. Es kommt entlastend hinzu, dass das Pfund Sterling fest ist und die Rohölpreise im Nachgang der US-Zwischenwahlen deutlich nachgegeben haben. Alles in allem kein Grund für die BoE, kräftig auf die Bremse zu treten.
Von: Dirk Chlench, Senior Economist